Hautkrebs erkennen

Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für alle bösartigen Veränderungen der Haut, doch er wird oftmals gleichgesetzt mit dem malignen Melanom. Dabei ist diese Form die seltenere unter den Hauttumoren. Je nach Ursprung existieren noch viele andere Arten von Hautkrebs.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Hautkrebspatienten drastisch zugenommen. Dies ist ein Resultat unseres gesellschaftlichen Wandels. Denn der Wunsch nach Bräune um jeden Preis, die unbegrenzten Möglichkeiten von Urlaub, leichtsinniges Freizeitverhalten und vermehrte Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter zollen ihren Tribut.

Neben dem Selbsttest gibt vor allem das innovative Hautscreening beim Haus- oder Hautarzt Aufschluss darüber, ob ein schwarzer Leberfleck oder ein Muttermal Hautkrebs ist und behandelt werden muss.

Doch wann sollten Sie zum Arzt gehen? Wie unterscheidet sich Weißer und Schwarzer Hautkrebs überhaupt? Und was passiert beim Hautkrebsscreening? Lesen Sie in diesem Beitrag Wissenswertes und Informatives zum Thema „Hautkrebs erkennen“.
 

Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs: Die Unterschiede

Weißer Hautkrebs ist der häufigere, Schwarzer Hautkrebs der aggressivere Hauttumor. Doch welche Symptome zeigen diese Arten? Hier lesen Sie, wie Sie Hautkrebs auch als Laie erkennen können.

 

Weißer Hautkrebs

Aktinische Keratosen, Basalzell- oder Stachelzellkarzinome sind in der Regel heller als Schwarzer Hautkrebs, daher werden sie auch als Heller Hautkrebs oder Weißer Hautkrebs bezeichnet. Die Aktinische Keratose ist eine Vorstufe des Weißen Hautkrebses und kann sich unbehandelt zu einem Stachelzellkarzinom entwickeln. Die umgangssprachlich als Roter Hautkrebs bezeichnete Hautveränderung bildet sich bevorzugt auf den Sonnenterrassen des Körpers, also auf der Stirn, der Nase, der Lippe, dem Dekolleté oder dem Unterarm.

Im Frühstadium erkennen Laien eine Aktinische Keratose an einer scharf begrenzten Rötung, welche sich rau anfühlt. Im weiteren Verlauf bildet sich eine gelb-braune Hornschicht darauf. Die Vorstufe des Spinalioms verursacht kein Brennen oder Jucken, jedoch wechseln Blutungs- und Heilungsphasen permanent ab.

Ein Spinaliom, wie ein spinozelluläres Karzinom genannt wird, entsteht durch die Entartung von Plattenepithel. Zumeist bildet sich diese Art von Weißem Hautkrebs im Gesicht auf sonnenexponierten Stellen wie Ohrenkante, Lippen oder Nasenhöcker. In der Hautkrebs Vorstufe zeigt sich eine rötlich-gelbe Verhornung, welche fest auf der Haut sitzt und nur durch eine kleine Blutung abzulösen ist. Die Haut um die Verhornung ist in der Regel gerötet und entzündet. Im fortgeschrittenen Stadium verfärbt sich das Spinaliom immer heller und wird seinem Namen gerecht. Die weiße, dicker werdende Verhornung breitet sich aus und nimmt warzig-höckerige Ausmaße an, die mit der Haut aber fest verwachsen ist. Das Spinaliom ist rau und beginnt bei Manipulationen zu bluten.

Basaliome, wie Basalzellkrebs im Fachjargon bezeichnet wird, entstehen aus der Basalzellschicht der Haut. Sie sind also vorrangig auf behaarter Gesichtshaut zu finden, beispielsweise auf der Oberlippe, an der Wange, am Haaransatz der Stirn oder auf der Kopfhaut. Sehr selten treten Basaliome am Körperstamm oder den Gliedmaßen auf.

