Fußpilz

Nur trockene Haut oder doch Fußpilz?

Fußpilz ist die häufigste Pilzinfektion und wird überall dort verbreitet, wo Menschen barfuß laufen. Etwa jeder 5. Deutsche ist davon betroffen. Doch meist wissen die Erkrankten nichts und infizieren unwissend andere, weil sie die ersten Symptome verkennen. Dabei ist eine rasche Therapieeinleitung sinnvoll, bevor der Fußpilz anderes Gewebe befällt.

Doch woher bekommt man Fußpilz? Wie hängen Fußpilz und Nagelpilz zusammen? Was sind eindeutige Symptome des Fußpilzes? Und wie behandle ich Fußpilz am effektivsten? Lesen Sie in diesem Beitrag alles Wissenswerte zum Thema Fußpilz.

 

 

Was ist Fußpilz?

Fußpilz, medizinisch als Tinea pedis bezeichnet, ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit der Haut. Die klassischen Symptome sind juckende und brennende Füße und Zehen sowie schuppige und trockene Haut in diesem Bereich. Während Fußpilz unter barfußlaufenden Naturvölkern nahezu unbekannt ist, hat fast jeder 3. Mensch in den Industrienationen mindestens einmal in seinem Leben Fußpilz. Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko einer Infektion.

Mehr als 80 % der Fußpilzerkrankungen werden durch sogenannte Dermatophyten, also Fadenpilze, verursacht. Diese leben besonders gerne in einem feucht-warmen Milieu und ernähren sich vorwiegend von Hornhautschuppen. Sie dringen über kleinste Hautrisse in die oberste Hautschicht ein und vermehren sich dort. Pilze können jedoch auch in alle anderen Regionen des Körpers eindringen und zu einer Mykose führen.

Die häufigste Form des Fußpilzes ist die interdigitale Form, also der Fußpilz in den Zehenzwischenräumen. Bevorzugt ist die Haut zwischen dem dritten und vierten oder dem vierten und fünften Zeh betroffen. Mit der Zeit breitet sich der Fußpilz auf andere Zehenzwischenräume aus. Bei der Mokassin-Mykose befällt der Pilz die Fußsohlen, zuerst an Ballen und Ferse, dann an den Fußkanten. Vor allem Diabetiker sind von dieser Art häufig betroffen. Bei der vesikulösen Form handelt es sich um Fußpilz am Fußgewölbe mit Bläschenbildung. Aufgrund der dicken Hornhaut trocknen die Bläschen ein und verursachen Beschwerden.

 

Was ist der Unterschied zwischen Fußpilz und Nagelpilz?

Fußpilz betrifft die Haut der Füße, Nagelpilz die Finger- und Fußnägel. In der Regel sind jedoch Dermatophyten für alle diese Krankheiten verantwortlich, denn diese Erreger haben sich auf die Haut und die Hautanhangsgebilde spezialisiert. Ein unbehandelter Fußpilz kann sich schnell auf umliegendes Gewebe ausbreiten und auch die Nägel befallen. Insbesondere bei der interdigitalen Form des Fußpilzes führt eine zu späte Therapieeinleitung zu Nagelpilz an den betroffenen Zehen.

 

Wie bekommt man Fußpilz?

Die häufigsten Verursacher von Fußpilz, die Dermatophyten, halten sich besonders gerne in Schwimmbädern, Saunen, Umkleidekabinen, Duschen, Teppichböden oder Betten auf. Dabei sind sie aber sehr geschickte Überlebenskünstler, die auch mehrere Monate in Trockenheit, Kälte und ohne Nahrung auskommen können. Läuft dann jemand barfuß, haften sich die Pilzsporen an die Fußsohlen an und dringen in die Hornschicht ein. In der Regel verfügen gesunde Menschen jedoch über ein ausreichend intaktes Immunsystem, um die Erreger schnell abzuwehren, bevor eine Infektion stattfinden kann. Doch unter bestimmten Bedingungen steigt das Risiko, an Fußpilz zu erkranken. Dazu zählen beispielsweise:

  • Genetik

  • Verletzungen der Fußhaut

  • Allergien

  • Neurodermitis

  • Parästhesien

  • Diabetes mellitus

  • Durchblutungsstörungen

  • Fußfehlstellungen

  • höheres Alter

  • Infektionen oder Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen

  • langes Tragen von luftundurchlässigem Schuhwerk

  • häufiger Aufenthalt in einem feucht-warmen Milieu

 

Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung mit Fußpilz?

