Warzen behandeln

Fast jeder Mensch hat in seinem Leben einmal eine Warze. Diese ist fast immer harmlos und in der Regel verschwindet sie auch nach einigen Wochen bis Monaten ohne Behandlung wieder. Doch in diesem Zeitraum können vor allem Warzen an den Fußsohlen schmerzen und Warzen am Finger als störend empfunden werden. Mittlerweile existieren neben der operativen Entfernung beim Dermatologen auch viele Warzenmittel, die selbst Laien zu Hause sicher und effektiv anwenden können.

Dieser Artikel informiert Sie über die Ursachen von Warzen, die verschiedenen Arten sowie deren Behandlungsmöglichkeiten. So gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse und können demnächst die eigenen Warzen sicher erkennen und gezielt behandeln.

Was sind Warzen?

Warzen werden als Verrucas bezeichnet und sind kleine, scharf begrenzte Geschwulste der oberen Hautschicht (Epidermis). Je nach Art der Warze kann sie ansteckend sein oder nicht. Das Vorkommen ist nicht auf ein bestimmtes Alter begrenzt. In der Regel sind Warzen harmlos und verursachen keine körperlichen Beschwerden.

Die meisten echten Warzen sind flach oder nur leicht erhaben und gehen auf eine Infektion mit dem HP-Virus zurück. Per Kontakt- oder Schmierinfektion gelangen die Viren in den Körper und vermehren sich. Sie verstecken sich in den Hautzellen und verändern deren DNA, sodass das typische Hautbild entsteht. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch können Wochen bis Monate verstreichen. 

Es gibt jedoch auch unechte Warzen, die als Fibrome oder Keratosen bezeichnet werden. Zu diesen gehört beispielsweise die Stielwarze oder die Alterswarze. Die Ursachen hierfür sind bislang noch nicht geklärt.

 

Welche Formen von Warzen gibt es?

Vulgäre Warzen

Die auch als gewöhnliche Warzen oder Stachelwarzen bezeichneten Hautwucherungen sind die häufigsten Vertreter aus der Gruppe der echten Warzen. Sie werden durch humane Papillomviren verursacht. Die kleinen Hautknötchen sind insbesondere an den Händen oder an den Füßen vorzufinden, sowie in der Nähe des Nagelrandes. 

Anfang sind vulgäre Warzen nur stecknadelkopfgroß, sie nehmen aber schon bald die Größe einer Erbse an. Die im Anfangsstadium glatte Oberfläche verhornt mit der Zeit, sie wirkt dadurch zerrissen und ähnelt einem Blumenkohl. Die Farbe wechselt von natürlich hautfarben zu schmutzig-gelb. Vor allem bei Kindern treten vulgäre Warzen oftmals in großer Anzahl in Erscheinung. 

Stachelwarzen verursachen keinen Druckschmerz, keinen Juckreiz und keine Beschwerden, außer sie befinden sich an druckexponierten Stellen, beispielsweise der Auflagefläche für Stifte am Finger oder am Fußballen. In den meisten Fällen heilt eine Stachelwarze von allein, doch auch bestimmte Methoden zur Warzenentfernung helfen sehr gut gegen die Wucherungen. 

Pinselwarzen

Bei den Pinselwarzen handelt es sich um eine Sonderform der vulgären Warze, die besonders bei älteren Menschen auftritt. Sie sind gekennzeichnet durch ihren langen, fadenförmigen Stiel. Die prädestinierten Stellen für Pinselwarzen sind Augenlider, Lippen oder Nase. Pinselwarzen dürfen nicht mit Stielwarzen oder Alterswarzen verwechselt werden, denn sie werden durch das HP-Virus verursacht und sind ansteckend.

Anders als vulgäre Warzen verursachen Pinselwarzen Juckreiz. Durch die besondere Form empfinden viele Menschen diese Warzen als unästhetisch. Zudem können Betroffene das Warzengewebe beim Waschen, Rasieren oder Abtrocknen verletzen. Deshalb ziehen viele Menschen eine Warzenbehandlung in Betracht. 

Dornwarzen

Die auch als Fußsohlenwarzen bezeichneten Wucherungen sind echte Warzen und werden ebenfalls durch einen Subtyp des HP-Virus ausgelöst. Vor allem in Schwimmbädern, in der Turnhalle, in Fitnessstudios, in Gemeinschaftsduschen und –umkleiden werden die Viren weitergetragen. 

