Organspende – Wie sieht der Ablauf aus und wann kann ich spenden?

Organspenden sind ein sehr wichtiges, aber auch häufig kontrovers diskutiertes Thema. Worüber sich alle einig sind ist eins: Organspenden sind im wahrsten Sinne des Wortes lebensnotwendig. Wenn die eigenen Organe aufhören zu funktionieren, sind Organspenden, beziehungsweise Organtransplantationen die einzige Möglichkeit sein eigenes Leben fortführen zu können. Doch wie sieht der Ablauf einer Transplantation aus? Und wie kann ich selbst Spender werden?

Was ist eine Organspende?

Unter einer Organspende versteht man die Übertragung eines Organs von einem Organspender auf einen Empfänger. Diese geschieht, indem einem Organspender ein Organ entnommen wird, welches dem Empfänger wieder eingepflanzt wird. Ziel dieser Übertragung ist es, dem Empfänger das Überleben zu ermöglichen oder seine Lebensqualität zu steigern. Eine Organtransplantation wird notwendig, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Eine Transplantation ist also in den meisten Fällen die letzte Möglichkeit, um einen Patienten erfolgreich behandeln zu können. Da die Zahl der benötigten Organe höher ist als die der vorhandenen Spenden, müssen die Patienten oft mehrere Monate bis Jahre auf das passende Spenderorgan, wie beispielsweise eine Spenderleber oder eine Spenderlunge warten.

 

Welche Organe können gespendet werden?

Für eine Spende können folgende Organe in Frage kommen:

  • Herz
  • Lunge
  • Leber
  • Nieren
  • Bauchspeicheldrüse
  • Darm

 

Bei einer Lebendspende können nur Nieren und Teile der Leber gespendet werden. Auch Gewebe können gespendet werden.

Folgende Gewebe kommen dafür in Frage:

  • Horn- und Lederhaut der Augen
  • Herzklappen
  • Haut
  • Blutgefäße
  • Knochen-, Knorpel- und Weichteilgewebe
  • Gewebe aus Bauchspeicheldrüse oder Leber

 

Unter gewissen Umständen können Gewebespenden auch lebend durchgeführt werden.

 

Wie ist der Ablauf einer Organspende?

Die Organspende in Deutschland verläuft unter strengen Vorgaben und Richtlinien. Hier wird zwischen der postmortalen Organspende und der Lebendspende unterschieden.

 

Die postmortale Organspende

Sobald eine Person einen Unfall erleidet oder einer schweren Krankheit zum Opfer fällt, versuchen die Ärzte alles in ihrer Macht Stehende, um die Person zu retten. In einigen Fällen kann der Patient jedoch trotz aller Versuche und Bemühungen leider nicht gerettet werden. Tritt ein nicht behebbarer Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Stammhirns ein, kann der der Prozess der Organspende beginnen.

Die Todesfeststellung der Hirnfunktionen erfolgt nach den Richtlinien der Bundesärztekammer. Hierfür werden zwei dafür qualifizierte Ärzte eingesetzt. Diese Ärzte dürfen nicht an der Organspende beteiligt sein und auch nicht einem beteiligten Arzt unterwiesen sein. Um dann zu klären, ob der Verstorbene als Spender in Frage kommt, nehmen die Mitarbeiter des jeweiligen Krankenhauses Kontakt mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf.

Hat der Verstorbene während seiner Lebzeiten nicht selber verfügt, dass er seine Organe spenden möchte, beispielsweise durch den Besitz eines Organspendeausweises, werden die Angehörigen hinzugezogen. Diese müssen einer Organspende zustimmen. Stimmen die Verwandten zu, veranlasst die DSO Untersuchungen, in denen geprüft wird, ob die Organe des Verstorbenen problemlos einem anderen Patienten transplantiert werden können. Ist das der Fall, sendet die DSO die Daten an die Vermittlungsstelle Eurotransplant. Diese gleichen dann die Daten mit denen der Patienten auf den Wartelisten ab. Hierbei stehen Dringlichkeit und Erfolgsaussicht im Vordergrund.

Für die Entnahme des Organs wird von der DSO ein Entnahmeteam organisiert, welches sich darum kümmert. Das Organ wird wie bei einer normalen Operation entfernt und die Wunde im Nachhinein wieder verschlossen. Danach können sich die Angehörigen von dem Verstorbenen verabschieden. Das zu spendende Organ wird dann so schnell wie möglich zum Empfänger gebracht. Während es unterwegs ist, wird der Patient auf die Transplantation vorbereitet. Sobald es angekommen ist, wird es direkt eingesetzt.

 

Ablauf der Lebendspende

Auch wenn Sie noch leben, können Sie einige Ihrer Organe an nahestehende Menschen spenden. Wenn Sie sich dafür entscheiden, wenden Sie sich an die betreuenden Ärzte des Transplantations- oder Dialysezentrums. In einem Gespräch klärt der Arzt direkt mit Ihnen, ob eine Lebendspende in Ihrem individuellen Fall in Frage komme. Dies muss anschließend von der Landesärztekammer geprüft werden. Erfüllen Sie alle rechtlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen für eine Organspende, wird der Arzt Sie über alle Risiken des Eingriffs aufklären. Fällt Ihr Entscheidung weiterhin positiv aus, werden sowohl sie als Spender als auch der Empfänger stationär im Krankenhaus aufgenommen und untersucht. Die Transplantation erfolgt meistens direkt am Folgetag. Hierbei beginnt zunächst die Operation der Entnahme des Spenderorgans. Kurz bevor die Entnahme abgeschlossen ist, beginnt die die Operation des Empfängers, damit das Organ mit möglichst wenig Zeitverlust direkt eingesetzt werden kann.

 

 

Wie lange nach dem Tod kann ein Organ gespendet werden?

Sobald nach dem Eintritt des Hirntods eines Patienten ein Organ entnommen wird, muss dieses so schnell wie möglich zum Patienten gebracht werden. Organe spenden können jedoch nur Verstorbene, deren Gehirn vor allen anderen Organen versagt hat, sodass der Kreislauf weiterhin künstlich aufrechterhalten werden kann. So kann eine Organspende noch lange nach dem Tod ermöglicht werden.

Wie lange sich ein Organ nach der Entnahme hält, hängt von dem jeweiligen Organ ab. Nach der Entnahme verpacken die Ärzte das Organ steril in einer Kühlbox und bringen es schnell zum Empfänger. Herz und Lunge müssen innerhalb von vier bis sechs Stunden transplantiert werden. Die Niere hingegen hält bis zu 24 Stunden. Spätestens dann muss aber auch sie transplantiert werden.

 

Vorbereitung auf eine Organtransplantation

Patienten, denen eine Organtransplantation bevorsteht, können sich gut auf den Eingriff vorbereiten. Natürlich gelten zum einen die Empfehlungen, sich so gesund und fit wie möglich zu halten. Zumal gehört vor einer Transplantation auch die medizinische Versorgung in Zusammenarbeit mit den Ärzten, im besten Fall aus einem Transplantationszentrum, dazu.

Allgemeine Empfehlungen zur Vorbereitung auf eine Transplantation sind:

  • Die Vermeidung von Nikotin
  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Gesunde Ernährung
  • Gute Blutdruckeinstellung
  • Verzicht auf Alkohol

Zudem stehen regelmäßige medizinische Untersuchungen an, beispielsweise Untersuchungen am Herzen mittels EKG. Dadurch wird sichergestellt, dass kurzfristig keine Erkrankungen des Patienten vorliegen. Halten Sie sich an diese Empfehlungen, stellen Sie zum einen sicher, dass die Transplantation gut abläuft und zum anderen, dass Sie sich nach dem Eingriff schnell wieder erholen.

 

Voraussetzungen und Altersgrenzen für eine Organspende

Organe können nur von den Menschen gespendet werden, deren Gehirn vor allen anderen Organen versagt haben. So kann der Kreislauf aufrechterhalten und die Organe noch länger genutzt werden.

Um entscheiden zu können, ob man seine eigenen Organe spenden möchte, muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Dann kann man die Zustimmung für eine Organspende schriftlich dokumentieren, beispielsweise in Form eines Spendenausweises. Einer Organspende widersprechen darf man bereits im Alter von 14 Jahren. Eine Altersbegrenzung, bis zu welchem Lebensjahr man Organe spenden darf, gibt es nicht. Ob ein Organ gespendet werden kann, wird erst im Fall einer tatsächlichen Spende überprüft. Hier gilt also nicht das kalendarische Alter des Spenders, sondern das biologische Alter. In der Regel gilt: Je jünger die verstorbene Person, desto eher eignen sich die Organe zur Spende. Aber im Grunde können die Organe jedes Alters gespendet werden.

 

Tod im Krankenhaus

Ein Todesfall im Krankenhaus stellt Angehörige vor eine große Herausforderung. Wir erklären, wie Sie diese Situation meistern und woran Sie denken sollten.

Weiterlesen
Patientenrecht im Krankenhaus – Was steht mir zu?

Welche Rechte stehen Ihnen während Ihres Aufenthaltes im Krankenhaus zu? Wir haben die wichtigen Informationen für Sie zusammengetragen.

Weiterlesen
Krankenhauszusatzversicherung - für mehr Leistungen im Krankenhaus

Was Ihnen eine Krankenhauszusatzversicherung bringt – Wir informieren Sie über die Vorzüge. Was Sie erwarten können, worauf Sie achten müssen.

Weiterlesen

Weitere Themen

Aufenthalt

In dieser Rubrik erfahren Sie Nützliches & Wissenswertes rund um Ihren Aufenthalt im Krankenhaus: Informationen über Hygiene, Zuzahlung von Krankenkassen und viele weitere Themen.

Weiterlesen
Behandlungen

Hier berichten wir über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, Eingriffe und Therapieformen, die für die Heilung von Erkrankungen angewendet werden.

Weiterlesen
Fachabteilungen

Welche Fachabteilung im Krankenhaus ist für die Behandlung Ihrer Erkrankung zuständig? Wir zeigen Ihnen detaillierte Informationen über alle Fachabteilungen, die sich im Krankenhaus anfinden, und welche Erkrankungen dort behandelt werden.

Weiterlesen
Copyright (c) 2020 by Krankenhaus.de