Schulter Operation – Bei welchen Erkrankungen der Schulter wird sie notwendig?

Die Schulter ist ein sehr komplexer Bestandteil unseres Körpers. Sie ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper und besteht auf vielen verschiedenen Nebengelenken. Mit der Schulter verrichten wir täglich die unterschiedlichsten Bewegungen. Sei es wenn wir uns die Haare kämmen, nach einem Gegenstand greifen oder einfach nur am Kopf kratzen – all das schaffen wir nur problemlos, wenn es unserer Schulter gut geht.

Der komplexe Aufbau der Schulter hat aber einen erheblichen Nachteil: Die meisten von uns bekommen im Laufe ihres Lebens Probleme mit ihrer Schulter. Was diese sein können und wie man gegen diese Probleme vorgehen kann, erklären wir in diesem Artikel.

Wie ist die Schulter im Groben aufgebaut?

Insgesamt besteht die Schulter aus fünf Gelenken, zahlreichen Nebengelenken und Muskeln – das macht sie besonders gelenkig und macht viele Bewegungen möglich. Durch die kräftigen Muskeln, die sich an unseren Oberarmen und am Rücken befinden, können wir bestimmen, in welche Richtung sich das Schultergelenk bewegen soll. Zudem schützen die Muskeln die darunter liegende Rotatorenmanschette. Diese sorgt dafür, dass sich das Schultergelenk stabilisieren und sehr genau zentrieren lässt. Die wichtigste Sehne der Schulter ist die sogenannte Supraspinatussehne. Diese macht es möglich, dass wir unseren Arm nach oben ziehen können.

Bei dem Hauptschultergelenk handelt es sich um ein Kugelgelenk, welches durch den Faserknorpelring, die Gelenkkapsel, die Bänder und die Rotorenmanschette in der Schulterpfanne gehalten wird. Neben dem Hauptschultergelenk gibt es weitere vier Nebengelenke. Damit die Gelenke auch gut geschützt sind, sind die Innenseite der Schulterpfanne und der Oberarmkopf mit Gelenkknorpel überzogen. Die Gelenkkapsel sorgt dafür, dass kontinuierlich Gelenkschmiere erzeugt wird. Außerdem gehören verschiedene Schleimbeutel zu den Bestandteilen der Schulter, die für einen Puffer zwischen den Geweben sorgen und so zu starke Reibung verhindern. Diese einzelnen Bestandteile machen den Aufbau der Schulter so komplex, gleichzeitig aber auch vielseitig beweglich. Ist mit einem Bestandteil etwas nicht in Ordnung, fällt es der Schulter schwer, ihren normalen Bewegungen nachzugehen.

 

Welche Schultererkrankungen gibt es?

Da die Schulter so komplex aufgebaut ist, gibt es gleichzeitig auch eine Vielzahl von Erkrankungen, unter denen sie leiden kann. Sobald ein Teil der Schulter nicht mehr funktioniert, kann es zu Schmerzen und Problemen im Bewegungsablauf der Schulter kommen. Zu den häufigsten Erkrankungen der Schulter zählen unter anderem:

  • Die Rotatorenmanschettenruptur
  • Die Schleimbeutelentzündung
  • Die Sehnenentzündung
  • Der Schulterbruch
  • Arthrose in der Schulter

Die Rotatorenmanschettenruptur

Bei der Rotatorenmanschettenruptur handelt es sich um einen teilweisen oder kompletten Sehnenriss an der Schulter, genauer gesagt an der Rotatorenmanschette. Hierbei können sowohl eine als auch mehrere der vier Sehen beschädigt sein. Die Rotatorenmanschettenruptur kann durch zwei Ursachen entstehen: Entweder durch die Abnutzung der Sehnen, welche vermehrt im höheren Alter auftritt oder durch einen Unfall.

Die Symptome einer Rotatorenmanschettenruptur treten oft durch Schmerzen seitlich am oberen Teil des Oberarms auf, sowohl bei Bewegung als auch in ruhiger Haltung, wie beispielsweise beim Schlafen. Größere Risse machen sich oft durch ziehende oder stechende Schmerzen im Schulterbereich bemerkbar, die sich bis in das Schulterblatt oder in den Unterarm ziehen können. Die Betroffenen können dann häufig nicht mehr auf dem Arm liegen oder verspüren weniger Kraft im Arm. Die Behandlung eines teilweisen oder kompletten Risses der Schulter kann sowohl auf konservative als auch operative Weise erfolgen. Zu den konservativen Methoden gehören unter anderen:

  • Eine Schmerztherapie
  • Medikamente
  • Physiotherapie
  • Kälte-/ Wärmetherapien
  • Ruhigstellung des Schultergelenks

Zudem kann bei einer Rotatorenmanschettenruptur eine Operation erfolgen. Diese wird meistens bei jüngeren Menschen und Sportlern oder aber bei Patienten angewendet, bei denen die konservativen Behandlungsmethoden nicht angeschlagen haben. Hier wird entweder die Schulterarthroskopie angewendet, bei der eine Kamera über einen kleinen Schnitt in das Schultergelenk eingeführt wird und durch einen zweiten Zugang die OP-Werkzeige eingeführt werden.

Eine andere Möglichkeit ist die offene Rotatorenmanschettenruptur OP, bei der die Sehne durch einen kleinen Schnitt genäht wird. Bei einer Schulter Operation muss der Patient meistens 1-2 Tage im Krankenhaus bleiben und wird so häufig schnell wieder entlassen. Bei körperlich anstrengenden Berufen kann es sein, dass der Patient für mehrere Monate krankgeschrieben wird. Ansonsten kann der Patient rund 4 bis 6 Wochen krankgeschrieben werden, was aber individuell zu entscheiden ist.

