Die Kniearthrose

Eine Arthrose im Knie bedeutet, dass der Knorpel im Gelenk nicht mehr gleitfähig ist, weil die Knorpelgleitflächen abgenutzt sind und so die Knochenenden des Oberschenkelknochens nicht mehr ohne Reibung über den Schienbeinknochen gleiten können. 

Das führt unweigerlich zu Schmerzen und über einen längeren Zeitraum zu weiteren Abnutzungen und vor allem Entzündungen an den Gelenken und Knochenenden im Knie. Betroffene klagen zum Beispiel über ein sich steif anfühlendes Bein, das bei Bewegung schmerzt.

In Deutschland werden jährlich über 120.000 Knieprothese eingesetzt. Frauen sind häufiger von Arthrose betroffen als Männer.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Arthrose.

 

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Was ist Kniearthrose?

 

Arthrose wird oft als Gelenkverschleiß bezeichnet, das soll aber nicht heißen, dass ein Gelenk unter normaler Nutzung unter Verschleiß leidet.

Ganz im Gegenteil: die ständigen Auf- und Abbauprozesse im Gelenk werden nur durch Bewegung gefördert. Diese sind für ein gesundes Kniegelenk unabdingbar. 

Die meisten Patienten und Patientinnen haben beidseitige Arthrose im Knie.

Wenn nur ein Gelenk betroffen ist, entwickeln Betroffene über einen Zeitraum von über zehn Jahren eine beidseitige Arthrose.

Hier kann eine Teilprothese helfen, einer beidseitigen Arthrose entgegenzusteuern.

Die Hälfte aller von Arthrose Betroffenen haben diese im Kniegelenk.

 

 

Ursachen einer Arthrose im Knie

Eine Arthrose kann zum Beispiel durch eine Verletzung des Kniegelenkes entstehen, wie einem Meniskusriss oder einem Knochenbruch nahe am Knie. Jede Verletzung, die Einfluss auf die Belastungsverteilung im Kniegelenk nimmt, stellt ein Risiko für die Entstehung einer Arthrose dar. Sind Bänder verletzt, kann eine frühzeitige Wiederherstellung der normalen Anatomie und Belastungsverteilung im Gelenk helfen Arthrose zu verhindern. 

Auch starkes Übergewicht, bei einem Body-Mass-Index von über 30, kann zu einer Arthrose führen, da die Gelenke intensiver beansprucht werden und so mehr „Verschleiß“ entsteht, das Übergewicht kann ebenso Entzündungen am Knie verstärken.

Hier kann schon eine geringe Gewichtsreduzierung zu einer merkbaren Entlastung des Knies führen.

Zusätzlich kann die Anatomie Ursache einer Arthrose sein, bei einer angeborenen Fehlstellung der Beine (X oder O Stellung) oder bei unterschiedlich langen Beinen, ist die Belastung auf Grund der Fehlstellung zum Beispiel linksseitig oder einseitig größer, so entsteht dort eine höhere Abnutzung, die unbehandelt über einen Zeitraum zu einer Arthrose führen kann. 

Auch eine eigene Veranlagung kann, bezogen auf die Gesundheit der Knochen, Arthrose begünstigen.

Liegt eine Durchblutungsstörung des Oberschenkelkochens oder des Schienbeinknochen vor, führt dies zu Veränderungen an den Knochen oder der Knochenstruktur.

Dies nimmt ebenfalls einen negativen Einfluss auf das Kniegelenk und kann irgendwann die Beweglichkeit einschränken und Arthrose begünstigen. Frauen in den Wechseljahren sind anfällig für Osteoporose.

Die  Knochendichte nimmt ab, da der Östrogenspiegel der Frauen sinkt, durch regelmäßigen Sport und Belastung der Gelenke kann der Osteoporose entgegengewirkt werden.

 

Symptome einer Kniearthrose

Die Symptome einer Arthrose beginnen mit leichten Knieschmerzen, die ab und zu bei Belastung auftreten.

Umso weiter die Arthrose fortschreitet, desto häufiger treten Schmerzen in den Knien auf, irgendwann auch wenn das Knie nicht belastet ist. Vor allem morgens und abends kann eine Zunahme der Symptome beobachtet werden.

Es können unterschiedliche Bereiche des Knies betroffen sein, der Schmerz wird von Patienten vermehrt an der Innen- oder Außenseite wahrgenommen. Wenn die Schmerzen beim Treppensteigen oder beim Aufstehen aus einem Stuhl entstehen, dann kann das ein Anzeichen für eine Arthrose unter der Kniescheibe sein.

Ebenso kann das Knie sensibler werden, Druck von außen kann mehr schmerzen als sonst und das Knie kann anschwellen und/oder sich steifer und warm anfühlen. Wird nun das Knie auf Grund der Schmerzen weniger bewegt, schwächt das die Muskulatur um das Kniegelenk und führt so dazu, dass das Knie noch instabiler wird und sich anfühlt, als würde es wegknicken.

Es wird zwischen folgenden Arten der Kniearthrose unterschieden:

 

  • Laterale Kniearthrose (Valgusgonarthrose) bezeichnet Schmerzen und Veränderungen am Knorpel, des äußeren Bereiches des Knies. Ein Knorpelschaden entsteht hier zum Beispiel durch eine angeboren X-Beinstellung.

  • Mediale Kniearthrose (Vargusgonarthrose) bezeichnet Schmerzen und Veränderung am Knorpel, des inneren Bereichs des Knies. Ein Knorpelschaden entsteht hier zum Beispiel durch eine angeborene O-Beinstellung.

  • Retropatellararthrose (femoropatellare Arthrose) bezeichnet eine Veränderung des Knorpels im Femorpatellargelenk, dem Gelenk zwischen der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen. 

  • Pangonarthrose bezeichnet Veränderung am Knorpel im gesamten Gelenk, in diesem Fall sind drei Bereiche des Gelenks sind von Arthrose betroffen

Arthrose kann auch in Schüben auftreten, Betroffene sind eine gewisse Zeit ohne starke Beschwerden und in Schüben treten dann plötzlich starke Schmerzen auf.

Es kann zu Entzündungen, der von der Arthrose betroffenen Stellen kommen, die in der Regel nach ein paar Tagen wieder abklingen. Da sich Schübe meist nicht vorher ankünden, leiden Betroffene darunter meist noch mehr.

 

Mediziner sprechen dann von einer aktiven Arthrose oder Arthrose- Arthritis. Arthrose ist prinzipiell eine nicht- entzündliche Erkrankung, allerdings kann es häufig zu entzündlichen Prozessen kommen, die den Fortschritt der Arthrose begünstigen.

Bei fortschreitender Kniearthrose können Veränderungen im Gelenk entstehen. Durch den Verlust des Knorpels reibt der Knochen mehr im Gelenk und nimmt an Knochendichte zu. Kleine Auswüchse können an den Knochenrändern entstehen. Diese wirken sich auf die Beweglichkeit im Gelenk aus und können Sehnen und Bänder reizen, die über die Knochenränder führen. 

Bei starker Arthrose kann der Knorpel zu teilen ganz fehlen, so dass die Knochen im Gelenk übereinander reiben, was unweigerlich zu Schmerzen oder sogar zu einem Gelenkerguss (Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenkinneren) führen kann.

 

Wann sollte man Arthrose im Knie behandeln lassen?

Wichtig ist: In den meisten Fällen stellt eine altersbedingte Arthrose keinen Grund einer medizinischen Behandlung dar, da sich ebenfalls die an das Gelenk gestellten Ansprüche verändern.

Ein über 60-Jähriger belastet sein Knie nicht mehr in dem Ausmaß, in dem es ein z.B. 30-Jähriger tut.

Die Diagnose Arthrose heißt also nicht gezwungenermaßen, dass eine Behandlung erfolgen muss. Ist der Knorpelverschleiß allerdings weiter fortgeschritten, als im Verhältnis der Umstände angebracht, und leiden Betroffene unter Schmerzen, die den Alltag beeinflussen, sollten medizinische Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

 

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Wie kann ich mich behandeln lassen?

Zur Behandlung von Arthrose gibt diverse Behandlungsangebote.

Patienten sollten gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten alle Vor- und Nachteile einer jeder Behandlung gut abwägen.

 

Ist die Arthrose noch nicht sehr weit fortgeschritten, helfen Bewegungstherapien, Physiotherapien und manuelle Therapien wie Schmerzmittel. Der Knorpel im Gelenk muss belastet werden, da er durch die Belastung Abfallprodukte abgibt und neue Nährstoffe bei Entlastung aufnimmt, ähnlich wie ein Schwamm, so werden durch Bewegung die regenerierenden Prozesse im Kniegelenk angeregt.

Durch eine konservative Behandlung kann die Muskelkraft und die Koordination verbessert werden, falsche Belastungen ausgeglichen und so Schmerzen gelindert und Entzündungen im Knie verbessert werden. Schwimmen kann bei Arthrose gut helfen. Durch das Wasser wirkt weniger Belastung auf die Gelenken, und sie können schonender bewegt werden. Auch Radfahren und Laufen sind gute Möglichkeiten, die Gelenke wieder in Schwung zu bringen.

 

Die Physikalische Arthrose- Therapie, bestehend aus Behandlungen, wie Heizkissen, Bädern und Infrarot-Behandlungen, kann bei chronischen Schmerzen zu einer Linderung führen. Bei akuten Schwellungen hilft es, die betroffenen Gelenke zu kühlen. Auch Krankengymnastik und/oder Massagen können hilfreich sein, da diese die Durchblutung anregen und Spannungen lösen.

 

Bei einer aktiven Arthrose helfen meist entzündungshemmende Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder  gut, manchmal wird auch Kortison in das Kniegelenk gespritzt, um die Schmerzen zu lindern. Etwa 40 Prozent aller an Arthrose Erkrankten leiden an einer aktiven Arthrose. 

Auch Hyaluronsäure, ein natürlicher Bestandteil der Genlenkschmiere, wird manchen Patienten ins Gelenk gespritzt. Die Hyaluronsäure soll das Gelenk wieder beweglicher machen. Die Wirksamkeit ist hier allerdings noch nicht eindeutig bewiesen. Außerdem sollte beachtet werden, dass durch die Spritze auch Bakterien ins Gelenk gelangen könnten. Die Entscheidung zu dieser Behandlung sollte also sorgfältig abgewogen werden. 

 

Ist die Arthrose bereits fortgeschritten und manuelle Therapien erzielen keine Erfolge und der Schmerz schränkt das Leben und den Alltag ein, sollten operative Methoden in Erwägung gezogen werden.

Arthoskopie

 

Ein typischer Eingriff ist die Kniegelenkspiegelung.

Hierbei wird durch eine Arthroskopie das Kniegelenk mit einer Kochsalzlösung gespült, um Entzündungen zu hemmen und freischwebende Partikel und Gewebefasern aus dem Gelenk zu entfernen. Mit geeigneten Instrumenten werden die beschädigten Knorpelflächen geglättet, damit die Reibung im Gelenk wieder vermindert wird.

Das lindert Schmerzen meist für eine gewisse Zeit. Auch ein Anbohren der noch vorhandenen Knorpelflächen wird manchmal im Rahmen einer Gelenkspiegelung vorgenommen. Dadurch wird der eigene Knorpel wieder angeregt, neues Knorpelgewebe zu bilden. Eine Transplantation von gesundem Knorpelgewebe gehört seit rund zehn Jahren zu den modernen Behandlungen und zeigt bei vielen Betroffenen Erfolge.
Korrekturosteotomie

Korrekturosteotomie

 

Ist die Arthrose oder eventuelle entstehende Arthrose durch eine Fehlstellung des Gelenks verursacht, wird eine Korrekturosteotomie vorgenommen.

Das Gelenk wird anders positioniert, um die Fehlstellung auszugleichen und somit die Belastung gleichmäßig auf die Gelenkflächen zu verteilen und eine Arthrose zu verbessern oder vor einer entstehenden zu schützen. 

Ist nur ein Teil des Gelenkes betroffen, kann eine Teilprothese eine passende Behandlung sein.

In diesem Fall wird der beschädigte Teil des Kniegelenks durch eine Prothese aus Metall und Kunststoff ersetzt und kann so wieder einen schmerzfreieren Alltag erlangen. Der gesunde Teil des eigenen Gelenks bleibt dabei erhalten. 

Künstliches Kniegelenk bei Arthrose

 

Ist die Arthrose jedoch bereits im gesamten Gelenk weiter fortgeschritten und ein Leben ohne Schmerzen ist nicht mehr möglich, hilft eine Knie Endoprothese.

In diesem Fall wird das gesamte Gelenk wird durch eine Prothese ersetzt. 

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von der persönlichen Situation des Patienten ab. Bei manchen Patienten, die unter Arthrose leiden, ist auf Röntgenbildern fast kein Verschleiß des Gelenks zu erkennen.

Trotzdem leiden die Patienten häufig unter starken Schmerzen. In anderen Fällen ist die Arthrose in einem weit fortgeschrittene Stadium, aber die Patienten haben wenig bis keine Beschwerden.

Wie lang ist der Heilungsprozess?

Eine Arthrose ist bisher noch nicht heilbar, kann aber in der Regel gut behandelt werden.

Ziel einer Behandlung ist es, den Fortschritt der Arthrose zu verlangsamen und / oder zu verhindern und die Patienten von Beschwerden zu befreien und Schmerzen zu lindern, sodass diese Ihren Alltag mit möglichst wenig Einschränkungen bewältigen können. 

 

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Über die Autorin

Corinna Aschenbrenner

B.A. Gesundheitsmanagement

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin

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