Hüftoperation - Für schmerzfreie Bewegungsfreiheit


Die meisten Menschen freuen sich auf den Beginn ihrer zweiten Lebenshälfte. Denn dann sind die Kinder aus dem Haus, die Rente beginnt und es bleibt Zeit für genussvolle Momente als Paar. Viele füllen die gemeinsamen Stunden mit Ausflügen in die Natur, Reisen in ferne Länder oder auch Beschäftigungen mit den Enkelkindern.

Doch was ist, wenn all diese schönen Dinge in den Hintergrund treten, weil Sie unter Schmerzen im Bewegungsapparat leiden? Diese Vorstellung ist nicht nur deprimierend, Schmerzen schränken vor allem die Lebensqualität ein. Denn aus chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates resultieren Bewegungseinschränkungen, Schlafmangel und soziale Isolation. Doch Sie müssen nicht mit chronischen Schmerzen altern. Viele Probleme lassen sich sehr gut behandeln. Dazu gehören auch Einschränkungen des Hüftapparates. Denn nahezu jeder dritte Mensch über 60 Jahre hat Probleme oder Schmerzen in der Hüfte – fast 95 % davon können sehr zufriedenstellend behandelt werden,ob mit oder ohne Hüftoperation.

Lesen Sie weiter und erfahren Sie alles Wichtige zum Thema Behandlung des Hüftgelenks, Hüft-Operationen und postoperative Maßnahmen.

Die Hüfte – ein komplexer Teil unseres Bewegungssystems

Die Hüfte selbst ist ein Kugelgelenk von der Größe einer Faust. Dieses Gelenk besteht aus einem kugelförmigen Kopf, welcher auf dem oberen Ende des Oberschenkelknochens sitzt, und einer konkaven Aushöhlung im Beckenknochen. Diese beiden knöchernen Elemente bilden zusammen das sogenannte Articulatio Coxae, welches umgangssprachlich als „Hüfte“ bezeichnet wird. Bei jeder Bewegung der unteren Extremitäten oder des Rückens ist das Hüftgelenk in Bewegung. Um dies optimal zu gewährleisten, sind die Knochenflächen der Gelenkpartner mit hyaliner Knorpelschicht überzogen. Die sich permanent neu bildende Gelenkflüssigkeit garantiert gleitende Hüftbewegungen in jeder Achse.

Im Laufe der Jahre kommt es jedoch häufig zu Schmerzen in der Hüfte, im Rücken, in den Beinen oder Füßen und infolgedessen auch zu Bewegungseinschränkungen. Ursache ist in den meisten Fällen die in der Fachsprache als Coxarthrose bezeichnete Abnutzung des Hüftknorpels. Dies geschieht vor allem durch eine erhöhte Reibung oder eine Fehlstellung des Oberschenkel-Kopfes in der Beckenpfanne. Eine Fehlstellung der Füße, auch Senk-, Spreiz-, oder Plattfuß genannt, Übergewicht, Entzündungen oder eine altersbedingte geringere Produktion von Gelenkflüssigkeit liegen hier den meisten Fällen zugrunde und können manchmal sogar eine Hüftoperation notwendig machen. Auch rheumatisch-entzündliche Erkrankungen, Nervenkompressionen oder eine Fraktur im Bereich des Hüftgelenks können Ursache für Hüftschmerzen und Bewegungseinschränkungen sein.

Konservative Behandlung oder minimalinvasive Hüft-OP

Bei Schmerzen oder Beschwerden ist es sinnvoll, sich zuerst an den Hausarzt zu wenden. Dieser wird nach einer eingehenden Anamnese und einer ausführlichen Untersuchung zumeist zu einem Facharzt überweisen. Abwarten ist selten sinnvoll, denn im Laufe der Zeit können beispielsweise Abnutzungen zu irreparablen Schäden führen oder Schmerzen chronifizieren.

Für die Art der Therapie ist es vor allem wichtig, die Qualität der Hüftschmerzen festzuhalten:

  • Treten diese im Bereich des Hüftgelenks selbst oder unter- bzw. oberhalb davon auf?
  • Strahlen diese Schmerzen in den Bauchraum oder in die Beine?
  • Haben Sie zudem Schwellungen oder Verformungen im Bereich der Hüfte?
  • Inwiefern ist Ihre Bewegung dadurch eingeschränkt?