Diese Art von Weißem Hautkrebs ist sehr vielschichtig und variantenreich im Auftreten. Zu Beginn ist ein Basaliom meist nur wenige Millimeter groß und erscheint als glänzende, wachs-ähnliche Papel. Auf diesem Knötchen sind feinste Blutgefäße zu sehen, die durch Kratzen oder Rasieren geschädigt werden. Im Laufe der Zeit sinkt die Mitte der Papel ein und das Basaliom sieht aus wie ein Vulkan. Die Farbe des Basalioms kann unterschiedlich sein, weist jedoch einen hellen Farbton auf.

 

Schwarzer Hautkrebs

Der Schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, kann sich, je nach Unterart, sehr verschieden präsentieren. Das superfiziell spreitende Melanom (SSM) stellt die häufigste Art des Schwarzen Hautkrebses dar. Die scharf abgrenzbaren Hautveränderungen können sowohl flach verlaufen als auch knotig sein. Die Farbe dieser Unterart variiert von braun über rosa bis blauschwarz. Das SSM entwickelt sich relativ rasch und tritt bevorzugt an Rücken, Brust oder Gliedmaßen zu Tage.

Das noduläre Melanom (NM) ist die aggressivste Form des schwarzen Hautkrebses. Wie das SSM wächst es vor allem an Rücken, Brust und Gliedmaßen. Das NM entwickelt sich allerdings innerhalb weniger Wochen von einem kleinen Pigmentfleck zu einem erhabenen, knotigen und blutendem Tumor mit dunkler Farbe. Das noduläre Melanom hat die schlechteste Prognose von allen Hautkrebsarten, auch wenn es früh erkannt wird.

Das Lentigo-maligne Melanom (LMM) ist eine sehr langsam wachsende Hautkrebsart. Prädestinierte Stellen sind Sonnenterrassen wie Gesicht, Dekolleté, Arme und Hände. Das LMM ist ein maligner Hauttumor, der vor allem bei älteren Menschen zu beobachten ist, die berufsbedingt viel in der Sonne gearbeitet haben.

Das Akrolentiginöse Melanom (ALM) stellt die seltenste Unterart des Schwarzen Hautkrebses dar. Hauptsymptom des ALM sind unscharf begrenzte, vielfarbige Flecken an den Handflächen, Fußsohlen, Fingern, Zehen oder Nägeln. Es tritt also auch an Stellen auf, welche wenig oder gar nicht der Sonne ausgesetzt sind. Aufgrund seines Aussehens kann es auch mit einer Warze oder einem Nagelpilz verwechselt werden.

 

 

Welche Risikofaktoren begünstigen Hautkrebs?

UV-Strahlung ist als der größte umweltbedingte Risikofaktor für Hautkrebs zu sehen. Denn durch häufige, ungeschützte Sonneneinstrahlung werden Schäden am Erbgut der Hautzellen begünstigt. Bereist eine einzige entartete Zelle genügt, um Krebs entstehen zu lassen. Häufiges Sonnenbaden, Solariumbesuche, verändertes Freizeitverhalten und eine längere Lebenserwartung haben die Menge der Sonnenexposition für die Zellen deutlich erhöht. Und damit auch das Hautkrebsrisiko.

Doch auch durch einen konsequenten UV-Schutz kann Schwarzer oder Weißer Hautkrebs nicht vollständig verhindert werden. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung spielt die Genetik. Menschen mit vielen Pigmentflecken haben ein deutlich höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Dieses Risiko verdreifacht sich, wenn sogenannte Nävus bereits seit der Geburt bestehen. Ebenso steigt das Risiko für Hautkrebs bei Menschen mit einem hellen Hauttyp exponentiell. Zu bekannten Auslösern für Hautkrebs zählen auch bestimmte Chemikalien. Um den Kontakt am Arbeitsplatz und damit das Risiko für Hautkrebs zu minimieren, existieren in Deutschland strenge Vorschriften zum Schutz von Arbeitnehmern.

