Die passende Reha Klinik finden


Chronische Erkrankungen beeinträchtigen die Betroffenen nicht nur im alltäglichen Leben, sie beeinflussen vor allem die Lebensqualität. Zudem gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen chronischer Erkrankung und Berufseinschränkung wie auch zwischen Langzeit-Erwerbsunfähigkeit und Frühberentung. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, haben Betroffene in Deutschland einen Anspruch auf eine sogenannte Reha. Ziel dieser Maßnahme ist es, die körperliche, seelische und geistige Gesundheit wiederherzustellen oder zu verbessern, sodass die Erwerbsfähigkeit erhalten bleibt. Langfristig soll dadurch die vorzeitige Erwerbsunfähigkeit abgewendet werden.

Doch was ist eigentlich eine Reha oder eine Kur? Wem steht eine Maßnahme zu und wie erhalte ich diese Leistung? Wie finde ich eine passende Reha Einrichtung und welche Kurklinik erfüllt meine Wünsche?

Reha oder Kur? Was ist der Unterschied?

Reha

In Deutschland umfasst der Begriff „Reha“ alle Maßnahmen der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. Die Leistungen der medizinischen Reha werden durch Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten in einer speziellen ambulanten oder stationären Einrichtung erbracht.

Ziel einer Reha ist die Erwerbsfähigkeit zu erhalten, den Gesundheitsschaden abzuwenden oder zu mildern oder die Pflegebedürftigkeit zu verzögern. Bezahlt werden Rehabilitationen von der Kranken-, Renten- oder Unfallversicherung, der Jugend- oder der Sozialhilfe. Auch wenn der Fokus auf dem Kreis der Arbeitnehmer liegt, existieren auch verschiedene Rehabilitations-Formen für Rentner, Kinder, Jugendliche oder Familien. Eine Reha kann ambulant wie auch stationär erfolgen.

Die klassische Rehabilitation findet meist direkt im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt statt und wird als Anschlussheilbehandlung bezeichnet. Es gibt jedoch auch die reine Rehabilitation, bei der der Patient die Maßnahme von zu Hause beantragt und bei Bewilligung auch aus dem häuslichen Umfeld antritt. Darüber hinaus versorgt die spezielle geriatrische Rehabilitation ältere oder multimorbide Menschen, die in einer klassischen Rehabilitationseinrichtung aufgrund ihrer vielen Erkrankungen oder wegen des erhöhten Pflegeaufwandes nicht therapiert werden können.

Sie können alle 4 Jahre eine Reha beantragen. Wenn sich Ihr Zustand allerdings verschlechtert oder Sie aufgrund einer anderen Erkrankung erwerbsunfähig werden könnten, kann die Reha auch früher beantragt werden.


Kur

Im Gegensatz dazu stellt die Kur eine Maßnahme dar, die der Gesunderhaltung und der Prävention dient. Mithilfe verschiedener gesundheitsfördernder Anwendungen, vor allem durch Therapeuten, können die Betroffenen Energie tanken, Entspannung gewinnen und neue Kraft schöpfen.

Ziel ist die Stärkung der geschwächten Gesundheit ohne besonderen Fokus auf akute oder chronische Erkrankungen. Die Kosten einer Kur werden nur zum Teil von der Krankenkasse übernommen.

Kuren können ambulant oder stationär erfolgen und umfassen normalerweise einen Zeitraum von drei Wochen. Sie haben in der Regel alle drei Jahre einen Anspruch auf eine Kur.


Nachsorge

Unter dem Begriff „Nachsorge“ werden alle Maßnahmen verstanden, die nach einer Rehabilitation im häuslichen Umfeld des Patienten durch dort niedergelassene Mediziner, Pflegekräfte oder Therapeuten erbracht werden. Sie sind als Weiterführung der Reha gedacht und sollen dem Zweck dienen, das Reha-Ziel zu erhalten oder zu erreichen.

Arten der Reha-Kliniken

Stationäre Reha Klinik

Die meisten stationären Einrichtungen finden sich fernab von Ballungsräumen. Die Patienten sind während der stationären Rehabilitation mit Verpflegung und Übernachtung untergebracht. Das hat zum einen den Hintergrund, dass die Betroffenen aus ihrem gewohnten Umfeld heraus genommen werden, um die Krankheitsbewältigung und die Therapiebereitschaft zu optimieren. Zum anderen können für die Therapien ortspezifische Heilmittel, wie Thermalquellen, genutzt werden, um den Genesungsprozess zu unterstützen.

