Verschluss einer Hernia umbilicalis

Verschluss einer Hernia umbilicalis

Der Nabel ist Zeit unseres Lebens ein Symbol der Verbindung zu unserer Mutter. Jeder Mensch besitzt einen Nabel und er ist einzigartig wie sein Träger. Doch was viele nicht wissen: Das Gewebe hinter dem sichtbaren Teil des Nabels bleibt auch nach der Geburt und der Abtrennung der Nabelschnur vulnerabel und dünn. Kleine Risse können daher bereits zu Problemen führen, sogenannte Hernien entstehen.

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie es zu einem Bauchnabelbruch kommen kann, wann es eine Indikation zur OP gibt, wie diese abläuft, wie lange Betroffene krankgeschrieben sind und welches Verhalten postoperativ die Genesung fördert.

Die Welt des Nabels

Der Nabel ist anatomisch gesehen eine Narbe, die nach der Geburt durch die Abtrennung der Nabelschnur entsteht. Alle Plazenta-Tiere, so auch der Mensch, besitzen einen Nabel. Über die Nabelschnur werden während der Embryonal- und Fetalzeit Sauerstoff und Nährstoffe der Mutter weitergegeben werden. In der Nabelschnur liegen drei versorgende Gefäße, die nach der Trennung der Nabelschnur den größten Teil der Narbe ausmachen und den Nabel formen.

Das Erscheinungsbild des Bauchnabels hängt von verschiedenen Faktoren wie Genetik, Muskulatur oder Belastung ab. Der Bauchnabel selbst besteht aus subkutanem Narbengewebe mit warzenförmiger Ausstülpung. Der Bauchnabelring kann verschiedene Erscheinungsformen haben. Nach der Geburt hat der Bauchnabel keine bestimmte Funktion mehr, er kann jedoch schmerzhaft in Erscheinung treten. Neben Entzündungen oder parasitären Herden ist vor allem der Bauchnabelbruch die häufigste Beschwerde.

 

Wie entsteht eine Nabelhernie?

Die Hernia umbilicalis, wie der Nabelbruch eigentlich heißt, ist kein Bruch im engeren Sinne, sondern eher ein Riss in der Bauchwandfaszie. Diese stabilisierende Bindegewebshülle hat eine Schwachstelle, welche direkt hinter dem Nabel liegt und vorgeburtlich die Austrittspforte der Nabelschnurgefäße war. Unter bestimmten Umständen kann diese Schwachstelle nachgeben und aussacken. Diese Aussackung, welche auch Bruchsack genannt wird, macht in der Regel keine Beschwerden.

Es können sich jedoch auch Teile der Bauchorgane oder versorgende Bauchgefäße in den Bruchsack schieben. Bei etwa 30% aller Erwachsenen lässt sich nach einem Riss auch ein Austritt, ein sogenannter Bruchinhalt, diagnostizieren. Dies stellt einen medizinischen Notfall dar. Risikofaktoren, welche die Entstehung eines Nabelbruchs begünstigen, sind körperliche Schwerstarbeit, Schwangerschaft, Adipositas (Fettleibigkeit) und Leberzirrhose. Bei diesen Menschen ist der Druck auf die Bauchwand höher als bei anderen Menschen, weshalb dann oftmals ein kleiner Reiz, beispielsweise schweres Heben, starker Husten oder heftiges Pressen bei Verstopfung, ausreicht, um einen Nabelbruch zu provozieren.

 

Einen Nabelbruch erkennen

Klare Anzeichen für einen Nabelbruch sind Vorwölbungen eines Bauchnabelteils. Diese Aussackungen sind besonders beim Husten, Pressen oder bei Belastung im Stehen deutlich erkennbar. Im Liegen verschwinden die Symptome des Nabelbruchs meist. Bei Erwachsenen heilt ein Nabelbruch nie ohne operative Hilfe, bei Kleinkindern manchmal im Rahmen einer Wachstumsperiode. Daher sollten Sie bei den ersten Anzeichen für einen Nabelbruch stets einen Arzt konsultieren.

 

Muss ein Nabelbruch operiert werden?

Bei Säuglingen heilt ein angeborener Nabelbruch zu 90% innerhalb des ersten Lebensjahres selbständig zu, da das Gewebe noch viele Wachstumsfaktoren bildet und die Zellteilung extrem angeregt ist. Auch bei Kindergartenkindern lässt man einen kleinen Nabelbruch in den meisten Fällen noch unbehandelt und beobachtet den Verlauf bis zur Einschulung. Bei älteren Kindern und Erwachsenen mit Nabelbruch empfiehlt der Arzt in den meisten Fällen eine Operation. Insbesondere wenn einer der folgenden Kriterien erfüllt wird:

  • der Bruchsack vergrößert sich
  • Schmerzen im Bereich des Nabels bei Belastung
  • plötzliche Vorwölbung, die sich im Liegen nicht zurückschieben lässt

Wenn das Gewebe der Vorwölbung stark schmerzempfindlich, prall und gerötet ist, handelt es sich um einen medizinischen Notfall! Es liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Einklemmung von Bauchorganen vor, die ohne sofortigen Eingriff absterben und zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können.

Die Nabelbruch OP

Operiert wird der Nabelbruch unter Vollnarkose oder Analgosedierung. Ersteres ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa drei Tagen verbunden. Eine Sedierung erfolgt ambulant und setzt lediglich eine Begleitperson, welche den Patienten von der Praxis abholt und in den ersten 24 Stunden nach der Nabenbruch OP betreut, voraus. Die Nabelhernie OP ist ein Routineeingriff. Die Art der Nabelbruch OP ist abhängig von der Größe des Risses.

Es existieren daher zwei verschiedene Methoden zur Behebung der Nabelbruch Symptome: die klassische offene OP und das minimal-invasive Verfahren. Bei der klassischen Operation, die bei Rissen, welche kleiner als 2 cm sind, erfolgt, wird über einen kleinen Hautschnitt der Bruchsack eröffnet, dessen Inhalt in den Bauchraum zurückgeschoben und die geschädigte Faszie zusammengenäht. Der Nachteil bei dieser Methode ist die vulnerable Narbe. In manchen Fällen kommt es zu einem erneuten Nabelbruch nach OP.

Die minimal-invasive Methode ist ein elegantes und kosmetisch korrektes Verfahren zur Behebung von Bruchlücken, welche größer als 2 cm sind. Dabei legt der Chirurg über zwei winzige Hautschnitte den Riss frei, schiebt den Bruchinhalt zurück in den Bauchraum und fixiert ein Kunststoffnetz über der Bruchlücke. Damit überlappt das Netz die gesunde Faszie und verschließt den Bruch vollständig. Innerhalb von zwei Wochen ist das Netz mit dem natürlichen Gewebe verwachsen und stabilisiert sicher den Riss. Auch große Nabelbrüche können mithilfe dieser Methode sicher verschlossen werden. Das Risiko der Wundinfektion ist bei dem minimal-invasiven laparoskopischen Verfahren erheblich geringer und die Belastbarkeit nach der Nabelbruch OP deutlich höher.

 

Verhalten nach der Nabelbruch OP

In der ersten Zeit kann es bei einer Nabelbruch OP zu kleinen Einblutungen, sogenannten Hämatomen, kommen. Diese lassen sich mithilfe von temporären Kälteanwendungen sehr gut behandeln und stellen dann kein Risiko für die Abheilung dar. Ebenso sind häufig Serome, also Flüssigkeitsansammlungen im Bereich der Naht, nach einer Nabelbruch OP zu verzeichnen, insbesondere wenn ein Netz eingesetzt wurde. Der Körper kann durch bauchdeckenentspannte Haltung die Flüssigkeit in den meisten Fällen dann problemlos resorbieren und dadurch den Druck auf das Nabengewebe reduzieren.

Nach der Nabelbruch OP erhalten Patienten eine Krankschreibung zwischen 7 bis 14 Tagen. Je nach Art des Berufes und der Belastung für den Bauch schwankt die Zeit, in der sich die Patienten körperlich schonen sollten. Kleine Belastungen hält die Narbe etwa nach 3 Wochen aus, schwere Belastungen erst nach ungefähr 3 Monaten.

Auch wenn das eingesetzte Netz bereits nach 24 Stunden soweit verwachsen ist, dass es sich nicht mehr verschieben lässt, sollten sich Betroffene etwa 3 bis 4 Monate lang keiner schweren körperlichen Belastung aussetzen und auf schweres Heben oder Tragen und Sport in diesen Wochen zu verzichten. Es ist zudem ratsam, in der Zeit der Narbenaushärtung Erkältungen mit Niesen und Husten frühzeitig zu behandeln und Verstopfungen präventiv zu vermeiden, um einen erneuten Nabelbruch nach OP zu verhindern.

Langfristig wirkt es sich vorteilig aus, wenn Betroffene nach einer Nabelbruch OP Übergewicht reduzieren und beim Husten oder Niesen mit der flachen Hand einen sanften Gegendruck auf den Nabel ausüben.

 

Fazit

Ein Nabelbruch kommt sowohl bei Säuglingen,Säuglingen wie auch bei Kindern und Erwachsenen vor. Klassische Nabelbruch Symptome sind vorgewölbte Bauchnabelteile, die sich im Liegen zurück in den Bauch schieben lassen. Während Ärzte im Kindesalter oftmals mit einer Operation warten, ist ein Nabelbruch bei Erwachsenen fast immer ein Fall für den Chirurgen. Die Nabelbruch OP stellt einen Routineeingriff dar und kann offen wie auch laparoskopisch erfolgen. Das Verhalten nach der Nabelbruch OP ist entscheidend für die Heilung der Narbe und die Belastbarkeit des Gewebes.

In der Regel ist die Krankschreibung nach einer Nabelbruch OP nur kurz, die Schonzeit jedoch etwas länger. Dafür können Betroffene aber nach dem Verschluss der Hernia umbilicalis und dem Abheilen der Narbe problemlos allen Tätigkeiten des Lebens wieder nachgehen.

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