Seit einigen Jahren vermuten Wissenschaftler zudem einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem humanen Papillomavirus und dem Auftreten von Hautkrebs.

 

Wie gefährlich ist Hautkrebs?

Etwa jeder 300. Mensch in Deutschland erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose „Hautkrebs“. Bei knapp 90 % handelt es sich dabei um Weißen Hautkrebs, nur gut 10 % sind vom Schwarzen Hautkrebs betroffen.

Weißer Hautkrebs bildet sich an Sonnenterrassen. Er ist weniger gefährlich als Schwarzer Hautkrebs, denn er metastasiert kaum. Das bedeutet, dass sich fast nie Zellen des Weißen Hautkrebses lösen, um sich an anderen Orten anzusiedeln. Zudem befällt ein Spinaliom ausschließlich die Oberhaut, ein Basaliom nur die Oberhaut und die Lederhaut, was die Hautkrebs Behandlung einfacher gestaltet.

Schwarzer Hautkrebs ist zwar seltener, dafür kann er sich auch in Körperregionen ausbilden, die nahezu niemals UV-Strahlung ausgesetzt sind. Zudem ist Schwarzer Hautkrebs dafür bekannt, dass er sehr früh in andere Körperregionen metastasiert. Es kommt daher vor, dass eine Chemotherapie zur Behandlung in Betracht kommt.

 

Wann sollten Sie bei Verdacht auf Hautkrebs besser zum Arzt gehen?

Wie bei allen anderen Tumoren auch, gilt: Je früher Hautkrebs erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Auch wenn die Erscheinungsformen relativ unterschiedlich sind, haben alle malignen Hauttumore eines gemeinsam: Sie sind im frühen Stadium auf die Haut begrenzt. Daher können Veränderungen durch regelmäßige Kontrollen ausgemacht werden.

Hierfür hat sich die Selbsteinschätzung mittels ABCDE-Regel bewährt. Doch wann sollten Sie diese durchführen?

Ein sogenanntes Nävus, umgangssprachlich als Muttermal oder Leberfleck bezeichnet, ist ein gutartiger Hauttumor. Es handelt sich um eine Ansammlung von pigmentbildenden Hautzellen, den Melanozyten.

Etwa 5 % der Nävus entwickeln sich zu malignen Hauttumoren. Um diese rechtzeitig zu erkennen, muss jedes Nävus regelmäßig selbst untersucht werden. Doch auch spontan können sich pigmentierte Hautveränderungen „aus dem Nichts heraus“ bilden und sollten nach der ABCDE-Regel inspiziert werden.

Die ABCDE-Regel ist eine Blickdiagnose. Wenn mindestens 1 der 5 Punkte positiv beantwortet werden kann, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Arzt vereinbaren.

  • A: Asymetrie – wenn Ihr Hautfleck nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich ist oder sich in der Form verändert hat, sollten Sie einen Arzt konsultieren
  • B: Begrenzung – weist Ihr Hautfleck verwaschene, unscharf begrenzte, gezackte, unebene oder raue Ränder auf, spricht das für eine Untersuchung bei einem Mediziner
  • C: Colour – hat Ihr Hautfleck unterschiedliche Färbungen innerhalb des Males oder hat er sich in der Farbe verändert, sollte er ärztlich untersucht werden
  • D: Durchmesser – misst die breiteste Stelle des Hautfleckes mehr als 5 mm, dann sollte das Pigmentmal regelmäßig medizinisch kontrolliert werden
  • E: Evolution – jede Veränderung des Hautfleckes in den letzten 3 Monaten, ebenso wie Juckreiz oder Blutungen aus dem Mal sollten Sie im Rahmen einer Hautkrebsfrüherkennung abklären lassen

 

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Hautkrebsfrüherkennung

Alle Hausärzte und Dermatologen mit einer entsprechenden Qualifizierung können die Hautkrebsfrüherkennung vornehmen. Vereinbaren Sie bei Bedarf dafür einfach einen Termin. Es gilt: Lieber einmal mehr kontrolliert als zu spät.

