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Geburtshilfe: Vorgeburtliche Gabe von Medikamenten zur Unterstützung der Lungenentwicklung bei Frühgeborenen

Worauf ist zu achten?

Bei drohenden Frühgeburten sollte möglichst häufig eine Kortisonbehandlung zur Unterstützung der Lungenreife durchgeführt werden.

Warum sollte darauf geachtet werden?


Bei früh geborenen Kindern besteht das Problem, dass ihre Organe noch nicht vollständig ausgereift sind. Besonders die sogenannte „Lungenreife“ ist von entscheidender Bedeutung für das Überleben der Kinder. Bei einer unterentwickelten Lunge droht ein Atemnotsyndrom des Neugeborenen, welches zu bleibenden Schäden bis hin zum Tod führen kann.
Damit die Lungenreife des Kindes gefördert wird, sollte der Mutter vor der Geburt Kortison (Kortikosteroid) gegeben werden. Dies bewirkt, dass die Lunge des Kindes frühzeitiger im Mutterleib ausreift und die Gefahr von Komplikationen bei der Geburt sinkt. Das Kortison wird der Mutter in der Regel zweimal im Abstand von 24 Stunden verabreicht. Negative Folgen sind unter normalen Umständen weder für die Mutter noch für das Kind zu erwarten. 

Hintergrundinformation:

Ab wann spricht man von einer Frühgeburt?
Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Baby vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Die Berechnung der Schwangerschafts-dauer erfolgt ab der letzten Regelblutung (Menstruation); bei einem normalen Verlauf dauert eine Schwangerschaft von diesem Zeitpunkt an 40 Wochen. Frühgeborene wiegen oft weniger als 2.500 Gramm, also ca. 1000 Gramm unter dem normalen Geburtsgewicht.
Droht eine Frühgeburt, sind Beobachtungen und Behandlungen im Krankenhaus erforderlich. Um den Geburtstermin möglichst lange hinaus zu zögern und so dem Kind eine möglichst lange Entwicklung im Mutterleib zu ermöglichen, wird der werdenden Mutter häufig Bettruhe in Kombination mit Wehen hemmenden Medikamenten verordnet.
Eine Frühgeburt kann dennoch nicht immer vermieden werden. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation kommen in Deutschland jährlich ca. 60.000 Kinder als Frühgeburt zur Welt, was einen Anteil von ca. 8 % ausmacht.

Wie wird die Versorgung eines Krankenhauses überprüft?


Das Krankenhaus dokumentiert den Ablauf jeder Geburt detailliert, z. B. auch ob im Falle einer drohenden Frühgeburt eine Kortisonbehandlung durchgeführt wurde.
Aus diesen Angaben werden Kennzahlen berechnet, die zeigen, wie hoch der Anteil der Geburten ist, bei denen die Vorschriften nicht eingehalten wurden. Die Kennzahl gibt Aufschluss darüber, wie sorgfältig in der jeweiligen Klinik gearbeitet wurde.
Sollte diese Kennzahl bei einigen Krankenhäusern unterhalb des Standartwertes liegen, so wird dort jedoch nicht automatisch schlecht gearbeitet. Die Kennzahlen zeigen den Krankenhäusern nur, in welchem Bereich sie sich befinden. Regelmäßig treffen sich Expertenkommissionen, welche die Kennzahlen der Klinik analysieren und prüfen, ob Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind. Die Kennzahlen sind daher ein Anhaltswert, dürfen aber nicht als einziges Kriterium herangezogen werden, da sich die Krankheitsbilder und Voraussetzungen, wie zum Beispiel der Zeitpunkt der Aufnahme, stark unterscheiden und somit zu abweichenden Kennzahlen führen können.

Die Kennzahlen


Optimaler Wert: 100%
Deutscher Durchschnitt: 79,09%

Damit wurde im Jahr 2006 im Durchschnitt bei 79 bis 100 drohenden Frühgeburten im Krankenhaus eine Kortisonbehandlung zur Unterstützung der Lungenreife durchgeführt.

Damit liegen Krankenhäuser mit mehr als 79,09% besser als der Durchschnitt. Da es für diesen Indikator jedoch keine klar belegbare Grenze für gute Qualität gibt, wurde ein Referenzbereich festgelegt, der besonders auffällige Ergebnisse kennzeichnet. Gemäß diesem Wert haben Krankenhäuser erst mit einem Wert von mind. 95% das Qualitätsziel erreicht und erst Werte, die darunter liegen, gelten als ein auffälliges Ergebnis.

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