Der Meniskusriss

Wie kann ich mich bei einem Meniskusriss behandeln lassen?

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Meniskusriss.

Der Meniskus - Funktionsweise im Kniegelenk

Der Meniskus ist ein halbmondförmiger Knorpel im Kniegelenk, der beispielsweise beim Joggen oder Springen als „Stoßdämpfer“ agiert. 

Die Menisken bestehen aus Bindegewebe und elastischem Knorpel.

Der Innenmeniskus ist mit dem Innenband und der Gelenkkapsel verwachsen.

Dadurch neigt er häufiger zu Verletzungen als der Außenmeniskus, da er starrer und weniger beweglich als der Außenmeniskus ist. 

 

Die Menisken sorgen dafür, dass der Druck auf das Gelenk optimal verteilt wird.

Sie werden vor allem bei schnellen Bewegungen, bei denen das Knie gedreht wird, beansprucht.

So verringert die glatte Knorpeloberfläche des Meniskus die Reibung, welche bei einer Bewegung im Kniegelenk zwischen dem Gelenkkopf und der Gelenkpfanne entsteht. 

Beschwerden am Meniskus: Ursachen und Symptome

Beschwerden am Meniskus können auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden und von zum Beispiel einer persönlichen Disposition oder äußeren Belastungen hervorgerufen werden.

  • Natürlicher Verschleiß – Durch jahrelange Belastung erleidet auch der Meniskus, wie jedes andere menschliche Gewebe, natürlichen Verschleiß. Das straffe Bindegewebe des Meniskus verliert an Elastizität und wird spröde, was zu Einschränkungen in der Beweglichkeit führt, da ein reibungsloser Bewegungsablauf nicht mehr möglich ist.

  • Dauerbelastung – Stehen die Menisken ständig unter Belastung, bei zum Beispiel einer knienden Tätigkeit oder bei Leistungssportlern, kann dies zu kleinsten Verletzungen, sogenannte Mikrotraumata, führen. Über Monate und Jahre hinweg, können sich diese Kleinstverletzungen zu einem Riss ausbilden. 

  • Unfälle – Geraten die Menisken unter zu hohe Belastungen können diese reißen. Ist das Knie unter Belastung gebeugt und gerät plötzlich in eine starke Drehbewegung kann das zu einem Riss führen.

Die folgenden Symptome können ein Anzeichen einer Verletzung des Meniskus sein.

Bei Schmerzen am Knie sollten Sie einen entsprechenden Arzt konsultieren.

Ein Riss am Meniskus kann zu Schwellungen am Kniegelenk und Schmerzen an der Innen- bzw. Außenseite des Knies führen, je nachdem welcher Meniskus von der Verletzung betroffen ist. 

Außerdem kann der Meniskus beschädigt sein, wenn Drehbewegungen des Gelenkes im Stand schmerzhaft sind, das Kniegelenk während des Gehens plötzlich wegsackt oder der Betroffene das Bein nicht mehr strecken kann. Ist ein Strecken nicht mehr möglich, kann das ein Hinweis auf einen Meniskusriss sein. 

Manchmal klemmen sich Teile des beschädigten Meniskus zwischen Ober- und Unterschenkel ein und blockieren dadurch die Streckung des Beines. 

 

Formen unterschiedlicher Meniskusrisse

Je nach Form und Art des Risses wird in der Medizin zwischen drei Arten unterschieden:    

 

  • Vertikaler Meniskusriss – der Riss verläuft parallel zur Form des Meniskus von oben nach unten

  • Horizontaler Meniskusriss – der Riss trennt den Meniskus in einen oberen und einen unteren Teil

  • Radiärer Meniskusriss – der Riss reicht vom dünnen Innenrand bis zum dicken Außenrand des Meniskus

 

 

Wie kann ein Meniskusriss behandelt werden?

Bei kleineren Rissen des Meniskus wird dies meist konservativ therapiert, zum Beispiel mit Schmerzmitteln, Kortisonspritzen und Physiotherapie. 

Bleiben die Schmerzen bestehen, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein.

Die Operation am Meniskus gehört in Deutschland zu den am häufigsten durchgeführten operativen Eingriffen und wird in der Regel meist minimalinvasiv durch eine Arthroskopie durchgeführt.

Prinzipiell gibt es zwei Arten an Operationen: die minimalinvasive Arthroskopie und die offene OP. 

Bei kleinen Rissen am Meniskus kann auch eine konservative Therapie Erfolg versprechen, bei größeren Rissen ist eine Operation ratsam.

 

Wann muss ein Meniskusriss operiert werden?

Ob ein Meniskus operiert wird oder nicht, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, hier spielen beispielsweise das Alter, der Leidensdruck und die Schwere der Verletzung eine Rolle.

Da die Menisken aus Weichgewebe bestehen, ist die Verletzung bei einer normalen Röntgenaufnahme nicht erkennbar.

Eine Kernspintomographie kann die Verletzung im Knie gut abbilden, eine Arthroskopie kann genauen Aufschluss über den Umfang der Verletzung geben. Lässt man einen Meniskusschaden unbehandelt kann dieser zu Kniegelenksarthrose und anderen Verschleißerscheinungen im Knie führen. 

 

Wie läuft die Meniskus-OP ab?

Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) führt der Arzt über einen kleinen Hautschnitt am Knie eine Sonde mit Mikrokamera in das Kniegelenk ein.

