Erkrankungen an der Prostata – Ab wann ist eine Operation nötig?


Bei der Prostata handelt es sich um eine Drüse, die nur Männer haben und für die Produktion der Samenflüssigkeit zuständig ist. Wie viele andere Organe kann auch die Prostata unter verschiedenen Erkrankungen leiden, wie beispielsweise Prostatakrebs oder eine Vergrößerung der Prostata.

Doch wie erkennt man solche Erkrankungen und wie werden diese behandelt?

Was ist die Prostata?

Bei der Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, handelt es sich um eine ungefähr vier Zentimeter große Drüse, die sich im männlichen Unterleib befindet. Sie umschließt den Anfang der Harnröhre vollständig und ist für einen Teil der Produktion der Samenflüssigkeit verantwortlich, welche die Samenzellen transportiert. Dieses milchige Sekret nährt die Samenzellen und enthält daher alles, was sie auf dem Weg zur Eizelle brauchen, darunter das Eiweiß Spermin und PSA.

Bei einem Samenerguss ziehen sich die Muskeln der Prostata zusammen und pressen die Flüssigkeit durch die vielen Ausführgänge der Drüse in die Harnröhre. Gleichzeitig werden auch die von den Samenblasen produzierten Sekrete und die aus den Hoden stammenden Spermien in die Harnröhre transportiert.

Welche Krankheiten können an der Prostata auftreten?

Wie bei den meisten anderen Organen, können auch bei der Prostata Erkrankungen auftreten.

Zu den bekanntesten gehören:

  • Die Prostataentzündung (Prostatitis)
  • Die Prostatavergrößerung (Bengine Prostatahyperplasie)
  • Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Eine Prostataentzündung kann entstehen, wenn Substanzen aus dem Urin oder Bakterien in das Drüsengewebe eindringen. Ärzte sprechen hierbei von einer bakteriellen Prostatitis. Die Prostatavergrößerung ist sehr weit verbreitet. Mehr als ein Viertel der Deutschen Männer über 50 Jahren ist von dieser Vergrößerung der Prostata betroffen. Diese ist altersbedingt und entsteht durch gutartige Knoten, die in der Innenzone der Prostata in unterschiedlichen Größen wachsen.

Prostatakrebs ist in Deutschland der am häufigsten auftretende Krebs bei Männern. Die Häufigkeit der Erkrankung hat in den letzten Jahren zugenommen, was hauptsächlich auf das steigende Gesundheitsbewusstsein zurückzuführen ist. In erster Linie ist Prostatakrebs eine bösartige Gewebeveränderung. Wird diese früh erkannt, stehen die Chancen auf Heilung sehr gut.

 

Die Behandlung der Prostataentzündung

Da die Prostata gut durchblutet ist und sich direkt an der Harnröhre befindet, kann es zu akuten oder chronischen bakteriellen Infektionen kommen. Hier wird zwischen der bakteriellen und der abakteriellen Prostataentzündung unterschieden. Bei der bakteriellen Entzündung sind meistens schädliche Darmbakterien die Ursache, die durch das Blut in die Harnröhre und die Prostata gelangen. Die abakteriellen Entzündung wird nicht durch Bakterien, sondern durch Blasenentleerungsstörungen, Verengung der Prostatawege oder durch prostatischen Rückfluss verursacht.

Die möglichen Symptome einer Prostataentzündung:

  • Druck oder Schmerzen in der Blasenregion, zwischen Hoden und After, am Penis, im Unterbauch, im Bereich der Lendenwirbelsäule oder im Dammbereich
  • Schmerzhafte Erektion
  • Häufiger Harndrang
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzhafter Stuhlgang
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Blut im Sperma und im Urin
  • Ausfluss aus der Harnröhre

Treten diese Symptome vermehrt auf, sollten Sie am besten einen Arzt aufsuchen. Die bakterielle Entzündung wird meistens mit Antibiotika behandelt. Bei einer leichten und nicht chronischen Entzündung reicht meist ein Einnahmezeitraum von zehn Tagen. Liegt eine chronische Entzündung vor, muss das Antibiotika länger eingenommen werden. Die abakterielle Entzündung ist schwerer zu behandeln. Hier kommen meistens Prostatamassagen, Sitzbäder, krampflösende Medikamente und Wärmeanwendungen zum Einsatz.

 

Die Behandlung der Prostatavergrößerung

Mit zunehmenden Alter des Mannes nimmt auch die Anzahl der Prostatazellen und damit auch das Volumen zu. Die Prostata wird dadurch immer größer und engt die Harnröhre ein, was ungefähr ab den 50. Lebensjahr eintritt.

Dadurch entstehen Symptome wie:

  • Häufiger starker Harndrang
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Schwacher Harnstrahl
  • Nachträufelnder Urin nach dem Wasserlassen
  • Das Gefühl, dass die Blase nie leer wird
  • Später eventuell Inkontinenz

 

Bekommen Sie vom Arzt eine Prostatavergrößerung diagnostiziert gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Zum einen können Medikamente eingesetzt werden, beispielsweise Alphablocker, Alpha-Reduktase-Hemmer oder pflanzliche Medikamente. Zum anderen kann aber auch eine Operation veranlasst werden. Diese kommt dann zum Einsatz, wenn die Beschwerden stärker ausgeprägt sind und die Medikamente keine ausreichende Wirkung zeigen.

