Lupus Erythematodes

Was ist Lupus?

L93.-, M23.-

Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung des Bindegewebes, deren Krankheitsbild sich stark unterscheiden kann und davon abhängt, welche Organe sie befällt.

 

Symptome und Ursachen von Lupus

Ursachen

Die Ursachen für Lupus sind unbekannt.

Die Autoimmunerkrankung wird vererbt, allerdings erkrankt nicht jeder mit genetischen Risikofaktoren. Sonnenlicht, Infektionen und bestimmte Hormone gelten als mögliche Auslöser.

Letzteres könnte auch ein Grund dafür sein, dass Frauen im gebärfähigen Alter deutlich häufiger erkranken als der Rest der Bevölkerung.

 

Symptome

Die Symptome hängen unter anderem von den betroffenen Organen ab und ergeben ein sehr vielseitiges Bild an Beschwerden.

Möglich sind auffällige Hautrötungen, geschwollene Gelenke, Fatigue und Sonnenempfindlichkeit. Blutbildveränderungen und eine gestörte Blutgerinnung sind mögliche Folgen, die sich in Thrombosen und Petechien zeigen kann.

Entzündungen des Herzens und des Rippenfells sind typisch.

Dadurch klagen viele Patienten beim tiefen Einatmen über Schmerzen. Weit verbreitet unter Lupus-Patienten ist das Raynaud-Syndrom.

Werden die Hände kalt, färben sich einzelne Finger erst weiß und dann blau-rot und schmerzen.

 

Wie wird Lupus diagnostiziert?

Die Diagnose von Lupus erythematodes ist kompliziert, weil die Symptome so unterschiedlich sein können und es keine eindeutigen Marker gibt.

Die Blutuntersuchung prüft, ob verschiedene Antikörper vorliegen, die typische für Lupus sind. Zusammen mit Symptomen können Ärzte dann Lupus als Ausschlussdiagnose feststellen.

Außerdem nutzen Ärzte häufig Biopsien, um typische Veränderungen dieser Erkrankung an den Organen festzustellen. Da Lupus sich auf Herz und Nieren auswirken kann, werden diese Organe ebenfalls untersucht. 

 

Behandlung von Lupus

Die Beschwerden bei Lupus können durch Medikamente gelindert werden, die häufig ein Leben lang eingenommen werden.

Welche genau der Rheumatologe einsetzt, hängt auch von der Schwere der Erkrankung ab. Der auf die Haut beschränkte Lupus kann oft schon mit einer Kortison-Salbe kontrolliert werden. 

Kortison ist auch beim systemischen Lupus ein wichtiger Wirkstoff, um Schübe zu kontrollieren, weil es im Gegensatz zu anderen Medikamenten sehr schnell wirkt.

Teil der Therapie ist auch das Antimalariamittel Hydroxychloroquin, das Krankheitsschübe verhindern kann und Entzündungen der Organe verhindert.  Es benötigt jedoch Zeit, bis es wirkt.

Bei leichten Verläufen setzen Ärzte NSAR wie Ibuprofen ein. Immunsuppressiva kommen bei starken Entzündungen in Frage. 

Wenn die Standardtherapie nicht ausreicht, greifen Ärzte zu einem Antikörper namens Belimumab. Er hemmt das Immunsystem des Patienten.

 

Ist Lupus heilbar?

Lupus ist nicht heilbar. Die einzige Ausnahme davon ist eine seltene medikamenteninduzierte Variante: Sie klingt ab, wenn der Patient bestimmte Medikamente wieder absetzt.

Ärzte können die die Symptome von Lupus jedoch deutlich zu lindern und auch das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

 

Was können Betroffene selbst dagegen tun?

Wie bei jeder Autoimmunerkrankung ist es sinnvoll, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Besonders Stressreduktion und Nikotinentwöhnung sind hilfreich.

Betroffene sollten zudem Sonnenlicht und Solarien meiden. Außerdem sollten Lupus-Patienten auf ihren Impfschutz achten.

Patientinnen sollten auf eine Schwangerschaft verzichten, solange sie medikamentös nicht gut eingestellt sind. Sonst drohen Schübe.

 

Gibt es Spezialisten für die Erkrankung?

Lupus wird üblicherweise von Rheumatologen behandelt, die die besten Ansprechpartner für diese Erkrankung sind.

Je nachdem, welche Organe betroffen sind, ist das Hinzuziehen weiterer Fachärzte sinnvoll.

Es gibt zudem einige Kliniken, deren Rheumatologische Fachabteilung besonders viele Lupus-Fälle im Jahr behandelt.

 

Über die Autorin

Sarah Kreilaus

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin

Zuletzt aktualisiert: Juli 2022

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