So wird dem Operateur ermöglicht das Gelenk von innen zu sehen, den genauen Umfang der Verletzung zu beurteilen und gegebenenfalls direkt zu operieren. Diese Art von Eingriff schont das umliegende Gewebe, durch die kleinen Einschnitte wird die Verletzung minimiert und der Patient hat in der Regel weniger Schmerzen nach der Operation.

Zudem verläuft die die Regeneration schneller als bei einer offenen Operation am Kniegelenk.

Bei einer offenen OP wird das Knie mit einem 5 cm langen Schnitt geöffnet und nach der Meniskusnaht oder auch Transplantation wieder zugenäht. Diese offene OP- Methode wird heute nur noch angewandt, wenn größere Verletzungen am Meniskus am Knie vorliegen.

 

Je nach Größe und Art der Verletzung des Meniskus, gibt es drei Arten von Operationsverfahren: 

 

  • Meniskusrefixation - Rekonstruktion des eigenen Meniskus

  • Meniskusresektion - teilweise oder komplette Entfernung von beschädigtem oder freiem Meniskusgewebe

  • Meniskustransplantation - ein künstlicher Meniskus wird eingesetzt

 

Das Ziel jeder Meniskusoperation ist die Bewegungsfähigkeit im Knie und einen schmerzfreien Bewegungsablauf wiederherzustellen. 

Ist der Riss am Meniskus nicht so groß ist, kann er durch eine Meniskusrefixation erhalten bleiben.

Bei der Refixation wird das abgerissene Menikusgewebe wieder an den gesunden Teil des Meniskus genäht, hierfür wird das Gewebe in die ursprüngliche Position gebracht, die Ränder geglättet und durch resorbierbare Materialien in Position gehalten.

Eine Refixation ist nur möglich, wenn der Riss sich NICHT durch den gesamten Meniskus zieht und ein Teil des Meniskus noch an der Kapsel befestigt ist, sodass der Meniskus dort wieder angenäht werden kann und mit Nährstoffen weiterhin versorgt wird.

Eine Meniskusnaht eignet sich hervorragend, um die normalen anatomischen Verhältnisse wieder herzustellen, kann aber nur bei noch kleinen Rissen im Meniskus angewandt werden. 

Bei einer Meniskusresektion wird entweder das abgerissene Stück (Teilresektion) oder der komplette Meniskus entfernt.

Zu dieser Methode greift man, wenn sich Teile des Meniskus vollständig gelöst haben, degenerative Veränderungen im Knie erkennbar sind oder die Verletzung des Meniskus schon einige Zeit her ist und dieser nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wurde.

Ist der eigene Meniskus zu sehr beschädigt muss dieser durch eine Meniskustransplantation ersetzt werden.

Bei dieser Methode wird der beschädigte Meniskus vollständig entfernt und ein Ersatz kommt an dessen Stelle. 

Die Ersatzmodelle sind meist aus Kollagen/ Polyurethan oder von einem menschlichen Spender. Vor der Implantation eines Ersatzmeniskus wird dieser exakt an die Größe des eigenen Meniskus angepasst. 

Die Implantation wird meist arthroskopisch durchgeführt, der Vorteil einer Implantation des Meniskus liegt darin, dass sich im besten Fall das entfernte Gewebe wieder neu bilden kann.

Eine Transplantation wird vor allem bei jüngeren Patienten in Betracht gezogen.

 

 

Wie lang ist der Heilungsprozess nach einer Meniskus- OP?

Der Heilungsprozess nach einer Operation am Meniskus beträgt zwischen zwei und acht Wochen bis das Knie wieder belastet werden kann. Der Verlauf der Heilung hängt von mehreren Faktoren ab und kann sich je nach individueller Ausgangssituation verkürzen oder auch verlängern.

Die Heilung des Meniskus mit einer konservativen Therapie kann Wochen bis Monate dauern.

 

Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen abhängig von Ihrer persönlichen Situation eine genaue Auskunft über die Dauer des Heilungsprozesses geben können. 

Nach jedem Eingriff steht eine individuelle Physiotherapie an, bei dieser werden Knie und die Muskulatur wieder langsam an die Bewegung gewöhnt werden. Nach erfolgreicher Nachbehandlung kann das Knie in der Regel fast wie vor der Verletzung belastet werden.

Nach einer Meniskusrefixation darf der Operierte das Knie einige Wochen lang nur sehr vorsichtig bewegen, damit die Heilungsprozesse nicht gestört werden und der Meniskus wieder fest zusammen und anwachsen kann.

Nach einer Refixation bekommen Betroffene eine Schiene zur Ruhigstellung des Kniegelenks. Nach drei Wochen kann eine vorsichtige Belastung des Beines vorgenommen werden und nach zwei Monaten wieder leichte sportliche Tätigkeiten.

 

Nach einer Meniskusresektion kann der/die Betroffene schon am gleichen Tag nach der OP mit Krücken nachhause und schon in den ersten Wochen nach der OP kann mit der Rehabilitation begonnen werden.

 

Nach einer Meniskustransplantation zieht sich der Heilungsprozess über mehrere Monate hinweg, ähnlich wie bei einer Meniskusrefixation darf das Knie erst 6 Wochen nach der OP wieder belastet werden.

Belastet man das Knie zu früh, kann man die Heilungsprozesse stören und erneute Verletzungen riskieren. Bis das Knie wieder voll belastbar ist, kann es bis zu drei Monaten dauern.

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Über die Autorin

Corinna Aschenbrenner

B.A. Gesundheitsmanagement

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin