Brustvergrößerung

Die Brust spielt bei vielen Frauen eine zentrale Rolle für das Körperbild und damit auch für den Selbstwert. Wenn Frauen ihre Brüste als zu klein empfinden, kann eine Brustvergrößerung Mittel der Wahl sein, um ein attraktiveres Erscheinungsbild, mehr Weiblichkeit und ein höheres Selbstbewusstsein zu erlangen.

Die Brustvergrößerung ist heutzutage in der Plastischen Chirurgie der weltweit am häufigsten vorgenommene Eingriff. Jährlich unterziehen sich etwa 1,6 Millionen Frauen dieser Operation, in Deutschland sind es etwa 66.000.

Doch was verbirgt sich hinter einer brustvergrößernden Operation? Wie lange können Implantate im Körper bleiben? Was ist nach der Operation zu beachten und wieviel kostet dieser Eingriff?

Erfahren Sie in diesem Artikel alles Wissenswerte zum Thema Brustvergrößerung.

 

 

Was ist eine Brustvergrößerung?

Unter einer Brustvergößerung (Mammaaugmentation) versteht sich die operative Vergrößerung der weiblichen Brust. Hierfür stehen heutzutage verschiedene Methoden zur Verfügung, die Risiken sind dabei sehr gering.

 

Warum sollte eine Brustvergößerung durchgeführt werden?

Die weibliche Brust zeigt sich sehr vielfältig in ihrer Form und Größe. Grund dafür sind Genetik und der Anteil des Fett- und Bindegewebes. Durch hormonelle Schwankungen innerhalb des Menstruationszyklus wie auch in den Wechseljahren wird ebenfalls Einfluss auf Form und Größe der Brust genommen. Zudem verändern Schwangerschaft, Stillzeit, Gewichtsveränderungen und das Alter das Brustgewebe und die Haut.

Der häufigste Grund für eine Brustvergrößerung ist mit Sicherheit der Wunsch, die in Relation zum übrigen Körper als zu klein empfundenen Brüste in der Größe anzupassen. Einige Frauen mussten schon in der Schulzeit Hänseleien über ihre Brust ergehen lassen oder erfuhren später in der Beziehung herablassende Bemerkungen durch den Partner. Das kann das ohnehin geringe Selbstwertgefühl noch weiter schwächen. Selbstverständlich verschaffen nicht-invasive Maßnahmen wie ein Push-up-BH vorübergehend Abhilfe, doch im Schwimmbad, bei körperlicher Nähe oder in der Sauna helfen diese nichts.

Jede Frau ist individuell und hat einzigartige Wünsche und Bedürfnisse. Dank der verschiedenen Möglichkeiten und der großen Auswahl an Brustimplantaten lassen sich harmonische Lösungen finden.

Neben rein ästhetischen Beweggründen gibt es jedoch auch noch eine Zahl medizinischer Indikationen, die für einen chirurgischen Eingriff zur Brustvergrößerung sprechen.

Hierzu zählen zum Beispiel

  • angeborene Deformationen
  • angeborene Asymmetrien
  • Fehlanlage einer Brustkorbhälfte
  • Verlust der Brust nach einer Krebserkrankung

 

Welche Voraussetzungen gibt es für eine Brustvergrößerung?

Prinzipiell können alle Frauen, die unter einer zu kleinen Brust leiden, eine brustvergrößernde Operation vornehmen lassen. Die gewünschte Veränderung sollte jedoch realistisch sein. Denn ein Überschreiten der empfohlenen Implantatgröße kann andernfalls zu gesundheitlichen Einschränkungen führen. Zudem sollte der Wunsch von der Patientin selbst kommen und nicht durch den Druck des Partners.

Doch es bestehen auch gewisse Kontraindikationen, die eine Operation vorübergehend oder gänzlich ausschließen.

Hierzu gehören beispielsweise

  • bestehende Schwangerschaft
  • schwere Autoimmunerkrankungen
  • keine Narkosefähigkeit
  • Alter unter 18 Jahre
  • akute Infektionen

 

Was kostet eine Brustvergrößerung?