Der Facharzt versucht häufig, zuerst mithilfe konservativer Behandlungsmethoden die Beschwerden zu lindern und somit das Gelenk zu erhalten. Zu den wichtigsten nicht-invasiven Arten zählen Schmerzmittel und physikalische Anwendungen wie die Infrarotlicht-Therapie. Wenn Sie unter Übergewicht leiden, kann es sehr hilfreich sein, durch Ernährungsberatung und gezielter Bewegungstherapie das Gewicht zu reduzieren und das eigene Hüftgelenk noch länger zu erhalten ohne die Hüfte operieren zu müssen. Wenn der Hüftschmerz jedoch als sogenannter „Anlauf-Schmerz“ auftritt, also Beschwerden nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen, dann handelt es sich in den meisten Fällen um eine Coxarthrose, was bedeutet, dass Patienten die Hüfte operieren lassen müssen. Auch Frakturen im Bereich des Articulatio Coxae werden mithilfe einer Hüft OP minimalinvasiv behandelt. Ebenso verhält es sich bei rheumatoider Arthritis oder Osteoporose.

Für eine Hüftoperation: Praxis oder ins Krankenhaus?

Für die konservative Behandlung im Hüftgelenk sind Sie in der Praxis eines Spezialisten bestens aufgehoben.

Stellt sich jedoch die Frage, ob Sie eine HEP oder eine TEP benötigen, dann sollten Sie für die minimalinvasive Hüft-OP Kliniken suchen, welche sich auf dieses Fachgebiet spezialisiert haben.

Das richtige Krankenhaus für die Hüftoperation finden

Ihr Hausarzt oder ein niedergelassener Facharzt kann Ihnen mit Sicherheit Auskunft darüber erteilen, wo Sie für eine minimalinvasive Hüft OP Kliniken finden. Aber auch mit unserer Suchfunktion lassen sich geeignete Krankenhäuser in Ihrer Nähe finden, die Erfahrung mit Hüftoperationen haben. Lassen Sie sich auf jeden Fall vor einem operativen Eingriff ausführlich beraten. Eine gute Klinik bietet Sprechstunden an, bei dem nicht nur innerhalb der Anamnese Vorerkrankungen der Patienten erfragt werden. Hier haben Patienten auch die Möglichkeit, Wünsche zu äußern und Fragen zu stellen.

Welche Arten der Hüftgelenk-Operation gibt es?

Je nachdem, was ursächlich zu Hüftschmerzen und Bewegungseinschränkungen führte, kommt meist eine sogenannte HEP oder TEP zum Einsatz. Diese werden entweder klassisch, minimal-invasiv oder nach der AMIS-Technik operiert. Abhängig von der Art wird der Eingriff mithilfe einer Spinalanästhesie oder unter Vollnarkose vorgenommen und dauert zwischen 40 und 90 Minuten.

Unter einer HEP (Hüftgelenks-Endoprothese) versteht man den Austausch des Gelenkkopfes. Dazu wird zuerst das körpereigene, kugelförmige Ende des Oberschenkel-Knochens abgesägt und eine Aussparung in den Knochen gefräst. Das Implantat besteht aus einem Schaft mit einer aufliegenden Kugel, welches keilförmig in den Oberschenkel-Knochen einzementiert oder geschraubt wird. Ist es zusätzlich auch notwendig, die konkave Pfanne des Hüftgelenks zu ersetzen, so spricht man von einer TEP (Total-Endoprothese). Dazu wird auch die Aussparung im Beckenknochen ausgefräst und durch eine Implantat-Pfanne ersetzt.

Um eine optimale Gleitfähigkeit der Implantate zu gewährleisten, bestehen der künstliche Gelenkkopf aus Keramik und die künstliche Gelenkpfanne aus einem Metall-Polyethylen-Gemisch. Somit ist aufgrund der Oberflächenstruktur die Reibung minimal, die Bewegungsfähigkeit optimiert und die Haltbarkeit auf etwa 25 Jahre bemessen.