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch oder von Gegenstand zu Mensch per Kontakt- oder Schmierinfektionen. Laufen Menschen barfuß und kommen mit dem Erreger oder mit den Hautschuppen infizierter Menschen in Kontakt, so gelangen Pilzsporen in die oberste Hautschicht der Füße und führen zu einer Infektion. Besonders betroffen sind Menschen, die

  • viel Sport treiben

  • sich häufig im Schwimmbad aufhalten

  • häufig öffentliche Umkleidekabinen benutzen

  • aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit Gummistiefel oder Schutzschuhe tragen

  • auch im Sommer geschlossene Schuhe tragen oder Winterstiefel nicht austrocknen lassen

  • sich zu häufig die Füße mit falschem Reinigungsmittel waschen und damit den Säureschutzmantel der Haut zerstören

Unbehandelt breitet sich der Fußpilz aus und ist dann weitaus hartnäckiger und schwerer zu therapieren. Nicht selten müssen Betroffene mit einer Behandlungsdauer von mehreren Monaten rechnen.

Auch durch Kratzen an befallenen Stellen verteilen die Betroffenen über unter den Fingernägeln anhaftenden Sporen die Erreger über den gesamten Körper, sodass sich die Pilzinfektion an anderen Arealen des Körpers ansiedeln kann. Vor allem das Gesicht wie auch kleine Wunden sind extrem gefährdet.

Die von der Pilzinfektion betroffenen Füße stellen zudem eine ideale Eintrittspforte für Bakterien dar und begünstigen eine Superinfektion, beispielsweise die Wundrose. Deshalb ist es ratsam, schnell zu handeln und Fußpilz zu therapieren.

Fußpilz erkennen – klare Fußpilz Symptome

Eine Pilzinfektion an den Füßen zeigt, abhängig von der betroffenen Stelle und dem Erreger, ein sehr unterschiedliches Bild. Wenn die Erreger noch in der Hornhaut agieren, sind die Symptome meistens nicht eindeutig einer Pilzinfektion zuzuordnen. Erst wenn der Pilz in tiefer liegende Schichten vorgedrungen ist, werden die Beschwerden stärker.

In der Regel sind Jucken, gerötete Haut und leichte Schuppungen erste Symptome für eine Fußpilzinfektion. Die Schuppung verstärkt sich stetig und es bilden sich weiße, weiche Hautplatten, welche zu Rissen vertrocknen. Diese Risse nässen und schmerzen beim Gehen. In einigen Fällen bilden sich zudem Bläschen an den Fußseiten. Durch die ablösenden Hautschuppen und Bläschen verteilen sich die Pilzsporen auf totem Material wie Teppich, Handtuch, Fliesen, etc. und können so auf andere Menschen übertagen werden.

 

Was kann man gegen Fußpilz tun?

Die meisten Präparate zur Behandlung von Fußpilz sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Sie enthalten Pharmazeutika, die verschiedene Erreger gleichermaßen effektiv bekämpfen (Breitbandantimykotika), die Entzündung lindern und die Hautbarriere wiederherstellen. Neben Salben, Cremes, Sprays und Tabletten können Sie aber auch Hausmittel versuchen, um den Fußpilz einzudämmen.

Hausmittel gegen Fußpilz

Verschiedene Forscher konnten herausfinden, dass reines ätherisches Lavendelöl oder Teebaumöl eine hohe antimykotische Wirkung hat. Äußerlich angewendet können diese Öle im Frühstadium gute Behandlungserfolge erzielen.

Auch Apfelessig findet in der Naturheilkunde Anwendung bei Fußpilz. Der Effekt in der Therapie konnte bisher jedoch nicht durch ausreichend aussagekräftige Studien bestätigt werden.

 

Fußpilz Creme und Fußpilz Spray

Antimykotika sind entweder abtötend (fungizid) oder vermehrungshemmend (fungistatisch). Besonders häufig finden Terbinafin, Clotrimazol, Miconazol oder Bifonazol Anwendung. In der Regel ist es notwendig, die Externa mehrmals täglich aufzutragen. Auch nach Abklingen der Symptome ist es wichtig, die Therapie noch mindestens über drei Wochen weiter durchzuführen, um ein Rezidiv (Wiederauftreten) zu verhindern.

Da die Betroffenen antimykotische Mittel nicht mit dem Finger auftragen sollten, um eine Ausbreitung auf andere Körperbereiche zu verhindern, ist es empfehlenswert Handschuhe zu benutzen oder Arzneimittel in Form eines Sprays aufzutragen.

 

Fußpilz Medikamente

Wenn sich die Pilzinfektion bereits ausgebreitet hat oder sich die Symptomatik unter topischen Medikamenten (Salben (Partnerlink*), Cremes oder Sprays) nicht bessert, sind orale Medikamente indiziert. Diese müssen vom Arzt verordnet werden und wirken systemisch. Sie sind dennoch gut verträglich und auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind selten.

 

Weitere Maßnahmen während der Behandlung

  • behandeln Sie alle Pilzinfektionen des Körpers gleichermaßen

  • wenn Sie den Fußpilz berührt haben, sollten Sie sich danach gründlich die Hände waschen, um ein Verteilen der Sporen zu verhindern

  • tragen Sie atmungsaktive Socken und Schuhe oder besser Sandalen

  • ziehen Sie morgens die Socken als erstes an, um ein Verteilen der Sporen über den Körper zu reduzieren

  • verwenden Sie unbedingt separate Hygieneartikel, Handtücher und Bettwäsche

  • desinfizieren Sie auch Ihre Arbeits- und Sportschuhe mit einem geeigneten Mittel

  • laufen Sie bis zum Behandlungsende keinesfalls barfuß, um andere Menschen nicht mit Fußpilz anzustecken

  • reinigen Sie während der Behandlung alle Textilien, die mit dem Fußpilz in Kontakt kommen, bei mindestens 60 Grad Celsius mit einem speziellen pilzabtötenden Waschmittel in der Waschmaschine

  • wechseln Sie häufiger als gewöhnlich Socken, Handtücher und Bettwäsche

  • verzichten Sie unbedingt auf Schwimmen, Saunieren oder Gemeinschaftsumkleiden bis zum vollständigen Abheilen

 

Fußpilz bei Kindern und Schwangeren

Nicht alle Medikamente gegen Fußpilz sind für Kinder zugelassen. Daher ist bei Verdacht auf Fußpilz immer ein Kinderarzt zu konsultieren.

Auch schwangere und stillende Frauen sollten von einer Selbstmedikation absehen. Die meisten Antimykotika sind nicht nur plazentagängig, sie finden sich auch in geringen Mengen in der Muttermilch wieder. Daher ist es zu empfehlen, bei Fußpilz einen Mediziner um Rat zu fragen.

Ebenso verhält es sich bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz- und Gefäßleiden, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Menschen mit einem herabgesetzten Immunsystem.

 

Wie lässt sich Fußpilz vermeiden?

Die richtige Fußpflege ist das A und O. Reinigen Sie Ihre Füße daher regelmäßig mit pH-neutralen Seifen, trocknen Sie vor allem die Zehenzwischenräume gut ab und verwenden sie pflegende Cremes. Auch das Kurzhalten der Nägel sowie die Fußinspektion nach dem Barfußlaufen haben einen positiven Effekt auf die Fußgesundheit.

Eine gute Fußhygiene sorgt für ein gutes Klima, in dem Pilze keine Chance haben. Tragen Sie daher atmungsaktive Socken und weite, luftige, gut sitzende Schuhe. Laufen Sie, so oft es geht, barfuß und lassen Ihre Schuhe lüften. Besonders feste und dicke Stiefel benötigen zwei Tage zum Trocknen und auch Socken gehören täglich gewechselt. Waschen Sie Badartikel und Bettwäsche sowie Socken grundsätzlich bei mindestens 60 Grad Celsius, besser bei 90.

Der Verbreitung einen Riegel vorschieben: Gehen Sie in Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Waschräumen und Umkleidekabinen, in Hotelzimmern und auf Campingplätzen niemals barfuß, sondern tragen Sie Sandalen. Teilen Sie Nagelscheren, Nagelklipser, Hornhautfeilen sowie Handtücher und Kleidung nicht mit anderen Personen. Tragen Sie im Schuhgeschäft grundsätzlich Socken und desinfizieren Sie neu gekaufte Schuhe. Verzichten Sie auf kommerzielles Verleihen von Schlittschuhen oder Skistiefeln.

Stärken Sie zudem Ihr Immunsystem mit gesunder Ernährung und dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Versuchen Sie auch, Grunderkrankungen zu behandeln (zum Beispiel den Blutzucker gut einstellen) und sich ausreichend zu bewegen.

 

Fazit

Als Fußpilz wird eine Infektion mit Pilzen im Bereich des Fußes bezeichnet. Am häufigsten tritt diese in den Zehenzwischenräumen auf, doch auch die Fußkanten und das Fußgewölbe können betroffen sein. Klassische Symptome sind Jucken, Brennen, Schuppung und Rötung der betroffenen Stellen. Fußpilz ist hoch infektiös und sollte immer behandelt werden. Es ist keine gefährliche Erkrankung, doch die Erreger breiten sich rasch auf die Nägel oder andere Strukturen aus. Im schlimmsten Fall können sich an den entzündeten Stellen Bakterien ansiedeln und es kommt zu einer Superinfektion.

Im Anfangsstadium genügt meist eine Therapie mit Salben oder Cremes, nur bei einem starken Befall verschreibt der Arzt Tabletten gegen Fußpilz. Die Mittel müssen in der Regel auch nach Abklingen der Symptome noch einige Wochen weiter appliziert werden, um einen Rückfall zu verhindern. Durch geeignete Maßnahmen lässt sich jedoch das Risiko, an Fußpilz zu erkranken, enorm reduzieren.

 

 

 

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