Die Kosten für eine Brustvergrößerung hängen von der Größe und der Art des Materials ab, sowie vom Operationsverfahren. In Deutschland muss eine Patientin zwischen 4.500 und 8.000 Euro für eine Brustvergrößerung mit Implantaten rechnen.

Bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfett fallen Kosten von etwa 2.500 Euro an. Da der Volumenzuwachs bei einem Eingriff jedoch auf nur eine Körbchengröße begrenzt ist und weitere Eingriffe gegebenenfalls stattfinden müssen, ist diese Art der Brustvergrößerung dadurch manchmal auch mit höheren Kosten verbunden.

Die Brustvergößerung zu ästhetischen Zwecken ist ein medizinisch nicht notwendiger Eingriff, daher werden die Kosten in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Bei medizinischer Indikation, beispielsweise nach einer Krebserkrankung, verhält es sich anders. Auch Kosten zur Brustverkleinerung, beispielsweise bei Vorliegen einer Wirbelsäulen-Deformation durch zu hohe einseitige Belastung, werden normalerweise von den Krankenkassen getragen.

Viele Ärzte bieten eine spezielle Finanzierung an, sodass Sie die Kosten für die Brustvergrößerung in monatlichen Raten bezahlen können.

Seien Sie vorsichtig bei Schnäppchen im Ausland. Denn nur die Qualifikation und die Erfahrung des Chirurgen garantieren ein einwandfreies Ergebnis, dass Ihren Vorstellungen entspricht.

 

Welche Methoden zur Brustvergrößerung gibt es?

Die Brustvergrößerung wird durch erfahrene Plastische Chirurgen in niedergelassenen Zentren oder speziellen Kliniken durchgeführt.

Am weitesten verbreitet ist die Brustvergrößerung mit Implantaten. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Brüste jahrelang formstabil sind. Des Weiteren sind Implantate für die Brustvergrößerung um zwei Körbchengrößen oder mehr indiziert. In Bezug auf Form, Volumen und Größe bieten Implantate eine große Vielfalt, damit die Ergebnisse auf den Körperbau abgestimmt sind.

Die Brustvergrößerung mit Eigenfett ist eine weitere Möglichkeit der chirurgischen Intervention. Wenn Frauen über entsprechende Fettdepots an Bauch, Po oder Hüfte verfügen und sich nur eine kleinere Vergrößerung der Brust wünschen, wird das Körperfett entnommen, aufbereitet und direkt in die Brusthaut injiziert. Durch die Verwendung von Eigenfett ist die Infektionsrate deutlich geringer und es entstehen keine Narben.

 

Ohne Operation kommt die Brustvergrößerung mittels Hyaluronsäure oder Kochsalzlösung aus. Es ist eine sehr neue und noch unerforschte Methode. Die Mediziner können sich nicht auf Langzeitergebnisse stützen, weshalb diese Art der Vergrößerung selten angewandt wird. Zudem hält das Ergebnis nur durchschnittlich 18 Monate an, weil die Substanzen vom Körper resorbiert werden.

Nicht invasive Methoden zur Brustvergrößerung wie Cremes, Tabletten, Vakuumpumpen oder Heilpflanzen sind aus medizinischer Sicht umstritten und gelten in Fachkreisen als wirkungslos.

 

Wie läuft eine Brustvergrößerung ab?

Jeder Brustvergrößerung geht ein ausführliches, individuelles Beratungsgespräch voraus. Bei diesem werden nicht nur die Wünsche und Vorstellungen der Patienten erfragt, sondern auch der Ablauf der Operation und die Nachsorge erläutert.

 

Brustvergrößerung mit Implantaten

Zuerst wird ein Schnitt gesetzt, über den das Implantat später in den Körper gebracht wird. Eine kleine Inzision in der Unterbrustfalte ist am unauffälligsten und wird von den meisten Patientinnen als nicht störend empfunden. Wird gleichzeitig auch die Brustwarze in der Position korrigiert oder die Brust gestrafft, so erfolgt der Schnitt über den Warzenvorhof. Auch der Zugang über die Achselhöhle ist möglich, wobei die Enge auch zu Druckschäden am Implantat führen kann.

