Augen OP – Bei welchen Erkrankungen der Augen ist sie notwendig?

Eine Operation, vor der sich viele Menschen fürchten oder zumindest großen Respekt haben, ist die Operation an den Augen. Schließlich sind sie ein sehr wichtiges Organ, von dem die meisten Menschen sehr abhängig sind. Nicht mehr sehen zu können wäre daher für viele Menschen eine absolute Horrorvorstellung. Doch welche Arten von Augenoperationen gibt es und wann sind sie notwendig? Das wollen wir Ihnen im folgenden Beitrag näher erklären.

 

Welche Arten von Augenoperationen gibt es?

Eine Augenoperation ist nicht immer gleich. Je nachdem, unter welcher Erkrankung der Patient leidet, werden verschiedene Verfahren genutzt, um die Augen zu behandeln. Im Folgenden stellen wir nun die häufigsten Erkrankungen der Augen und die dazu gehörenden Operationen vor. Bei allen Operationen und Korrekturen ist es jedoch wichtig, sich bei seinem behandelnden Arzt über die Risiken zu informieren, die es nun mal bei jeder Art der Operation gibt. Trotzdem gehören viele der genannten Operationen zu Standard-Eingriffen, wodurch sich die Risiken geringhalten.

Katarakt

Bei einer Katarakt, den meisten eher unter dem Begriff Grauer Star bekannt, handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich die Augenlinse des Betroffenen beginnt, nach und nach zu verschleiern. Vor allem mit zunehmendem Alter leiden immer mehr Menschen unter dieser Linsentrübung. Behandelt man diese Erkrankung nicht, nimmt die Sehleistung des Auges immer weiter ab und beeinträchtigt den Patienten damit im Alltag.
Die Behandlung des Grauen Stars findet in Deutschland rund eine Millionen Mal im Jahr statt. Damit gehört sie zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen überhaupt. Dementsprechend gibt es viele Augenärzte mit der entsprechenden Expertise.

Bislang kann die Katarakt nicht geheilt werden. Die Behandlung sieht daher so aus, dass die getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Der Eingriff dauert hierbei ungefähr 10 – 15 Minuten pro Auge. Eine Vollnarkose oder Sedierung kommt hierbei selten zum Einsatz, am häufigsten bei Angstpatienten. Die Operation wird von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt, jedoch nur, wenn eine Behandlung mit Monofokallinsen zum Einsatz kommt. Diese sind in der Lage, das Sehen in einer bestimmten Entfernung zu ermöglichen. Die Multifokallinsen hingegen ermöglichen das Sehen in zwei oder mehrere Distanzbereiche, sind jedoch auch teurer und müssen zum Teil selbst bezahlt werden.
Nach diesem Eingriff können die meisten Patienten nach einigen Stunden wieder gut sehen. Es kann jedoch ein bis zwei Wochen dauern, bevor man wieder scharf sehen kann. Der Patient wird deswegen in der Regel zwei Wochen krankgeschrieben.

 

Glaukom

Das Glaukom ist auch als Grüner Star bekannt. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine irreversible Schädigung des Nervengewebes an der Netzhaut des Auges. Er stellt deswegen mit die häufigste Ursache für Erblindungen dar. Es gibt einige Faktoren, welche die Entstehung eines Glaukoms erhöhen. Zu diesen gehören:

  • Erhöhter Augeninnendruck

  • Diabetes

  • Hoher oder niedriger Blutdruck

  • Hohes Alter

  • Flammer-Syndrom

  • Hohe Weitsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit

Das Glaukom kann sowohl operativ als auch medikamentös behandelt werden. In den meisten Fällen wird zunächst versucht, die Erkrankung mit Medikamenten zu behandeln. Hierbei kommen verschiedene Arten von Augentropfen zum Einsatz. Hilft das nicht, wird der Grüne Star, beziehungsweise der betroffene Zillarmuskel, mithilfe der sogenannten Laserzyklodestruktion verödet. Zusätzlich gibt es viele Möglichkeiten, wie sich der Druck im Augeninneren verringern lässt.
Die Glaukom Operation muss in der Regel vom Patienten selbst bezahlt werden, kostet aber auch nur zwischen 15 und 40 Euro.

Tränenwegsoperation

Unsere Augen werden durch unsere Tränenflüssigkeit feucht gehalten damit sie nicht austrocknen. Produziert das Auge jedoch zu viel Flüssigkeit, als abgeleitet werden kann, kommt es zu einem Flüssigkeitsüberschuss, wodurch das Auge ständig tränt. Oft ist auch eine Verengung des Tränenkanals die Ursache, da so die Tränenflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen kann. Das ist nicht nur störend, sondern kann auch zu Entzündungen führen.