Stationäre Reha Einrichtungen gibt es für alle Erkrankungen. Meist sind diese entweder unter dem Begriff „Verbund-Reha“ zusammengeschlossen oder sie sind an Spezial-Krankenhäuser direkt angebunden. Abhängig vom Fachgebiet finden Sie Ihre Reha Klinik als orthopädische Reha, kardiologische Reha, neurologische Reha, sportmedizinische Reha, onkologische Reha, psychiatrische oder psychosomatische Reha vor.


Ambulante Reha

Klinik In den späten 1990er Jahren hat man begonnen, die ambulanten Reha-Zentren flächendecken auszubauen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Patienten tagsüber die Komplexität und Intensität eines Reha-Maßnahmenkataloges nutzen und abends zu Hause schlafen. Ein entscheidender Vorteil hierbei ist, dass der Patient direkt mit Therapieanbietern aus seiner Umgebung vernetzt werden kann und dadurch bei Reha-Ende keine Behandlungsunterbrechung hinnehmen muss.

Ambulante Rehabilitation werden für die Bereiche Orthopädie, Kardiologie, Neurologie, Dermatologie, Onkologie, Pneumologie, Psychosomatik und Psychiatrie bewährt und bezahlt.

Wer hat Anspruch auf eine Reha-Maßnahme?

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie eine Rehabilitation beantragen:

  • aufgrund einer Erkrankung ist Ihre Erwerbsfähigkeit bedroht oder bereits eingeschränkt
  • durch eine Reha kann Ihre Erwerbsfähigkeit wiederhergestellt oder verbessert werden
  • Sie sind körperlich und geistig in der Lage, die angebotenen Therapien wahrzunehmen
  • Sie waren für mindestens 15 Monate rentenversichert
  • Ihre Behandlung im Krankenhaus ist abgeschlossen

 

Eine Kur wird Ihnen gewährt, wenn:

  • Sie ein ärztliches Attest von Ihrem Hausarzt über die Empfehlung zu einer Kur haben
  • Sie in Deutschland krankenversichert sind

 

Was kostet mich eine Reha oder eine Kur?

Bei einer Reha können für die nicht-medizinischen Leistungen Zuzahlungen in Höhe von 10 Euro pro Tag (maximal 28 Tage im Jahr) anfallen. Sie können sich jedoch unter bestimmten Voraussetzungen von der Zuzahlung befreien lassen. Die Fahrten zum Reha-Zentrum und nach Hause, unabhängig davon, ob es sich um eine ambulante oder eine stationäre Reha handelt, werden voll erstattet.

Wenn die Dauer der Rehabilitation 6 Wochen nicht überschreitet, so haben Sie Anspruch auf die normale Lohnfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber. Wenn Sie allerdings aufgrund eines vorangegangen Krankenhausaufenthaltes oder einer langen Krankschreibung die 6 Wochen überschreiten, so erhalten Sie Übergangsgeld in Höhe von 68%, bzw. 75%, wenn Sie ein unterhaltspflichtiges Kind haben. Während der Reha werden von Seiten der Deutschen Rentenversicherung alle Beiträge zur den Sozialversicherungen übernommen.

Bei einer Kur müssen Sie in der Regel alle Kosten für Unterkunft und Verpflegung selbst tragen. Die medizinischen Leistungen werden Ihnen rezeptiert und von der Krankenkasse bezahlt. Auch die Kosten für die Fahrten leistet der Betroffene selbst. Da die Kur auch nach der Verlängerung die 6 Wochen Lohnfortzahlung nicht übersteigt, können Sie mit einer vollen Lohnersatzleistung während der Kurmaßnahme rechnen.

Was wird im Rahmen einer Reha oder einer Kur gemacht?

Rehabilitationsklinik

Chronische Erkrankungen wirken sich auf viele Bereiche des Lebens aus. Daher wird in einem multiprofessionellen Team ein Therapieplan unter Berücksichtigung der Bedürfnisse, Einschränkungen und Ressourcen des Patienten erstellt. Dieser umfasst, abhängig von der Erkrankung und dem Reha-Ziel, beispielsweise Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Sozialtherapie, Ernährungsberatung, psychotherapeutische Behandlung, Patientenschulung oder Arbeitsplatzberatung.

