Besuch im Krankenhaus


In den wenigsten Fällen stellt ein Krankenhausaufenthalt ein Grund zur Freude dar. Zudem wirft jede Ausnahmesituation viele Fragen auf: Was muss vorbereitet werden? Wie ist die Besuchsregelung? Woran sollten sich Patienten und Besucher halten? Wer gibt Auskunft über den Angehörigen im Krankenhaus? Erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema „Besuch im Krankenhaus“, sodass Sie beruhigt der bevorstehenden Behandlung entgegenblicken können.

Check-In

Zum Check-In melden Sie sich bei der Patientenaufnahme. Diese wird Sie an die richtige Station verweisen. Die für Sie zuständige Pflegekraft bringt Sie in Ihr Zimmer und bespricht in der pflegerischen Aufnahme alle geplanten Maßnahmen und die stationären Abläufe. Hier können Sie sämtliche Fragen und Wünsche anbringen. Sie erhalten von der Pflegekraft zudem den Schlüssel für Ihren Safe sowie notwendige Aufbewahrungsbehältnisse für Hilfsmittel und werden nach den Speisewünschen befragt.

Der Stationsarzt wird Sie ebenfalls aufnehmen und die geplante klinische Behandlung mit ihnen besprechen. Er wird Ihnen auch sagen, inwiefern Sie Bettruhe einhalten müssen oder Ihren Bewegungsradius auf die Station beschränken sollen.

Der Check-In ist insofern wichtig, da sowohl die Patienten als auch die Angehörigen alle relevanten Informationen über Besuche erhalten können. Wenn zur Aufnahme noch Unterlagen oder wichtige persönliche Hilfsmittel des Patienten fehlen, so können Angehörige gebeten werden, diese beim ersten Besuch mitzunehmen.

Ihr Aufenthalt im Krankenhaus

Bedenken Sie, dass der Krankenhausaufenthalt nicht nur den Patienten selbst betrifft. Eventuell müssen auch andere Personen mit einbezogen oder informiert werden.

  • Verwandte, Nachbarn oder Freunde für Besuche, Erledigungen oder Organisatorisches
  • Arbeitgeber für die Krankmeldung
  • Kindergarten oder Schule für die Krankmeldung
  • Personen mit Vollmacht für zu tätigende Unterschriften

Sie haben in den meisten Kliniken einen sogenannten ehrenamtlichen Helfer-Service, der sich bei Bedarf um Dinge wie Haustiere füttern, Termine absagen oder Kleidung besorgen kümmert. Wenn Sie keinen Angehörigen in der Nähe wissen, sprechen Sie Ihre zuständige Pflegekraft darauf an, Sie wird Ihnen Hilfe vermitteln.

Im Klinik-Alltag

Jedes Krankenhaus hat seinen eigenen Tagesablauf, der sich selbstverständlich individuell unterscheidet. Dennoch ist es notwendig, bestimmte Eckpunkte zu kennen, um als Patient oder als Besucher einer reibungslosen Behandlung nicht im Wege zu stehen.

Morgens beginnt die Pflegerunde zwischen 6 und 7 Uhr. Dabei werden vor allem die Befindlichkeiten der Patienten erfragt, ihre Vitalwerte bestimmt und bei Bedarf erhalten Patienten auch Unterstützung bei der Grundpflege. Ebenso bekommen die Patienten bei der Pflegerunde Informationen über anstehende Untersuchungen und Eingriffe. Bis zum Frühstück ist es als Patient daher ratsam, sich im Zimmer aufzuhalten und auf Besuche zu verzichten.

Nach dem Frühstück beginnt in der Regel die Zeit der Visite. Wenn Sie als Angehöriger gerne an der Visite teilnehmen möchten, dann erfragen Sie die genauen Zeiten bei der zuständigen Pflegekraft. Bedenken Sie nur, dass Sie während der Visite des Mitpatienten das Zimmer aus Datenschutzgründen kurz verlassen müssen.

Im Laufe des Tages finden verschiedene Untersuchungen und Eingriffe statt, die sich eventuell über mehrere Stunden hinziehen können. Daher kann es sein, dass die Patienten lange nicht in ihren Zimmern, sondern in den Untersuchungs- und Behandlungseinheiten sind. Informieren Sie als Patient Ihre Angehörigen darüber, damit diese einen Besuch besser planen können.

Krankenbesuche

Besucher sind im Krankenhaus jederzeit herzlich willkommen, denn sie unterstützen die Patienten in ihrem Genesungsprozess und verkürzen so manche Wartezeit. Die meisten Kliniken halten ein sehr großes Zeitfenster für Besuche bereit, zumeist von etwa 9 Uhr morgens bis etwa 21 Uhr abends. Die Besuchsdauer ist flexibel. Bitte nehmen Sie als Angehöriger Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Patienten. Kommen Sie lieber häufiger und dafür kürzer als einmal lang.