Dornwarzen haben, im Gegensatz zu allen anderen Warzen, keine erhabene Form, sie wachsen stattdessen nach innen. Ursache ist die Lokalisation: Denn Dornwarzen befinden sich vorrangig an den Fußsohlen, auf denen das gesamte Körpergewicht lastet und die wuchernde Haut nach innen in die Unterhaut drückt. Dadurch können Dornwarzen starke Schmerzen beim Gehen verursachen, wenn sie Nerven im Fuß komprimieren. 

Um schmerzende Dornwarzen zu entfernen, gibt es verschiedene Methoden. Es dauert allerdings eine Weile, bis die gesamte Warze entfernt ist.

Flachwarzen

Flachwarzen, oder auch Planwarzen, sind hochansteckende, durch HP-Viren verursachte echte Warzen, die besonders Kinder und Jugendliche betreffen. Sie befinden sich vorrangig im Gesicht, aber gelegentlich auch an anderen Körperstellen. Besonders nach einer durchstandenen Krankheit, wenn das Immunsystem geschwächt war, brechen diese Warzen aus. 

Aufgrund des starken Juckreizes, der mit den Flachwarzen einhergeht, kommt es zu häufigem Kratzen. Dann bilden sich entlang der Kratzmale neue Flachwarzen, weil die Viren über die Nägel verteilt werden. Um dies zu verhindern, können sie mithilfe verschiedener Warzenmittel schnell und sicher entfernt werden. 

Dellwarzen

Dellwarzen werden durch das Molluscum-contagiosum-Virus ausgelöst und sind harmlose Hautknötchen. Dellwarzen treten besonders in Gruppen auf oder sind locker über den Körper verteilt, nie allein. Sie sehen vulgären Warzen sehr ähnlich und können leicht mit diesen verwechselt werden.

Während Kinder Dellwarzen besonders im Gesicht, am Hals oder in den Achselhöhlen haben, finden sich bei Erwachsenen Dellwarzen vorrangig in der Genitalregion. 

Dellwarzen enthalten im Inneren ein hochinfektiöses Sekret, das selbst bei indirektem Kontakt eine Infektion auslösen kann. Vor allem beim Schwimmen oder Saunieren, wenn die Haut aufgeweicht ist, dringen die Viren leicht selbst in die intakte Oberhaut ein und vermehren sich dort. Auch Wunden, Neurodermitis oder andere Hauterkrankungen begünstigen eine MC-Virus-Infektion.

Die Hautknötchen verschwinden in der Regel von selbst wieder, doch sie können sich jahrelang halten. Wer das nicht abwarten möchte, kann Dellwarzen mit verschiedenen Methoden behandeln und dadurch entfernen.

Feigwarzen

Feigwarzen, auch als Feuchtwarzen oder Genitalwarzen bezeichnet, sind eine Variante der echten Warzen, die ebenfalls durch einen Subtyp des HP-Virus hervorgerufen werden. Auch Kondylomaviren können zu Feigwarzen führen. Sie treten ausschließlich im Genital- und Analbereich auf und werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. 

Im Anfangsstadium scheinen die nur wenige Millimeter großen, fleischfarbenen Knötchen sehr unscheinbar. Später entwickeln sie sich jedoch zu größeren, weißen Hautlappen-ähnlichen Gebilden. In der Regel kommen Feigwarzen in großer Anzahl vor. 

Sie können mithilfe verschiedener Warzenbehandlungsmethoden Feigwarzen entfernen. 

Alterswarzen

Alterswarzen sind keine echten Warzen, sie werden als Keratosen bezeichnet. Sie haben kein Virus als Ursache und sind daher auch nicht ansteckend. Der Ursprung der Keratosen ist bisher noch nicht hinlänglich geklärt.

Alterswarzen treten, wie der Name vermuten lässt, vor allem im höheren Lebensalter auf. Sie bilden sich insbesondere im Gesicht, an Brust und Dekollete, Handrücken und an den Armen. Das Aussehen variiert sehr, weil es verschiedene Unterformen der Alterswarze gibt. 

Aufgrund der Ungefährlichkeit müssen Alterswarzen nicht entfernt werden. Wenn sie die Betroffenen jedoch als störend oder unästhetisch empfinden, können sie durch einen Mediziner abgetragen werden. Keinesfalls sollten Sie Alterswarzen abbinden oder selbst mit der Schere oder dem Küchenmesser entfernen. 