In diesem Fall ist eine Tränenwegsoperation notwendig. Dabei wird die Fehlfunktion des Tränenkanals beseitigt und es wird verhindert, dass eine wiederkehrende Infektion eintritt. Die Operation wird immer in Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird die Tränenflüssigkeit durch einen chirurgisch geschaffenen Weg zur Nase abgeleitet. Die Operation wird entweder durch einen Hautschnitt oder einen Lasereingriff durchgeführt. Anschließend wird für drei Monate ein feines Silikonröhrchen platziert, damit sichergestellt werden kann, dass der Bypass während der Heilungsphase offen und funktionsfähig bleibt.

 

Augenmuskeloperation

Bei einer Fehlstellung der Augen, wie beispielsweise Schielen, kann eine Augenmuskeloperation Abhilfe schaffen. Bei dieser wird die Fehlstellung der Augen behoben, sodass beide Augen wieder gleichzeitig dasselbe Ziel fokussieren können. Doch nicht jede Fehlstellung muss zwangsläufig durch eine OP behoben werden. Vor allem geringe Fehlstellungen haben keine Auswirkungen auf die Sehfähigkeit der betroffenen Person, da unser Gehirn solche Störungen von alleine ausgleicht.

Sollte dies aber der Fall sein und die Sehkraft der Person unter der Fehlstellung leiden, sollte eine Augenmuskeloperation durchgeführt werden. Diese kann unter Vollnarkose stattfinden, in der Regel reicht aber auch eine örtliche Betäubung aus. Bei einem vorliegenden Schielen wird der sogenannte Schielwinkel des Auges chirurgisch korrigiert. Des Weiteren kann bei der Operation auch ein gelähmter Muskel behandelt werden. Während des Eingriffs wird die Bindehaut des Patienten gehöffnet und anschließend wieder vernäht. Dadurch kommt es zu einer Schwellung des Auges. Zugenäht wird die Bindehaut mit einem speziellen Garn, dass sich nach einer Woche von selbst auflöst. Die ersten Tage nach der Operation haben die meisten Patienten deswegen ein unangenehmes Gefühl im Auge, da dieser Garn als Fremdkörper wahrgenommen wird.
Ist diese Operation medizinisch verordnet, übernehmen die Krankenkassen die dafür anfallenden Kosten. Sollte es auch rein kosmetischen Gründen nötig sein, eine solche Operation durchzuführen, sollten die Modalitäten zur Kostenübernahme mit der Krankenversicherung angesprochen werden.

 

Laser-OPs

Sehr häufig kommt als Operationsmethode die Laser-OP in Frage. Operationen, die durch die Verbesserung der Gesamtbrechkraft des Auges Fehlsichtigkeiten beheben, werden refraktive Chirurgie genannt. Das kann beispielsweise bei einer Hornhautverkrümmung, bei Weitsichtigkeit oder bei Kurzsichtigkeit der Fall sein. Mit zu den gängigsten Verfahren der Augenheilkunde gehört die LASIK- und die PRK/LASEK-Behandlung.
Bei der LASIK-Methode erfolgt der Eingriff ambulant und dauert nur wenige Sekunden. Vor der Behandlung werden dem Patienten betäubende Augentropfen verabreicht. Sobald die Wirkung Eintritt, wird ein kleiner Deckel auf der Hornhautoberfläche präpariert. Dieser Hornhautdeckel wird anschließend aufgeklappt, um die Hornhautschicht freizulegen. Nun erfolgt die Laserbehandlung, bei der der Laserstrahl das Hornhautgewebe formt, damit dieses die richtige Krümmung erhält und die Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird.

Auch bei der PRK/ LASEK-Methode handelt es sich um einen sehr kurzen Eingriff, für den ebenfalls betäubende Augentropfen verabreicht werden. Bei der Behandlung wird die oberflächliche Zellschicht der Hornhaut entfernt. Danach beginnt auch hier die Laserbehandlung, bei der die Krümmung ausgeglichen wird und die Fehlsichtigkeit behoben wird.
Welche Behandlungsmethode für Sie die richtige ist, sollten sie vorher mit ihrem behandelnden Augenarzt absprechen. Als Patient muss man nach beiden Eingriffen die Augen nach Möglichkeit noch vier bis sechs Stunden geschlossen halten. Am Abend kann der Patient dann aber schon wieder normal sehen.
Bei den meisten Krankenkassen wird die Laserbehandlung nicht übernommen. Daher können auf den Patienten für beide Augen Kosten zwischen 2.000 und 5.000 Euro entstehen. Dafür muss der Patient nach der Operation aber weder eine Brille noch Kontaktlinsen tragen und kann damit auch wieder Kosten sparen.

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