Auch hier gibt es verschiedene Methoden, wie die Prostata operiert werden kann:

  • Transurehtrale Elektro-Resektion der Prostata (TURP)
  • Transurehtrale Inzision der Prostata (TUIP)
  • Transurehtrale Nadelablation der Prostata (TUNA)
  • Laser
  • Hochenergetische Transurehtrale Mikrowellenthermotherapie (HE-TUMT)
  • Offene Operation

Bei der TURP-Methode wird das überschüssige Prostatagewebe mithilfe einer Elektroschlinge abgetragen oder es verdampft. Die TUIP-Methode wird eingesetzt, um das in den Blasenhals befindliche Gewebe einzuschneiden. Dieses Verfahren eignet sich am besten, wenn die Prostata noch nicht allzu groß ist. Beim TUNA-Verfahren wird mithilfe von Radiofrequenzwellen das Prostatagewebe erhitzt, welches dann schrittweise verschwindet. Bei dem HE-TUMT-Verfahren arbeiten die Chirurgen mit hochenergetischen Mikrowellen, die das Gewebe erwärmen und so absterben lassen.

Mit dem Laser wird das Prostatagewebe rausgeschnitten oder verdampft. Die offene Operation wird nur noch sehr selten angewendet, da es mittlerweile schonendere OP-Methoden gibt. Ist die Prostata aber schon sehr groß, kann sich dieses in manchen Fällen durchaus empfehlen.

Prostatakrebs – Behandlung und Möglichkeiten

Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, ist die am häufigsten auftretende Krebsart bei Männern in Deutschland. Klare Ursachen, warum diese Krebserkrankung auftritt, sind noch weitgehend unbekannt. Faktoren, die das Krebsrisiko erhöhen können, sind das Alter, die familiäre Veranlagung oder die Ernährung. Typische Symptome, die direkt auf eine Prostatakrebs Erkrankung hinweisen gibt es nicht, sodass der Betroffene die Erkrankung erst einmal nicht merkt. Ist die Geschwulst dann so groß geworden, dass es auf die Harnröhre übergreift, treten Symptome auf.

Diese sind den andere Prostataerkrankungen sehr ähnlich, was es nochmal schwieriger macht, den Krebs als solchen selbst zu identifizieren:

  • Häufiger Harndrang
  • Schwierigkeiten beim Urinieren
  • Schwacher Harnfluss
  • Schmerzhafte Ejakulation
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
  • Schmerzen in der Prostata
  • Schmerzen im unteren Rücken, im Becken, in der Hüfte oder in den Oberschenkeln
  • Weniger starke Erektion

Sobald Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie diese von Ihrem Arzt unbedingt checken lassen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es sich dabei um eine harmlose Prostatavergrößerung handelt. Wird dann Prostatakrebs diagnostiziert, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die vom Fortschritt und Aggressivität der Krebserkrankung abhängen:

  • Abwarten
  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Hormontherapie

 

Abwarten klingt im ersten Moment nicht sehr ratsam, wird aber häufig im frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt. Dieses Verfahren nennt sich auch kontrolliertes Zuwarten, bei dem Ärzte den Krebs nur behandeln, wenn auch Symptome auftreten. Das kommt häufig bei älteren Männern vor, die Begleiterkrankungen haben. Bei Bedarf wird daraufhin noch eine Hormonentzugstherapie behandelt. Die Heilung des Krebses steht hier nicht im Vordergrund.

Bei einer Operation, auch radikale Prostatektomie oder Totaloperation genannt, wird die gesamte Prostata zusammen mit dem Tumor entfernt. Diese Operation wird eingesetzt, wenn der Tumor früh genug erkannt wurde und bietet so die Möglichkeit auf eine vollständige Heilung. Nach der Prostata OP sollte sich der Betroffenen mindestens sechs Wochen komplett ausruhen. Bis zur vollständigen Heilung kann es nach der OP einige Monate dauern. Nachteile dieser Operation sind mögliche Inkontinenz und Impotenz.

Eine Alternative stellt die Strahlentherapie dar, da sie ähnlich gute Behandlungsergebnisse liefert. Bei der Prostatakrebs Bestrahlung gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wird die Prostata von außen oder von innen bestrahlt.

Bei der Chemotherapie werden bestimmte Medikamente verabreicht, die im gesamten Körper wirken. Diese werden über die Vene verabreicht und verhindern das Wachstum der Krebszellen. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn der Tumor bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet hat. Diese wird daher im fortgeschrittenen Stadium häufig angewendet.

Die Chemotherapie kann gut zusammen mit der Hormontherapie eingesetzt werden. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron fördert das Wachstum des Tumors. Bei einer Hormontherapie wird die Wirkung des Testosterons ausgebremst, um somit das Wachstum zu unterbinden. Dadurch wird der Prostatakrebs für viele Monate oder Jahre aufgehalten, geheilt wird er aber nicht. Deswegen wird die Therapie oft als Ergänzung zu anderem Methoden eingesetzt.


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