Schreiben Sie Tagebuch über die Therapie in der Reha Klinik. Denn so erhalten Sie nicht nur einen Eindruck über Ihre Fortschritte, sondern gewinnen auch einen Überblick über förderliche Maßnahmen, die sie in der Nachsorge weiterführen können.

Zwischen den verschiedenen Therapien haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, sich zu entspannen, mit anderen Patienten auszutauschen oder ins Zimmer zurückzuziehen. Die meisten Einrichtungen bieten auch offene Angebote kultureller, gestalterischer oder musischer Natur an, zu denen alle Patienten im Reha Krankenhaus herzlich eingeladen sind. Vor Ort können Sie sich stets bei der Patienteninformation informieren oder vom Lotsendienst helfen lassen.


Kurklinik

Stress, hohe Anforderungen am Arbeitsplatz, Doppelbelastung durch Berufstätigkeit und Kindererziehung – es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass der Akku leer wird. Um diesen wieder aufzuladen, gibt es diverse Kurkliniken. Eingebettet in reizvolle Landschaften, wie die Berge oder das Wattenmeer, haben Patienten hier die Möglichkeit, durch spezielle Angebote ihre Lebensgeister wieder neu zu erwecken und Kraft für den Alltag zu schöpfen. Ob Massagen, Yoga, Bogenschießen oder Hammam – die Anwendungen zielen darauf ab, Körper, Seele und Geist zu erreichen und für Ausgleich und Entspannung zu sorgen.

Aufgrund der häufig schönen Lage bieten sich außerhalb der Therapien auch Wanderungen oder Ausflüge in die Umgebung der Kurklinik an. Mittlerweile haben sich auf dem deutschen Markt zahlreiche Anbieter privater Kurreisen etabliert. Diese bieten beispielsweise Reisen an das Tote Meer oder nach Südeuropa an. Als Gesamtpaket buchbar dürfen sich die Patienten ganzheitlich und professionell therapieren lassen. Die Kosten hierfür werden allerdings von keiner Krankenversicherung übernommen.

Wie komme ich zu einer Reha oder Kur?

Wenn Sie sich nicht im Krankenhaus befinden, ist Ihr Hausarzt der erste Ansprechpartner. Dieser muss nicht nur einen Befundbericht zusammenstellen und Ihre Eignung diagnostizieren, sondern kann Ihnen auch beim Ausfüllen des Antrages behilflich sein.

Sie benötigen für den Antrag keine gesonderten Kenntnisse, es existieren zudem verschiedene Checklisten und Online-Formulare, die die Antragstellung erleichtern. Häufig wird der erste Antrag trotz Empfehlung des Arztes abgelehnt, insbesondere wenn es sich nicht um die Wiederherstellung der Arbeitskraft, sondern um die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit handelt. Dann haben Sie 4 Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Holen Sie sich Rat und Hilfe bei unabhängigen Patientenberatungsstellen. Wenn Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen, haben Sie gute Chancen, dass Ihr Antrag beim zweiten Versuch genehmigt wird.

Im Falle einer Anschlussheilbehandlung ist es zu empfehlen, den Sozialdienst des Krankenhauses um Hilfe zu bitten. Dieser holt alle erforderlichen Unterlagen ein, gibt diese an den zuständigen Leistungserbringer weiter und legt auch Widerspruch ein, wenn es erforderlich ist.

Wie finde ich die passende Einrichtung?

Im Jahre 2017 zählte das Statistische Bundesamt 1126 Kur und Reha Einrichtungen in Deutschland. Lesen Sie Rezensionen oder Kritiken über die Kliniken und informieren Sie sich über die Angebote. Es ist auch sinnvoll, über das Patientenklientel Bescheid zu wissen, um beispielsweise als Familie bei einer Mutter-Kind-Kur nicht ausschließlich von Senioren umgeben zu sein.

Wenn Sie bereits eine bestimmte Klinik präferieren, sollten Sie Ihren Wunsch direkt bei der Antragstellung mit angeben. Weisen Sie auf besondere Gründe hin, beispielweise „mehrsprachiges Personal“, „Kinderbetreuung“ oder „spezielle Leistungen“. Die Behörden berücksichtigen Ihr Wunsch- und Wahlrecht unter Einbeziehung der individuellen Eignung gerne.


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