Coronavirus und Covid-19: Die wichtigsten Fakten zur Krankheit


Das neuartige Coronavirus wurde erstmal im Dezember 2019 in der chinesischen Provinz Wuhan nachgewiesen. Ursprung scheint ein lokaler Tiermarkt zu sein, das ist aber nach derzeitigem Stand noch nicht konkret belegt. Coronaviren gibt es schon sehr lange. Seit den 1960igern Jahren sind (überwiegend harmlose) Infektionen von Menschen bekannt. Deshalb spricht man in der aktuellen Situation vom neuartigen Coronavirus. Das derzeitige Virus ist um einige Stufen gefährlicher, da es schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann, und bereits viele Todesfälle zu beklagen sind.

Die Mortalitätsrate des Virus kann noch nicht konkret festgelegt werden. In den verschiedenen Regionen sind starke Schwankungen von 0,8% bis hin zu 7% und mehr zu Verzeichnen. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Daten in den einzelnen Ländern unterschiedlich erhoben werden, und nur in bestimmten Intervallen aktualisiert und grenzübergreifend zusammengeführt werden. Außerdem finden die Tests überall in unterschiedlichen Maße statt. In diesem Zuge gehen Experten derzeit davon aus, dass es eine viel höhere Dunkelziffer von infizierten Personen gibt, die keinerlei Symptome zeigen. Auch diese Tatsache kann die Mortalitätsrate stark verzerren. Deshalb sind die aktuellen Zahlen mit Vorsicht und Bedacht zu verstehen.

In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Coronavirus, damit Sie informiert sind und sich und Ihr Umfeld bestmöglich schützen können.

Symptome des Coronavirus

Symptome wie trockenem Husten, Fieber und Abgeschlagenheit können Anzeichen für eine Erkrankung sein. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet. In sehr seltenen Fällen konnte ein vorrübergehender Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn festgestellt werden. Als häufigste Krankheitszeichen werden Fieber und Husten berichtet.

Die Krankheitsverläufe sind jedoch unspezifisch, vielfältig und variieren stark. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen. Die in einigen Fällen auftretende Atemwegserkrankung Covid-19 kann zu schweren Lungenentzündungen, Pneumonien, bis hin zum Tod führen. In 80% der Fälle verzeichnet man derzeit jedoch milde bis sehr milde Krankheitsverläufe.

Einige Patienten sind sogar völlig ohne Symptome. Deshalb ist es aber um so wichtiger, dass alle Bürgerinnen und Bürger aufeinander Rücksicht nehmen.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus wird von Mensch und Mensch übertragen. Man unterscheidet zwischen Tröpfcheninfektion und der Schmierinfektion. Diese beiden Übertragungsarten sind nach derzeitigem Stand möglich. Am häufigsten wird das Virus über die Tröpfcheninfektion übertragen: wenn Tröpfchen eines Erkrankten, beispielsweise über Husten, in die Atemwege und Schleimhäute einer anderen Person gelangen, ist die Gefahr einer Infektion gegeben. Hier können Atemschutzmasken eine zumindest unterstützende Rolle einnehmen, auch wenn die tatsächliche Schutzwirkung derzeit noch hinterfragt wird.

Auch die Schmierinfektion ist beim Coronavirus prinzipiell möglich. Bei dieser Art der Übertragung gelangen die Erreger über die Hände an Mund- oder Nasenschleimhaut. Eine Übertragung über die Bindehaut ist ebenfalls möglich. Obwohl der Umfang der Schmierinfektionen im Zuge der Coronakrise noch nicht belegt ist, empfiehlt es sich trotzdem den Kontakt der Hände mit dem eigenen Gesicht zu reduzieren.

Besteht die Gefahr einer Infektion über Bringdienste erfolgte Lieferungen (Lebensmittel, bestellte Pakete usw.)?

Das hängt von vielen Faktoren ab. Da die Übertragung über Schmierinfektion nach derzeitigen Stand eher selten erfolgt, ist hier von einem geringen Risiko auszugehen. Hilfreich ist es natürlich wenn Sie auch hier besonders auf die derzeit geltenden Hygienevorschriften achten: Hände gründlich waschen, gegebenenfalls desinfizieren, und die Lieferung nach Möglichkeit kontaktlos erfolgen lassen.

Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

Anfänglich bestand die Annahme, dass die Erkrankung vor allem ältere Menschen belastet. In letzter Zeit traten aber auch vermehrt Fälle bei jungen Menschen und sogar Kindern auf. Insgesamt zeigt die Erfahrung, dass Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen besonders gefährdet sind. Auch Raucher sind besonders gefährdet.

