Hüftdysplasie

Dysplasie ist der Fachbegriff für eine Fehlstellung.

So bezeichnet man eine angeborene oder auch durch einen Unfall erworbene Fehlstellung der Hüfte als Hüftdysplasie. Da das Gelenk in seiner funktionierenden Form so fein in sich abgestimmt ist, führt auch schon eine kleine Fehlstellung zu Beschwerden im Hüftgelenk, zum Beispiel durch eine vorzeitige Abnutzung der Gleitflächen im Gelenk. 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Hüftdysplasie, die häufigsten medizinischen Behandlungen und was Sie tun können bei Beschwerden in der Hüfte.

Was ist eine Hüftdysplasie?

Bei einer Hüftgelenksdysplasie handelt es sich um eine Fehlbildung der Gelenkpfanne.

Die Gelenkpfanne überdacht im gesunden Gelenk den Oberschenkelkopf und sorgt dafür, dass dieser fest und stabil im Gelenk sitzt.

Umschließt die Gelenkpfanne das Gelenk nicht richtig, fehlt es dem Oberschenkelkopf unter Belastung an Halt und er kann ganz oder teilweise aus dem Gelenk rutschen. Dann spricht der Mediziner von einer Luxation des Oberschenkelknochens aus der Gelenkpfanne. 

Die meisten Fehlstellungen der Hüfte sind angeboren, meist verursacht die Fehlstellung bis zum jungen Erwachsenenalter keine Probleme.

Lässt man eine Dysplasie jedoch unbehandelt oder bleibt diese unentdeckt, können dann erhebliche Spätfolgen auftreten, wie Schmerzen in der Leiste, eine Begünstigung einer Coxarthrose oder eine schwere Gehbehinderung.

Wird die Fehlstellung schon im Säuglingsalter erkannt, kann diese in den meisten Fällen so gut behandelt werden, dass keine Spätfolgen oder Einschränkungen daraus resultieren. Es gibt entsprechende Vorsorgeuntersuchungen, wie das Hüftscreening bei Neugeborenen, das routinemäßig durchgeführt wird. 

Bei Erwachsenen ist das Ziel einer Behandlung die Schmerzfreiheit und Mobilität herzustellen. Wird eine Dysplasie im Erwachsenenalter diagnostiziert war sie entweder angeboren und wurde nicht erkannt oder ein Unfall oder Traumata ist verantwortlich für die erworbene Fehlstellung, zum Beispiel durch einen schweren Aufprall. 

Frauen sind häufiger betroffen, als Männer und circa 60 Prozent aller Dysplasien der Hüfte treten links auf. 
 

Symptome und Ursachen einer Hüftdysplasie

Durch die meist jahrelang unentdeckte Fehlstellung der Hüfte treten auch bei jungen Erwachsenen bereits Abnutzungserscheinungen im Hüftgelenk auf. 

Da das Gelenk nicht richtig sitzt, wird zum Beispiel der Rand der Gelenkpfanne beschädigt und die Knorpelschicht reibt sich über die Jahre hinweg ab.

Das Gehen und Stehen kann bereits Schmerzen verursachen, das Bein kann an Stabilität verlieren und sich so anfühlen, als würde es „wegknicken“.

Ebenso kann sich das Gangbild verändert haben, Betroffene hinken oft oder ziehen ihr Bein etwas nach.

Eine schmerzfreie Belastung des Hüftgelenks ist nicht mehr möglich und schräkt den Alltag der Betroffenen massiv ein.

Zudem kann sich der Schmerz auch auf andere Bereiche des Körpers ausbreiten, da die Fehlstellung der Hüfte sich auch auf den Rücken und das Knie auswirken kann. 

Ebenso kann eine Dysplasie durch einen Unfall entstehen, der durch den starken Aufprall das Hüftgelenk teilweise oder ganz ausrenkt.

Liegt eine schwerwiegende Hüftdysplasie vor, begünstigt diese auch die Entstehung einer Hüftgelenksarthrose.

In diesen Fällen wird das Hüftgelenk durch eine Prothese ersetzt. 

Wie kann eine Hüftdysplasie behandelt werden?

Besteht der Verdacht einer Hüftdysplasie werden Röntgenaufnahmen des Beckens angefertigt. Der Arzt kann auf Grund der Röntgenbilder und CT- Aufnahmen eine Diagnose stellen. Er betrachtet vor allem, die Überdachung des Hüftkopfes und den Stand des Oberschenkelkopfes im Gelenk und Anzeichen von Verschleißerscheinungen.

Bei Erwachsenen hilft meist nur noch ein operativer Eingriff, um die Fehlstellung des Gelenks auszugleichen.

Ist die Arthrose im Gelenk noch nicht weit fortgeschritten, kann von einem künstlichen Gelenkersatz auch abgesehen werden und durch einen korrigierenden Eingriff, die anatomisch richtigen Verhältnisse im Gelenk wieder hergestellt werden. 

 

Wie läuft die OP ab?

Ist die Hüfte noch nicht sehr stark von Abnutzungserscheinungen betroffen, wird meist eine Triple-Osteotomie durchgeführt.

 

Vorab kann der Patient Blut entnehmen lassen, damit ihm während der Operationm (die meist mit einem relativ hohen Blutverlust einhergeht) das eigene Blut gespendet werden kann. Der Eingriff findet unter Vollnarkose und in einer seitlichen Liegeposition statt.

Der Chirurg öffnet mit einem zehn Zentimeter langen Schnitt die Haut, damit er das Sitzbein freilegen kann.

Die Hüftpfanne wird aus dem Gelenk gelöst und die Knochen, die das Becken bilden, werden durchtrennt. Danach bringt der Chirurg die Hüftpfanne an die richtige Position und fixiert alles mit Schrauben. Der Ersatz des Gelenks kann mit dieser Methode einige Jahre verzögert oder manchmal sogar ganz umgangen werden. 

Wenn das Gelenk schon unter starken Verschleißerscheinungen leidet, wird zu einer Hüftprothese geraten. 

Bei jungen Erwachsenen greift man, auf Grund der noch langen Lebenserwartung und der höheren Belastung der Hüfte zu einer Oberflächenersatzprothese. Hierbei bleiben die Knochen im Gelenk unversehrt, lediglich der geschädigte Knorpel wird ersetzt.

Wie lange dauert der Heilungsprozess?

Nach dem Eingriff bleiben Patienten für gewöhnlich zwischen zehn und zwölf Tagen in der Klinik. Ab dem zweiten Tag nach der Operation werden erste Kräftigungsübungen verordnet und Übungen mit Krücken, sowie Treppensteigen. Anschließend werden meist drei bis vier Wochen Reha verordnet.

Die ersten sechs Wochen nach der Operation ist ein Beugen der Hüfte über 60 Grad nicht erlaubt.

Das heißt Patienten dürfen nicht sitzen. Betroffene sollten sich darauf einstellen, dass sie Hilfe beim Waschen und der Erledigung von alltäglichen Dingen benötigen werden. 

Bis zu drei Monate sollte die Hüfte entlastet und geschont werden, erst danach kann wieder einer Tätigkeit, wie beispielsweise der Büroarbeit, nachgegangen werden.

 

Über die Autorin

Corinna Aschenbrenner

B.A. Gesundheitsmanagement

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin

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