Anschließend wird das Implantat an die gewünschte Stelle gebracht. Es ist möglich, eine Position unter der Brustdrüse, unter der Faszie oder unter dem Brustmuskel zu wählen. Entscheidend für die Wahl der Positionierung ist die Gewebe- und Drüsenschicht. Nur in seltenen Fällen wird das Implantat unter die Brustdrüse gelegt. In der Regel wählen die Chirurgen eine geeignete Stelle unter der Faszie. Wenn das Ergebnis möglichst natürlich aussehen soll, dann kann die Position unter dem Brustmuskel für eine bessere Kaschierung sorgen.

 

Wird nicht nur ein Implantat eingesetzt, sondern die Brust gestrafft, wenden Chirurgen die sogenannte T-Schnitt-Technik an. Dabei wird zum Schnitt in der Unterbrustfalte nach der Implantation noch ein Schnitt bis um den Warzenvorhof gezogen. Die durch die Schnittflächen nach innen gezogene Haut erlangt dadurch Straffung.

 

 

Brustvergrößerung mit Eigenfett

Lipofilling wird das Verfahren genannt, bei dem der Chirurg Eigenfett spritzt. Besonders zur Brustvergrößerung von A auf C findet diese Technik Anwendung.

Störendes Fett wird aus Gewebepolstern entnommen, aufbereitet, gereinigt und konzentriert. Dann injizieren die Chirurgen dieses wieder in die Haut der Brust. Die Entnahme, ebenso wie die Injektion erfolgen ohne Schnitte, sodass keine Narben nach dem Eingriff sichtbar sind.

Durchschnittlich werden jedoch etwa 30 bis 40 % des Fettes nach der Injektion vom Körper wieder resorbiert, sodass das Brustvolumen nach etwa 3 Monaten verringert ist.

 

Welche Risiken birgt eine Brustvergrößerung?

Wie jeder andere operative Eingriff auch birgt die Brustvergrößerung gewisse Risiken. Die häufigsten sind Fibrosierung, Nachblutungen, Asymmetrie, Narbenbildung, Wundheilungsstörung oder Infektionen.

In den ersten Tagen nach der Operation sind Schwellungen, Hämatome, Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Deformitäten normal. Halten diese Beschwerden jedoch länger an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch Zysten oder Fettembolien müssen unbedingt behandelt werden.

In der Regel bleibt die Stillfähigkeit zu 90 % erhalten. Lediglich bei einem Schnitt um den Warzenvorhof ist das Risiko der eingeschränkten Stillfähigkeit erhöht.

 

Wie lange können Brustimplantate im Körper bleiben?

Die neuesten Brustimplantate können nicht platzen oder auslaufen. Sie halten in der Regel zwischen 10 und 20 Jahren. Die Hersteller garantieren eine hohe Qualität und Sicherheit. Für Sie als Patientin gilt: Wenn Sie keine Beschwerden haben, besteht kein Grund für einen Implantat-Wechsel.

 

Können Brustimplantate vorher getestet werden?

Moderne Frauen benötigen individuelle Lösungen. Daher existiert eine Vielzahl an Implantaten in Bezug auf Form, Größe, Füllmaterial und Außenwand. Die Bandbreite reicht von verschiedenen Wölbungen über runde und anatomische Formen bis hin zu rauen oder glatten Oberflächen. So lässt sich ein natürliches, unauffälliges oder pralles Dekolleté zaubern.

Vor der Operation können die Patientinnen mit Probe-Implantaten die ideale Brustgröße realistisch testen und im Spiegel sehen. Die Probe-Implantate, getragen in einem Spezial-BH, vermitteln einen Eindruck der neuen Brust in Größe und Form. So lässt sich beurteilen, ob die gewünschte Größe den Erwartungen entspricht, ob die Wirkung im Alltag mit Kleidung stimmig ist und ob der erste Eindruck unnatürlich scheint.

Dadurch sind die Patientinnen aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden und bekommen schon vor der Operation einen Eindruck von ihrer Traumbrust.

 

 

Brustimplantate gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Größen

 

 

Nachsorge bei Brustvergrößerungen

Versuchen Sie, wenn möglich, schon vor der Operation einige Dinge zu erledigen: Schwere Einkäufe tätigen, Notwendiges aus höher gelegenen Schrankfächern nach unten räumen und Oberteile mit Reißverschluss zurechtlegen.

Die Operation dauert in der Regel zwischen 1 und 1,5 Stunden und wird normalerweise ambulant durchgeführt. In einigen Fällen kann es nötig sein, eine Nacht zur Überwachung stationär im Krankenhaus zu verweilen.

Wenn der Chirurg sein Einverständnis gibt, können Sie schon kurze Zeit nach dem brustvergrößernden Eingriff die Klinik verlassen. Dann beginnt die Nachsorge.

Dazu gehört unter anderem

 

  • allgemeines körperliches Schonen
  • Brustverband in den ersten Tagen tragen
  • Stütz- und Kompressions-BH für ca. 4 Wochen tragen
  • auf dem Rücken schlafen für ca. 4 Wochen
  • Vermeidung von Sport für mindestens 6 Wochen, bei Belastungen für den Oberkörper mindestens 3 Monate
  • Vermeidung von Sonnenexpostition und Sauna für mindestens 6 Monate
  • Wundpflege und Narbenpflege für etwa 4 Monate

 

Nehmen Sie außerdem die Kontrolltermine beim Arzt wahr. Die Fäden werden bei komplikationslosem Verlauf nach ca. 10 Tagen entfernt. Beachten Sie, dass Sie zudem bei einem rein ästhetischen Eingriff nicht durch den Plastischen Chirurgen krankgeschrieben werden können. Sie sollten aber dennoch etwa 4 bis 7 Tage nicht arbeiten, je nach Art der Tätigkeit gegebenenfalls auch länger.

 

Fazit

Die Brustvergrößerung ist, im Gegensatz zur Brustverkleinerung, die weltweit häufigste Operation, die keine medizinischen Indikationen hat. Doch viele Frauen fühlen sich unwohl und möchten Größe, Form oder Füllung der Brust verändern, um ihr Selbstwertgefühl zu heben und sich weiblich zu fühlen.

In der Regel werden bei der Brustvergrößerung Implantate eingesetzt, da bei dieser Methode mehr Vielfalt im Hinblick auf Größe und Form besteht. Die neuesten Modelle garantieren eine Mindestverweildauer im Körper von 10 bis 15 Jahren. Doch auch mittels Eigenfett kann die Brust vergrößert werden. Aus Bauch, Gesäß oder Hüfte entnommen wird das Fett aufbereitet und unter die Brusthaut gespritzt. Diese Methode ist mit weniger Infektionen und keiner Narbenbildung verbunden.

Aufgrund der Häufigkeit der Eingriffe sind die Plastischen Chirurgen sehr erfahren und können die Wünsche der Patientinnen sehr gut erfüllen. Die Brustvergrößerung ist deshalb auch mit sehr wenig Risiko verbunden.

Geschieht die brustvergrößernde Operation rein aufgrund ästhetischer Wünsche, so übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür nicht. Doch viele Zentren bieten individuelle Möglichkeiten der Finanzierung, sodass sich die meisten Frauen ihren Traum vom perfekten Dekolleté leisten können.

 

Krankenhäuser für Brustvergrößerungen

Frauenklinik Dr. Geisenhofer Kartenansicht
21 29

Hygiene &
Sicherheit

75 6.919

Betten | Fälle

4.7

Gesamtnote

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AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG Kartenansicht
28 29

Hygiene &
Sicherheit

386 19.269

Betten | Fälle

4.8

Gesamtnote

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27 29

Hygiene &
Sicherheit

761 31.734

Betten | Fälle

4.3

Gesamtnote

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27 29

Hygiene &
Sicherheit

392 24.098

Betten | Fälle

2

Gesamtnote

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HELIOS Klinikum Meiningen Kartenansicht
21 29

Hygiene &
Sicherheit

562 19.704

Betten | Fälle

2.8

Gesamtnote

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