Folgende Vorerkrankungen sind ein zusätzlicher Risikofaktor:

  • Diabetes
  • Lungenerkrankungen
  • Herzprobleme- und Erkrankungen
  • Krebs
  • Patienten mit Immunschwäche oder Medikamenten, die das Immunsystem vorsätzlich schwächen, wie Cortison oder Biologika

Empfehlungen und Schutzmaßnahmen

Mittlerweile werden überall in Deutschland und Europa die Ausgangsmöglichkeiten begrenzt, um der Verbreitung des Virus entgegenzuwirken und die Infektionskurve zu Verflachen. Derzeit empfiehlt die Bundesregierung, soziale Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden, um so eine drohende Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern.

Wenn Sie folgende Handlungsempfehlungen befolgen, tragen Sie aktiv zum Gelingen dieses Vorhabens bei:

  • Begrenzen Sie Ausgänge auf ein Minimum und bleiben Sie Zuhause
  • Nehmen Sie nur die Nötigsten Treffen mit Familie & Freunde wahr
  • Öffentliche Versammlungen sollten komplett gemieden werden, derzeit geben die Behörden vor, dass sich maximal 2 Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen
  • Halten Sie einen Abstand von 1 – 2 Metern zu Ihren Mitmenschen
  • Achten Sie in dieser Zeit besonders auf Hygiene: oft, viel und gründlich Hände waschen
  • Einhaltung der Nies- und Hustetiquette: drehen Sie sich von Mitmenschen weg, Husten oder niesen Sie in Ihre geschlossene Armbeuge, um die Tröpfchenbildung und die damit einhergehende Gefahr einer Tröpfcheninfektion eingehend zu reduzieren

Was tun wenn Sie die Befürchtung haben sich angesteckt zu haben?

Auch wenn das Thema des Coronavirus derzeit sehr präsent ist: viele auftretende Symptome decken sich auch mit der für diese Jahreszeit übliche Grippe- und Erkältungswelle.

Deshalb gilt wie sonst auch: wenn Sie Symptome spüren, sollten Sie erst einmal die Ruhe bewahren, und wie folgt vorgehen.

 

1. Ziehen Sie in Betracht, dass ein Test nur dann Sinn ergibt, wenn mindestens eines der beiden folgenden Kriterien auf Sie zutrifft:

  • Sie hatten Kontakt zu einer Person, die durch einen Labortest erwiesen am Coronavirus erkrankt ist
  • Sie haben sich vor Kurzem in einen besonders betroffenen Land aufgehalten

Ein Test ist auch sinnvoll, wenn Menschen mit Vorerkrankung Symptome wie Fieber oder Atemprobleme verspüren.

In allen anderen Fällen sollten Sie zunächst den Ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktieren. Die geschulten Mitarbeiter dort können Ihren Fall in einem persönlichen Gespräch besser einschätzen. Wichtig: Auf keinen Fall sollten Sie bei mild auffallenden Symptomen direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses gehen. Derzeit werden die Kapazitäten in den Kliniken für die ernsten Fälle mehr denn je benötigt. Deshalb: nehmen Sie Rücksicht, bewahren Sie bei milden Symptomen die Ruhe, und prüfen Sie genau ob eine Fahrt in ein Krankenhaus wirklich unumgänglich ist.

 

2. Kontaktieren Sie Ihr örtliches Gesundheitsamt

Mit dem einfachen PLZ-Tool des Robert-Koch-Instituts finden Sie schnell heraus, welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist.

 

3. Begeben Sie sich in häusliche Quarantäne Isolieren Sie sich soweit wie möglich von Ihren Mitmenschen und vermeiden Sie unnötige Kontakte.

Ihr Gesundheitsamt wird Sie im folgenden eng betreuen und gegebenenfalls einen Test veranlassen. Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall das konkrete Vorgehen für Kontaktpersonen fest. Zu den Empfehlungen des Gesundheitsamtes kann gehören, zu Hause zu bleiben, Abstand zu anderen Personen zu halten sowie auf eine gute Belüftung der Wohn- und Schlafräume zu achten und Haushaltsgegenstände wie beispielsweise Geschirr und Wäsche nicht mit anderen zu teilen, ohne diese Gegenstände zuvor wie üblich zu waschen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein eigenes Badezimmer genutzt werden. Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich wie üblich gewaschen werden.

Warum sollten Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne?

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne von Infektion bis hin zum Auftreten der ersten Symptome, beträgt nach derzeitigen Erkenntnissen bis zu 14 Tage. Häufig treten die ersten Symptome aber bereits nach 5-6 Tagen auf. Wenn Sie also Kontakt zu einer am Coronavirus erkrankten Person gehabt haben, sollten Sie unbedingt Ihr Gesundheitsamt darüber in Kenntnis setzen, und sich in einer häuslichen Quarantäne isolieren.

Detaillierte Informationen zum Thema Quarantäne finden Sie in unserem Artikel Quarantäne – Alles was Sie wissen müssen. Hier finden Sie auch Regelungen bezüglich im Zuge einer Quarantäne aufkommenden Arbeitsunfähigkeit und der zugehörigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für Arbeitgeber.






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