 

Was passiert beim Hautkrebsscreening?

Das Screening ersetzt die Selbstuntersuchung zu Hause nicht, sondern soll nur ergänzen, mit dem Ziel, Weißen und Schwarzen Hautkrebs frühzeitig zu erkennen und adäquate Therapien einleiten zu können. Durch das Hautkrebsscreening werden die Heilungschancen erhöht, aufwändige Operationen und Behandlungen vermieden und Leid der Betroffenen verringert.

Das Hautscreening selbst besteht aus zwei Teilen und dauert, je nach Anzahl der zu untersuchenden Hautveränderungen, zwischen 10 und 20 Minuten. Dabei inspiziert der Mediziner den gesamten Körper. Es ist wichtig, vor der Untersuchung keinen Nagellack aufzutragen, Körperschmuck abzulegen und auf Make-up wie auch auf aufwändige Frisuren zu verzichten.

Hat der Untersucher den Verdacht, es könnte sich um eine maligne Hautveränderung handeln, wird er die speziellen Male mithilfe eines computergestützten, digitalen Auflichtmikroskopes inspizieren. Diese Untersuchungsmethode ermöglicht eine starke Vergrößerung der Pigmentmale und einer Speicherung der Bilder im Computer zur Verlaufskontrolle.

 

Wer trägt die Kosten für eine Hautkrebsuntersuchung?

Seit 2008 haben alle gesetzliche Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr die Möglichkeit, alle 2 Jahre ein Hautkrebsscreening in Anspruch zu nehmen. Die Kosten für das Hautscreening tragen die Krankenkassen.

Wenn Sie jedoch Veränderungen auf der Haut wahrnehmen, müssen Sie nicht warten, bis Sie das Mindestalter erreicht haben. Bei Verdacht auf maligne Entartungen der Haut können Sie jederzeit einen Termin bei Ihrem Haus- oder Hautarzt vereinbaren. Die Hautscreening Kosten müssen Sie auch in diesem Fall nicht bezahlen.

 

 

Wie kann ich Hautkrebs vorbeugen?

Ob sich ein schwarzer Leberfleck oder ein Muttermal zu Hautkrebs entwickelt, hängt stark von Ihrer Lebensweise ab. Die meisten Hautkrebs Arten entstehen durch UV-Strahlung – was liegt näher, als der konsequent kontrollierte Umgang damit?

Denn die ultraviolette Strahlung in Sonnenlicht und Solarien belastet die Hautzellen, Sonnenbrände verstärken den Effekt. Daher sollten Sie sich konsequent durch Kleidung und Sonnencreme schützen sowie Solarien gänzlich vermeiden. Gleichzeitig wird UV-Strahlung jedoch auch für die Therapie von Psoriasis und zur Verstoffwechselung von Vitamin D benötigt.

Experten sind sich jedoch einig, dass dafür eine Sonnenexposition von etwa 10 Minuten täglich auf Gesicht und Unterarmen bzw. auf den betroffenen Hautstellen ausreichend sind.

 

Fazit

Weißer Hautkrebs oder Heller Hautkrebs ist die häufigere Form der Hauttumore, Schwarzer Hautkrebs die aggressivere. Während Weißer Hautkrebs sich vor allem auf sogenannten Sonnenterrassen bildet, kann Schwarzer Hautkrebs überall entstehen. Beide Arten sind jedoch auch für einen Laien mit dem bloßen Auge erkennbar.

Denn die Veränderung in Form, Farbe, Größe, Struktur oder Beschaffenheit bei einem Pigmentfleck ist es, die den Gang zum Arzt notwendig macht. Dort wird ein sogenanntes Hautkrebsscreening durchgeführt. Diese Kassenleistung dient dazu, Hauttumore im Frühstadium zu erkennen und notwendige Therapien sofort einzuleiten. Dann ist die Prognose bei Hautkrebs meist gut.

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