Meningitis

Was ist Meningitis?

ICD 10 – G00 bis G03

Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die das zentrale Nervensystem umhüllen.

Es handelt sich um eine Erkrankung, die unbehandelt tödlich sein kann. Verschiedene Viren und Bakterien verursachen sie.

 

Ursachen und Symptome einer Meningitis

Ursachen

Ärzte unterscheiden üblicherweise zwischen einer viralen und einer bakteriellen Meningitis.

 

Symptome

Die Symptome sind jedoch ähnlich: Patienten leiden unter starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Fieber und Bewusstseinsminderung sind weitere typische Beschwerden.

Gelegentlich finden sich zudem bestimmte andere Anzeichen: Patienten können die Knie nicht strecken (Kernig-Zeichen), ziehen die Beine an, wenn sie den Kopf vorbeugen (Brudzinski-Zeichen) oder haben Schmerzen, wenn das Bein gebeugt wird (Lasègue-Zeichen). Diese Zeichen kommen nicht häufig vor, jedoch selten bei anderen Erkrankungen.

 

Wann muss eine Meningitis behandelt werden?

Grundsätzlich ist es wichtig, die Krankheitsursache schnellstmöglich abzuklären.

Denn gerade im Rahmen einer bakteriellen Meningitis ist es wichtig, zügig mit der Bekämpfung der Erreger zu beginnen. Dadurch kann sich die Überlebenschance erheblich verbessern.

 

Wie läuft die Behandlung ab?

Eine schnelle Behandlung kann entscheidend für die das Überleben des Patienten sein.

Deswegen wird die Meningitis vielfach direkt mit einem Breitbandantibiotikum behandelt, obwohl der Erreger noch nicht klar ist. Nach der Ausstrichuntersuchung wird das Antibiotikum dann gegebenenfalls an das Bakterium angepasst. Zusätzlich erhalten Patienten häufig Corticosteroide.

Besonders langwierig ist die Behandlung der tuberkulösen Meningitis sein. Hier erhalten Patienten zwischen sechs und zwölf Monate lang sogenannte Tuberkulostatika.

Handelt es sich um Viren, kann die Meningitis nicht ursächlich geheilt werden. Dann beschränkt sich die Behandlung üblicherweise auf konservative Maßnahmen wie Bettruhe und Schmerzmittel. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie beispielsweise Antiherpetika.

 

Wie läuft die OP ab?

Bei schweren Verläufen behandeln einige Ärzte Gehirnödeme, indem sie den Schädel operativ öffnen. Bei sogenannten Entlastungstrepanationen wird ein Teil des Schädels herausgetrennt und so der Gehirndruck verringert. Ihr therapeutische Effekt ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht gesichert.

In vielen Fällen ist eine Lumbalpunktion unumgänglich, weil der Erreger möglichst genau bestimmt werden muss.

Dabei führt der Arzt eine Hohlnadel in den Lumbalkanal ein. Er enthält Nervenwasser, auch Liquor genannt. Darin finden sich nicht nur typische Krankheitsanzeichen, wie ein erhöhter Proteinanteil und rote und weiße Blutkörperchen.

Auch Bakterien, die die Meningitis verursachen, lassen sich hierin nachweisen. Allerdings dauert die Diagnostik rund 48 Stunden.

 

Wie lange ist die Heilungsdauer einer Meningitis?

Die Heilung hängt stark vom Krankheitsverlauf ab. In vielen Fällen bessert sich die Meningitis nach zehn Tagen bis zwei Wochen.

 

Welche Risiken birgt der Eingriff?

Typische Risiken sind Infektionen und Nichtvertragen der Narkosemittel. Bei der Lumbalpunktion tritt zudem oftmals ein postpunktioneller Kopfschmerz auf, der einige Tage anhalten kann.

 

Gibt es Spezialisten für Meningitis?

Es gibt einige Kliniken, die Meningitis häufiger behandeln als andere Krankenhäuser.

Allerdings ist Meningitis in Deutschland selten.

Dadurch sind die Fallzahlen insgesamt niedrig. Patienten sollten vor allem Wert auf eine schnelle Diagnostik und im Falle einer bakteriellen Meningitis auch Behandlung legen. Gute Ansprechpartner dafür sind die Neurologischen Abteilungen in Krankenhäusern, die oft gut auf dies Krankheit vorbereitet sind.

 

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Über die Autorin

Sarah Kreilaus

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin

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