Wie läuft eine Hüftgelenk Operation ab?

Nach einer umfassenden Untersuchung, Knochendichte-Messung, Wirbelsäulen-Vermessung und Röntgenaufnahme wird eine computergestützte Planung der Hüftgelenk OP vorgenommen. Viele Mediziner raten den Patienten, vor der Operation bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion anzustreben und für eine optimale Durchblutung der Hüftregion auf Nikotin zu verzichten.

Je nach Erfahrung des Chirurgen und der Erkrankung des Patienten erfolgt der Einsatz der Implantate klassisch oder minimal-invasiv. Bei der klassischen Methode wird ein etwa 15cm langer Hautschnitt gesetzt und anschließend müssen mehrere Muskelschichten durchtrennt werden. Wenn die Hüft OP minimalinvasiv erfolgt, setzt der Chirurg einen kleinen, etwa 5cm großen Hautschnitt und operiert durch den physiologischen Muskeltunnel von hinten oder von der Seite hindurch, ohne dabei Muskeln und Sehnen zu durchtrennen. Die AMIS-Methode ist eine minimal-invasive Anwendung von vorne an den Nervenästen vorbei.

Die Operation selbst umfasst das Abtragen des pathologischen Knochengewebes und das Einsetzen des Implantates. Anschließend werden die chirurgisch gesetzten Schnitte verschlossen. Jede minimal-invasive Technik ist für den Patienten besser, da sehr viel Gewebe geschont wird, was zu kleineren Narben, weniger post-operativen Schmerzen und einem geringeren Blutverlust führt. Dadurch profitieren die meisten Menschen von einem kürzeren Krankenhausaufenthalt und einer kürzeren Rehabilitationszeit. In der Nachsorge ist auch das Luxationsrisiko, also die Gefahr, dass sich der Gelenkkopf aus der Gelenkpfanne herausschiebt, wesentlich geringer, da die Muskulatur nicht durchtrennt wurde und deshalb stabiler ist.

Welche Risiken birgt eine Hüftgelenk-OP?

Wie jeder andere chirurgische Eingriff auch, besteht ein Narkose- und Operationsrisiko, das mit zunehmendem Alter und Begleiterkrankungen steigt. Zu den klassischen Komplikationen zählen beispielsweise Wundheilungsstörungen, Blutergüsse, Venenthrombosen oder Infektionen. In seltenen Fällen kann es im späteren Verlauf auch zu Luxationen oder Verwachsungen kommen.

Unterstützende Maßnahmen nach der Behandlung

Die Nachbehandlung beginnt direkt am Tag der Operation und umfasst eine medikamentöse Schmerztherapie, eine professionelle Wundversorgung und eine adäquate Physiotherapie. Dies hat zum Ziel, einerseits die eingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks zu verbessern und durch gezielten Muskelaufbau die Regeneration fördern. Andererseits soll vor allem einer Schonhaltung und einer daraus resultierenden Einsteifung des Gelenks entgegengewirkt werden.

Es gibt einige Verhaltensweisen, die Sie nach einer Hüft OP beachte sollten, um das Auftreten von Schmerzen oder Heilungsstörungen zu minimieren. So empfiehlt es sich, etwa 2 Wochen nach der Operation auf dem Rücken zu schlafen, etwa 3 Monate erhöht zu sitzen, um die Beine nicht mehr als 90 Grad zu beugen, Überstrecken der Hüfte in jeder Achse zu vermeiden und stets feste Schuhe zur Sturzvermeidung zu tragen.

Die Rehabilitationsphase ist von Patient zu Patient unterschiedlich und kann zwischen 2 und 5 Monaten dauern. Hier bietet sich unter Umständen ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik an. In der Regel sind Menschen, welche eine minimalinvasive Hüft OP auskuriert haben, nach durchschnittlich 3 Monaten wieder komplett genesen und die Muskelkraft ist wieder vollständig hergestellt, sodass sie den schönen Dingen des Lebens, wie Fahrradfahren, Wandern, Autofahren oder Skifahren wieder nachgehen können.


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