Das Hüftgelenk

Die Hüfte verbindet den Oberkörper mit den Beinen, genauer gesagt das Becken mit den Oberschenkeln.

Durch den speziellen Aufbau des Hüftgelenks ist es möglich, die Beine in schier jede Richtung bewegen zu können, vor allem ermöglicht die Hüfte das Laufen, Gehen und Sitzen. Schmerzen in der Hüfte vermindern die Lebensqualität enorm und führen zu Fehlhaltungen und können so auch andere Bereiche des Körpers betreffen.


Erfahren Sie hier mehr über die Funktion des Hüftgelenks, die häufigsten medizinischen Behandlungen und was Sie bei Beschwerden in der Hüfte tun können.

Hüft OP

Wann ist eine Operation an der Hüfte sinnvoll und welche Verfahren gibt es?

Erfahren Sie hier mehr.

Aufbau und Funktion des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk ist die Verbindung des Oberschenkelkopfes, dem oberen Ende des Oberschenkelknochens und der Hüftbeinpfanne. 

Der Oberschenkelknochen wird durch Bänder und eine Gelenkkapsel in der Pfanne fixiert.

 

Das Hüftgelenk ist auf Grund seiner runden Form und weil über die Hälfte der Hüftpfanne um das Gelenk liegt, ein Kugelgelenk.

Der menschliche Oberschenkelknochen besteht aus einem Schacht und einem Hals.

Das obere Ende des Oberschenkelknochens bildet den Hüftkopf (Caput femoris).

Dieser hat bei Erwachsenen einen Durchmesser von ca. 3,5 cm.

 

Ein Band und eine Arterie versorgen den Hüftkopf mit Nährstoffen, sie verlaufen durch eine kleine Vertiefung auf dem Gelenkkopf. 

Die Hüftbeinpfanne (Acetabulum) besteht aus drei, bei Erwachsenen miteinander verschmolzenen Knochen.

Dem Schambein (Os pubis), dem Sitzbein (Os ischii) und dem Darmbein (Os ilium).

 

Bei Kindern sind die Knochen, auf Grund des Wachstums, noch nicht miteinander verwachsen. 

Sowohl der Hüftkopf als auch die Hüftpfanne sind mit einer Gleitschicht aus Knorpel überzogen.

Sie ermöglichen einen reibungslosen Bewegungsablauf der Beine und federn wie Stoßdämpfer Bewegungen ab.

 

Das Knorpelgewebe wird durch die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt und dient gleichzeitig als Gelenkschmiere.

Damit der Mensch aufrecht stehen und gehen kann, benötigt er starke Bänder an den Hüftgelenken, es sind sogar die stärksten Bänder des menschlichen Körpers.

Sie umwickeln den Oberschenkelhals und bilden einen Teil der Gelenkkapsel.

Durch die unterschiedliche Form der drei Bänder ist die Gelenkkapsel fast vollständig von Bändern umgeben. Diese stärken das Gelenk und sind gespannt, wenn man Aufrechtsteht oder die Beine gestreckt sind.

 

Die Bewegungsachsen des Hüftgelenkes

Das Hüftgelenk lässt also auf Grund seines raffinierten Aufbaus drei Bewegungsachsen zu.

Durch diese ist es zum Beispiel auch möglich, die Beine übereinander zu schlagen, sowohl sitzend als auch stehend.

Zusätzlich lässt das Hüftgelenk eine Innen- und Außenrotation der Beine zu, so kann man bei gestrecktem Bein den Fuß nach innen und auch außen drehen. 

 

Die Bewegungsachsen des Hüftgelenks

 

  • Die Anteversion ermöglicht ein Anheben des Oberschenkels, wird dabei das Knie gebeut ist eine Beugung von bis zu 140 Grad im Hüftgelenk möglich.

 

  • Durch die Retroversion kann der Mensch den Oberschenkel nach hinten strecken, um circa 15 Grad. Das Bein kann auch weiter nach hinten gebeugt werden, allerdings ist das nur möglich, wenn die andere Seite des Hüftgelenkes nach vorne kippt.

 

  • Die Abduktion erlaubt ein seitliches Abspreizen des Beines um maximal 45 Grad, Adduktion wird die Umkehrbewegung genannt.

 

Was tun bei Beschwerden an der Hüfte?

Treten Schmerzen in der Hüfte auf, sollten diese nicht ignoriert werden.

Schmerzen in der Hüfte oder der Leistengegend nach oder während einer Belastung können erste Indikatoren für eine Erkrankung an der Hüfte sein.

Zum Beispiel können gewohnte Bewegungen nicht mehr ohne Schmerzen durchgeführt werden.

Bei Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden und die Ursache festgestellt werden.

Je nach Diagnose kommen verschiedene Behandlungsansätze in Frage. In der Regel beginnt man mit konservativen Therapien

 

Wo kann ich mich behandeln lassen und worauf sollte ich achten?

An wen kann ich mich für eine Operation an der Hüfte wenden?

 

Operationen an der Hüfte werden in Krankenhäusern in den Fachabteilungen Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt oder auch gerne in spezialisierten Zentren der Kliniken, wie zum Beispiel einem Zentrum für Endoprothetik. Ebenso können Sie eine Hüft- OP bei einem niedergelassenen Orthopäden oder Unfallchirurgen in der Praxis durchführen lassen. 

Auf Grund der oft auch sehr komplexen Eingriffe haben sich einige Kliniken auf einen Fachbereich spezialisiert, Orthopädische Fachkliniken sind zum Teil besonders zertifiziert.

Diese Zertifikate können für Patienten eine wertvolle Orientierungshilfe sein.

Hüftprothese-Spezialisten sind in der Regel Fachärzte der Orthopädie, Hüftchirurgie, Unfallchirurgie und Endoprothetik.

Spezielle Kliniken für Hüftprothesen sind meist orthopädische Kliniken sowie Kliniken für Unfallchirurgie. Nur geschulte Hüftexperten können eine künstliche Hüftprothese minimalinvasiv einsetzen. Durch die Vielfalt an Prothesen und die Art des Eingriffs erfordert es einen hohen Spezialisierungsgrad des Operateurs.

Orthopädische Zertifizierungen

 

Endocert: Sie als Patientin oder Patient können an dem erteilten Zertifikat erkennen, dass sich eine Einrichtung intensiv mit dem Thema des künstlichen Gelenkersatzes des Hüft- und/oder des Kniegelenkes auseinandergesetzt hat und die, durch die Fachgesellschaft aufgestellten Qualitätsanforderungen, erfüllt. Auch hat sich die Klinik verpflichtet, die Behandlungsergebnisse ihrer Endoprothetik-Operationen konsequent zu überprüfen, Komplikation zu erfassen und sich am Endoprothesenregister Deutschland (www.eprd.de) zu beteiligen.

Auch die Fallzahlen für bestimmte Eingriffe können unter Umständen Aufschluss darüber geben, ob ein Krankenhaus für Ihren Behandlungswunsch geeignet ist. Hohe Fallzahlen bedeuten, dass die Klinik diesen Eingriff besonders häufig durchgeführt hat. Die behandelnden Ärzte werden also ein gewisses Maß an Erfahrung mit diesem Eingriff haben.

Allerdings sagen hohe Fallzahlen allein noch nichts über die medizinische Qualität der Behandlung in dem Krankenhaus aus. Sie sollten daher eher als eine zusätzliche Kennzahl betrachtet werden und sollten keine Entscheidungsgrundlage sein.
 

 

 

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Über die Autorin

Corinna Aschenbrenner

B.A. Gesundheitsmanagement

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin