Entbinden im Krankenhaus


Die Geburt eines Kindes ist neben der Hochzeit einer der schönsten Momente im Leben einer Familie. Schon bald lässt sich ein weiteres Familienmitglied begrüßen und ergänzt das gemeinsame Glück. Damit man sich auch richtig auf den Tag der Geburt und das darauffolgende Leben freuen kann, soll die Schwangerschaft so sorgenfrei wie möglich ablaufen. Deswegen empfiehlt es sich, möglichst früh ein passendes Krankenhaus auszusuchen und sich für eine Entbindungsmethode zu entscheiden. Doch diese Wahl ist alles andere als leicht, denn hier bieten sich den werdenden Eltern viele Möglichkeiten.

Welche ist nun die richtige für Sie?

Krankenhaus oder Hausgeburt?

Ein passendes Krankenhaus für die Entbindung auszusuchen, ist für manche Paare sehr einfach, wenn nur ein Krankenhaus in erreichbarer Nähe ist. Kommen im Umfeld aber mehrere Krankenhäuser, Geburts- oder auch Frauenkliniken in Frage, kann die Wahl schon mal schwieriger ausfallen. Als dritte Möglichkeit gibt es natürlich noch die Hausgeburt, von dieser wird aber, im Vergleich zu den anderen beiden Möglichkeiten, eher abgeraten. Sollte es bei der Geburt zu Komplikationen kommen, haben Sie hier nur beschränkte Möglichkeiten und keine optimale ärztliche Versorgung. Vor allem wenn während der Schwangerschaft Risiken und Komplikationen auftreten, sollte die Entbindung in einer Klinik vorgezogen werden. Zu solchen Risiken gehören beispielsweise chronische Erkrankungen der Mutter, eine Quer- oder Beckenendlage des Kindes, vorzeitige Wehen oder eine Frühgeburt.

Die Wahl des richtigen Krankenhauses

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Geburtsstätte ist natürlich die Nähe. Das Krankenhaus muss gut erreichbar sein und keine lange Anfahrt erfordern. Des Weiteren ist eine Kinderstation empfehlenswert. So können sie sicher sein, dass Ihr Baby wirklich optimal und von Spezialisten versorgt wird. Auch die Ausstattung im Kreißsaal sollte Ihre Ansprüche erfüllen. Hier kommt es natürlich darauf an, wie Sie entbinden wollen. Zudem sollten Sie sicherstellen, dass in dem Krankenhaus ein „Rooming-In“ angeboten wird, wenn Sie dies in Anspruch nehmen wollen. Beim Rooming-In liegt Ihr Kind nach der Geburt mit Ihnen in einem Zimmer. Hier gibt es je nach Krankenhaus oft unterschiedliche Arten. Bei manchen Kliniken sind Mutter und Kind Tag und Nacht zusammen in einem Zimmer, bei anderen wird das Baby nachts in ein Säuglingszimmer gebracht. Darüber hinaus gibt es in vielen Krankenhäusern Familienzimmer, in denen Sie als Eltern die ersten Tage gemeinsam mit Ihrem Kind erleben und sich aneinander gewöhnen können. Am wichtigsten bei der Wahl des Krankenhauses ist aber, dass Sie sich wohlfühlen. Das beste Krankenhaus bringt Ihnen nichts, wenn es Ihnen einfach nicht gefällt. Schauen Sie sich also im Vorfeld einige Krankenhäuser, Frauen- oder Geburtskliniken an und schließen sie bei der Entscheidung ihr Bauchgefühl mit ein.

Entbindung im Krankenhaus – Wann müssen Sie sich anmelden?

Damit Sie auch sicher sein können, einen Platz in dem Krankenhaus ihrer Wahl zu bekommen, sollten Sie die Geburt Ihres Kindes zeitig anmelden. Doch das ist nicht in jedem Krankenhaus möglich. Informieren Sie sich daher in Ihrem Krankenhaus, sobald Sie sich für eines entschieden haben und machen Sie am besten direkt einen Termin aus. In der Regel reicht es, wenn Sie sich ab der 30. Schwangerschaftswoche anmelden. Spätestens in der 36. Schwangerschaftswoche sollte die Anmeldung dann erfolgt sein, damit sowohl Sie als auch das Krankenhaus sich auf die Geburt vorbereiten können.

Hebammen als Unterstützung vor und während der Geburt

Sich während der Schwangerschaft von einer Hebamme unterstützen zu lassen, gibt den meisten Schwangeren ein sicheres Gefühl. Sie haben immer jemanden an der Seite, der sich um Sie und Ihr Baby kümmert. Hebammen führen regelmäßige Routine- und Vorsorgeuntersuchungen durch. Sie ist dadurch immer nah bei Ihnen, lernt Sie und Ihre Bedürfnisse kennen und kann Ihren Gesundheitszustand gut einschätzen. Wichtig ist aber zu sagen, dass die Untersuchung durch eine Hebamme nicht die gynäkologischen Untersuchungen ersetzt! Sie sind aber eine gute Ergänzung, um auf Nummer sicher zu gehen. Auch eine Geburtsvorbereitung wird von der Hebamme angeboten. Dadurch steht Ihnen die Hebamme bei Fragen zur Verfügung und bereitet Sie ideal auf den Tag der Entbindung vor. Wenn Sie Ihre Hebamme auch bei der Geburt dabeihaben wollen, sollten Sie sich um eine Beleghebamme kümmern. Bei „normalen“ Hebammen ist diese Leistung nicht mitenthalten. Natürlich stehen Ihnen auch im Krankenhaus Hebammen zur Seite, allerdings kennen Sie diese nicht und es kann vorkommen, dass diese durch Schichtdienste während Ihres Krankenhausaufenthaltes wechselt. Wenn Sie also eine Beleghebamme an ihrer Seite haben wollen, müssen Sie sich schon sehr früh um eine kümmern, denn diese sind sehr schnell ausgebucht.

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Die Zahl der Kaiserschnitte nimmt immer mehr zu. Nicht mehr wird sich nur aus rein medizinischer Sicht für diese Operation entschieden. Gründe dafür gibt es genug. Bei einem Kaiserschnitt bleiben Ihnen die Schmerzen einer Geburt erspart. Zumal lässt sich der Zeitpunkt und die Länge der Geburt besser abschätzen. Mögliche Verletzungen einer natürlichen Geburt können zudem vermieden werden, wie beispielsweise ein Darmriss. Dem gegenüber stehen aber auch viele Vorteile einer natürlichen Geburt. Schließlich ist ein Kaiserschnitt nicht gerade ein kleiner harmloser Eingriff. Es handelt sich bei diesen um eine große Bauchoperation, die mit vielen Risiken einhergeht. Zudem kann ein Kaiserschnitt Folgen für spätere Geburten haben, denn wenn Sie nach einem Kaiserschnitt natürlich gebären wollen, müssen Sie mit einem höheren Risiko für einen Gebärmutterriss rechnen. Ein Kaiserschnitt wird zudem ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt, weswegen die Säuglinge häufiger Fruchtwasser in der Lunge und so Atemprobleme haben. Wird das Baby auf natürlichem Weg geboren, überträgt sich die Bakterienflora des Geburtskanals auf das Kind und es wird schneller mit wichtigen Bakterien besiedelt. Für welche der beiden Methoden Sie sich entscheiden, ist alleine Ihre Entscheidung. Sollte der Kaiserschnitt allerdings nicht medizinisch notwendig sein, empfiehlt sich aber eher die natürliche Geburt.

Welche Entbindungsmethoden gibt es?

Haben Sie sich für die natürliche Geburt entschieden, gibt es viele Entbindungspositionen und -möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind zur Welt bringen können. Die klassischste Methode ist das Entbindungsbett. Hier können Sie verschiedene Positionen einnehmen und so zwischen einer Rücken-, Seiten- oder Vierfüßler-Position wählen. Diese Art der Geburt ist am schonendsten für die Mutter, da sie sich zwischen den Wehen gut ausruhen kann. Nachteile sind hier, dass sich der Druck auf den Steiß in einer liegenden Position erhöht und die Geburt durch das Fehlen der Schwerkraft ein länger hinziehen kann. Eine weitere Möglichkeit ist die Geburt im Stehen. Diese gilt als die effektivste Methode, da durch die Schwerkraft der Prozess beschleunigt wird. So kann die Mutter einfacher pressen und dabei besser atmen. Das Risiko eines Darmrisses ist im Stehen aber höher, die Abstützmöglichkeiten eher beschränkt und es kann zu Verspannungen, Kreislaufproblemen und Muskelkrämpfen kommen.

Eine gute Alternative zur stehenden Geburt ist die Geburt im Gebärstuhl. Die Vorteile und Nachteile sind hier dieselben wie bei einer stehenden Geburt, jedoch können Sie sich hier besser aufstützen und entspannen. Die letzte Gebärmethode ist die Wassergeburt. Diese Methode eignet sich besonders für Frauen, die bereits einen Kaiserschnitt hatten. Die Wassertemperatur beträgt hier meistens angenehme 37 Grad, wodurch sich die Muskeln zwischen den Wehen entspannen und das Scheidengewebe besser gedehnt wird. Zudem sind Darmrisse bei einer Wassergeburt seltener. Nachteil ist, dass die Wärme den Kreislauf möglicherweise belasten kann. Auf die Wassergeburt muss jedoch verzichtet werden, wenn mögliche Komplikationen während der Geburt auftreten können.

Für welche Methode Sie sich entscheiden, hängt von Ihrem persönlichen Wohlbefinden ab. Sie sollten sich für die Methode entscheiden, die für Sie die angenehmste darstellt. Jedoch sollten Sie vorab mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen, welche Methoden für Sie in Frage kommen, damit sowohl Ihre als auch die Gesundheit Ihres Babys gewährleistet ist.

Mit der Periduralanästhesie Geburtsschmerzen mindern

So gut eine natürliche Geburt für Ihr Kind ist: Sie ist mit großen Schmerzen verbunden. Viele Frauen gebären deswegen mit der Periduralanästhesie, kurz PDA. Bei dieser bekommt die werdende Mutter eine Spritze in die Wirbelsäule und wird dadurch betäubt. Oft bekommen die Frauen dann kaum noch etwas von den Schmerzen der Geburt mit. Jedoch können bei dieser Methode gewisse Nebenwirkungen eintreten. Durch die PDA kann es zu Taubheitsempfinden und Beeinträchtigung der Muskelkraft kommen. Zudem leiden viele Frauen dabei unter Kopfschmerzen und der Blutdruck kann abfallen. In sehr seltenen Fällen können allergische Reaktionen oder Nervenschäden die Folge sein. In der Regel ist eine PDA aber gut verträglich. Trotzdem sollten mögliche Folgen und Nebenwirkungen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Zudem sollten auch alternative schmerlindernde Methoden in Erwägung gezogen werden, wie beispielsweise Massagen, Wärme, Atemübungen, Akupunktur oder homöopathische Mittel.


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