 

Die Schleimbeutelentzündung

Bei Schleimbeuteln handelt es sich um mit Flüssigkeit gefüllte Gewebepolster, die sich vorwiegend im Bereich der Gelenke befinden. Eine Schleimbeutelentzündung entsteht meistens durch eine Überlastung der jeweiligen Gelenke, Muskeln, Sehen oder Bänder. Die Entzündung kann aber auch durch altersbedingten Verschleiß, Rheuma oder durch eine bakterielle Infektion entstehen. Eine Schleimbeutelentzündung äußert sich zunächst mit leichten Beschwerden bei Bewegung, wie dem seitlichen Abspreizen des Armes.

Diese werden nach einer Zeit immer stärker, wodurch die Bewegungsfähigkeit des Schultergelenkes stark eingeschränkt ist. Im späteren Krankheitsverlauf schmerzt die Schulter auch bei Druck und es kann nicht mehr auf ihr gelegen werden. Bei der Behandlung wird meist zunächst auf konservative Methoden zurückgegriffen, wie das Verabreichen von entzündungshemmenden Spritzen und Medikamenten und örtlichen Betäubungsmitteln. Zudem muss die Schulter zweckmäßig ruhiggestellt werden. Hilft das alles nichts, kann bei einer Schleimbeutelentzündung eine Schulter OP in Frage kommen.

Bei dieser Operation wird durch kleine Einschnitte der Schleimbeutel entfernt. Dieser wächst dann ohne die Entzündung innerhalb kürzester Zeit wieder nach, da er vom Körper neu gebildet werden kann. Die Schleimbeutelentzündung Operation kann ambulant durchgeführt werden, in einigen Ausnahmen müssen die Patienten nach dem Eingriff stationär aufgenommen werden. Nach der OP wird der Arm der operierten Schulter in einer Armschlinge getragen, sodass die Wundheilung nach 10-14 Tagen abgeschlossen ist. Komplett belastbar ist der Arm dann meist nach 2-3 Monaten.

 

Die Sehnenentzündung

Eine Sehnenentzündung tritt häufig durch Überbelastung auf, beispielsweise durch einseitige Belastungen beim Sport oder durch andere körperliche Anstrengungen. Die Stärke der Belastung spielt dabei keine Rolle, wodurch eine Sehnenentzündung auch bei häufiger Smartphone-Nutzung oder einem Bürojob auftreten kann- Im frühen Stadium der Erkrankung bemerken die Betroffenen meist keine eindeutigen Symptome.

Erst im späteren Verlauf werden Schmerzen im jeweiligen Bereich der Schulter bemerkbar. Zudem können auch gerötete oder geschwollen Stellen sowie knirschende Geräusche in der Schulter auf eine Entzündung hinweisen. Im frühen Stadium kann die Entzündung gut mit Methoden wie Kühlung, Schonung oder Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Ist diese schon weiter fortgeschritten, kommt auch bei einer Sehnenentzündung eine Schulter OP in Frage, wobei das eher selten der Fall ist.

 

Der Schulterbruch

Bei Schulterbrüchen handelt es sich größtenteils um Oberarmkopfbrüche. Allerdings können auch die Schulterpfanne, das Schlüsselbein oder das Schulterblatt von Brüchen betroffen sein. In erster Linie entstehen Schulterbrüche durch Stürze auf die Schulter. Im höheren Alter kann als Ursache aber auch Osteoporose der Auslöser sein. Ob man sich die Schulter gebrochen hat, wird man als Betroffener recht schnell bemerken, da man starke Schmerzen in der Schulter hat und die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist.

Heutzutage können rund 90 Prozent der Schulterbrüche ohne einen operativen Eingriff behandelt werden. In diesem Fall bekommt der Betroffene eine Armschiene, einen Gilchristverband oder eine Bandage sowie schmerzlindernde Medikamente angelegt und verschrieben. Handelt es sich um einen komplexeren Bruch mit mehreren Bruchstellen, kommt bei dem Schulterbruch eine OP zum Einsatz.

Hierbei werden die Bruchstellen mit Schrauben und Metallplatten so fixiert, dass keine bleibenden Schäden entstehen und die Schulter wieder normal genutzt werden kann. Bis die Schulter wieder ohne Schmerzen genutzt werden kann, können gut 6-12 Wochen vergehen. Danach ist es wichtig, die Schulter durch eine Therapie wieder an ihren normalen Bewegungsablauf zu gewöhnen.

 

Arthrose in der Schulter

Bei einer Schulterarthrose, auch Omarthrose genannt, handelt es sich um einen Verschleiß des Schultergelenks. Diese führt nach einer Zeit zu einer schmerzhaften Versteifung des Schultergelenks. Eine Arthrose in der Schulter macht sich zunächst durch Bewegungsschmerzen bemerkbar, welche sich irgendwann zu Belastungsschmerzen verstärken.

Auch bei einer Schulterarthrose erfolgt die Behandlung zunächst über konservative Methoden, wie Orthesen, Kältetherapie, Wärmetherapie, Bewegung oder elektrische Reize. Bei einem späteren Stadium der Schulterarthrose kann auch eine Schulterarthroskopie durchgeführt werden, damit sich die Gelenke wieder besser bewegen lassen. Hilft das alles nicht kann als letzter Schritt eine Schulterprothese implantiert werden, also ein künstliches Schultergelenk. Oftmals schlagen aber die vorherigen Behandlungsmöglichleiten an, sodass zu der Prothese nur selten gegriffen werden muss.

 

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