Stielwarzen

Auch Stielwarzen gehören nicht zu den echten Warzen. Es handelt sich dabei eher um gutartige Wucherungen der Hautzellen, weshalb sie auch als Fibrome bezeichnet werden.

Stielwarzen sehen aus wie kleine, gestielte, hautfarben Anhängsel, die familiär gehäuft auftreten. Stielwarzen sind harmlos und nicht ansteckend. Vor allem am Hals und im Gesicht sind sie vorzufinden. Dort werden sie häufig als störend empfunden, zum Beispiel beim Rasieren oder beim Kette tragen, oder sie zeigen sich als kosmetisches Makel.

Daher entscheiden sich viele Betroffene, Stielwarzen chirurgisch entfernen zu lassen. Anders als bei echten Warzen helfen Warzenmittel bei Stielwarzen nicht.

 

Risikofaktoren für Warzen

Warum bekommen manche Menschen ständig Warzen und andere nie? Verschiedene Risikofaktoren können die Bildung von Warzen begünstigen. Dazu zählen vor allem starkes Schwitzen, eine Minderdurchblutung, ein geschwächtes Immunsystem, Allergien oder Hauterkrankungen. Auch seelischer Stress sowie Rauchen können die Morbidität erhöhen. 

Wenn Menschen bereits eine echte Warze haben, können sie die Viren verteilen und sich selbst an anderen Körperstellen sowie andere Menschen infizieren. Durch Handtücher, Rasierapparate, verletzte Haut oder Kratzen siedeln sich schnell Viren an und breiten sich aus.

 

Was hilft gegen Warzen? 

Verschiedene Hausmittel gegen Warzen können hilfreich sein, um diese zu entfernen. So wird dem Saft des Schöllkrautes oder des Löwenzahns eine Warzen-abtötende Wirkung nachgesagt, wenn man diesen mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen tupft. 

Auch Teebaumöl hat eine nachgewiesene antivirale Wirkung und kann in verdünnter Form mehrmals täglich auf die Warzen aufgetragen werden. Mehrere Studien konnten jedoch keinen eindeutigen Beweis zur Wirksamkeit des Teebaumöls als effektives Warzenmittel erbringen. 

 

Welche Behandlungen gibt es? 

Medikamentöse Behandlungsmethoden können nur von Menschen selbst zu Hause angewendet werden, wenn keine Grunderkrankung wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen vorliegen. Zudem empfiehlt sich die Selbsttherapie nicht bei Kindern unter 12 Jahren. 

Hornhautauflösung

Bei der Entfernung der Hornschicht benötigen Sie Tinkturen, Cremes oder Pflaster mit Salizylsäure, Milchsäure oder Vitamin-A-Säure. Diese Warzenmittel sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Jedes Produkt ist aber unterschiedlich in der Anwendung, deshalb sollten Sie sich unbedingt vorher die Packungsbeilage durchlesen. Viele der Produkte können bei unsachgemäßem Gebrauch schwere Schäden der Umgebungshaut verursachen. In der Regel müssen Sie mehrere Wochen behandeln, bis sich die Hornschicht auflöst und dadurch die Warze nach und nach abgetragen werden kann.

Kryotherapie

Bei der Kryotherapie werden die Warzen vereist. Mithilfe eines Applikators können Sie flüssigen Stickstoff auf die Warze auftragen und damit die Struktur zerstören. Das Vereisen muss gegebenenfalls mehrmals mit Abständen von einer Woche wiederholt werden, je nachdem, wie groß oder tief die Warze ist. Die Kryotherapie gilt als die schnellste Methode für die Warzenentfernung zu Hause und ist bei sachgemäßem Gebrauch am gewebeschonendsten. 

 

Warzen im Gesicht, im Genitalbereich oder am After sollten nicht mit den herkömmlichen Warzenmitteln therapiert werden.

Hier sollte ein Arzt konsultiert werden, ggf. macht es Sinn diese Warzen durch den Arzt operativ entfernen zulassen, da die Stellen sehr empfindlich sind. 

 

Fazit

Echte Warzen wie Dornwarzen, vulgäre Warzen oder Dellwarzen werden durch Viren übertragen und sind hochansteckend. Um einerseits die Übertragung auf andere Menschen oder in andere Körperregionen zu verhindern und andererseits kosmetisch oder physikalisch störende Hautwucherungen zu entfernen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die rezeptfreien Warzenmittel können von Laien bei guter Allgmeingesundheit erfolgversprechend angewandt werden. 

 

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