Intensivstationen haben meist andere Besuchszeiten, die individuell nach persönlicher Absprache abweichen können. Auch bei Patienten, welche im Sterben liegen oder wenn Angehörige weit anreisen müssen, werden die Besuchszeiten an die Gegebenheiten adaptiert.

Bei medizinischer, pflegerischer oder therapeutischer Anwendung des Patienten oder des Mitpatienten ist es oftmals notwendig, kurz das Zimmer zu verlassen. Beachten Sie als Besucher auch die Bedürfnisse des Mitpatienten, gegebenenfalls empfindet dieser die Angehörigen des Bettnachbarn als beengend oder belastend. In diesem Fall können Sie den Aufenthaltsraum der Station aufsuchen oder in das Patientencafe gehen.

Wenn Sie als Patient mit Ihrem Besuch das Zimmer oder die Station verlassen möchten, dann sprechen Sie dies mit der zuständigen Pflegekraft ab. Nur so ist ein optimales Zusammenspiel zwischen Untersuchungen, Behandlungen, Pflege und Versorgung gewährleistet. Geben Sie Ihre Handynummer an, damit die Pflegekraft Sie erreichen kann. Spaziergänge auf dem Gelände des Krankenhauses sind nur mit Genehmigung des Arztes erlaubt.

Mitbringsel und Geschenke im Krankenhaus

Für den Krankenbesuch dürfen Sie gerne eine Geschenk mitbringen. Blumensträuße sind ein gern gesehener Farbtupfer im Krankenzimmer. Doch auch Zeitschriften oder Bücher, welche die Wartezeit verkürzen, lassen den Krankenhaustag schneller vergehen – zumal die Freizeitgestaltung im Krankenhaus ihre Tücken hat. Frisch gebackene Mütter freuen sich zudem über Jahresalben zum Gestalten für den Nachwuchs oder eine erste Grundausstattung. Kinder lassen sich von Spielen, mit denen sie sich auch alleine beschäftigen können, begeistern. Oftmals steht ein kleiner Kiosk im Eingangsbereich des Krankenhauses für Inspirationen und kleine Einkäufe offen.

Unterbringung von Angehörigen

Es ist möglich, als Angehöriger mit im Krankenhaus zu bleiben, beispielsweise zur Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Menschen, bei Palliativ-Patienten oder zur Geburt des Kindes. Geben Sie diesen Wunsch bereits im Vorfeld an. Nur durch eine gute Bettenplanung ist es möglich, diesem nachzukommen und ein sogenanntes Rooming-In zu gewährleisten. Die Angehörigen müssen die zusätzlichen Kosten selbst tragen.

Einschränkungen des Besuchsrechtes

Wenn Sie Ihrem Angehörigen einen Krankenbesuch abstatten möchten und an einer viralen oder bakteriellen Infektion leiden, sollten Sie damit bis zum Abklingen warten. Denn Sie gefährden dadurch nicht nur Ihren Angehörigen, sondern auch andere Patienten, wenn Sie beispielsweise für einen Besuch mit einer Erkältung die Intensivstation betreten.

Prinzipiell dürfen Sie einen Besuch im Krankenhaus mit Baby oder Kleinkind planen. Ausnahmen sind hier Intensivstationen und Neugeborenenstationen. Bedenken Sie aber, dass Babys und Kleinkinder noch nicht über ein ausgereiftes Immunsystem verfügen und im Krankenhaus von Milliarden Keimen umgeben sind. Wenn es der Patient zulässt, können Sie daher beispielsweise über einen Besuch auf dem Gelände des Krankenhauses nachdenken und das Baby somit vor Krankenhausinfektionen schützen.

Zu Ihrer Sicherheit bei Besuchen

Die Hände berühren alles und tragen somit auch Keime weiter. Diese Viren oder Bakterien können bei geschwächten Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen. Um die Verbreitung von sogenannten nosokomialen Infektionen, also Krankenhaus-Krankheiten, zu vermeiden, ist die Händedesinfektion obligat.

Es ist also nichts Persönliches, wenn sich alle Mitarbeiter des Krankenhauses nach Kontakt mit Patienten oder Angehörigen die Hände desinfizieren, es dient Ihrem und dem Schutz der Mitpatienten. Als Angehöriger sollten Sie sich beim Betreten und Verlassen des Krankenhauses auch die Hände desinfizieren, um das Maß an Patientensicherheit zu erhöhen.

Fazit

Jeder Patient freut sich über Besuch, sei es von Angehörigen, Freunden, Nachbarn oder Kollegen. Da Besucher das Wohlbefinden der Patienten steigern und oftmals auch eine Unterstützung im Krankenhausalltag darstellen, sind sie gern gesehen. Nur wenige Regeln schränken den Besuch im Krankenhaus ein. Diese dienen der Patientensicherheit und der Versorgungsoptimierung, weshalb die meisten Besucher diese gerne einhalten.


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