Geriatrie: kleine Häuser punkten mit Übersichtlichkeit

Geriatrie: kleine Häuser punkten mit Übersichtlichkeit

Der Trend in der medizinischen Versorgung in Deutschland geht - nicht zuletzt bedingt durch das Krankenhaus-Strukturgesetz - immer mehr in Richtung größere Versorgungszentren. Doch insbesondere für ältere Patienten kann dies ein Problem darstellen: Sie finden sich nicht mehr so leicht zurecht, oft haben sie kognitive Einschränkungen oder eine Demenz-Erkrankung - "dann sind sie mit einem großen Klinikapparat mit vielen Stockwerken und Räumen und häufig wechselnden Personal oft überfordert", berichtet Dr. Wolfgang Schneider, Chefarzt für allgemeine und geriatrische Reha an der Klinik Wartenberg in Oberbayern. "Für ältere Patienten ist es wichtig, dass es nicht so hektisch zugeht und dass man sich Zeit nimmt für ihre Bedürfnisse. Manche Abläufe müssen mit Geduld und Ruhe, manchmal auch mehrmals, erklärt werden. Dies gilt im Umgang mit Patienten, die sich ja in einer Ausnahmesituation befinden, allgemein; insbesondere aber für geriatrische Patienten." Kleinere Häuser mit ca. 200 Betten und übersichtlichen Stationen seien ideal, so der Geriatrie-Spezialist. Gut ist es auch, wenn das Pflegepersonal nicht ständig wechselt und die älteren Patienten eine Vertrauensbeziehung aufbauen können. Auf Geriatrie spezialisierte Häuser sollten es auch vermeiden, Patienten in einen allzu starren Therapieplan zu stecken und seine individuellen Ressourcen und Grenzen berücksichtigen. „Wenn jemand morgens langsam in die Gänge kommt, sollten die Therapien idealerweise eher am Nachmittag stattfinden“, erklärt Christina Sievers, die in der Klinik Wartenberg nicht nur die Ergotherapie-Abteilung leitet, sondern auch eine von zwei Demenzbeauftragten des Hauses ist.

Eine freundliche, familiäre und wertschätzende Atmosphäre - insbesondere für ältere Patienten ist sehr wichtig.

 

 


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