Bandscheibenvorfall

Jährlich erleiden circa 200 000 Menschen in Deutschland einen Bandscheibenvorfall.

Knapp 10 Prozent davon müssen operativ behandelt werden. Symptome eines Bandscheibenvorfalls können sich unterschiedlich bemerkbar machen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Bandscheibenvorfall und dessen medizinische Behandlungsmöglichkeiten.

 

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Prinzipiell wird bei Bandscheibenvorfällen zwischen einem Prolaps und einer Protrusion der Bandscheibe unterschieden. Eine Protrusion kann ebenso schmerzhaft sein, da die Vorwölbung auch auf Nervenbahnen des Rückenmarkes drücken kann.

Ein Prolaps der Bandscheibe beschreibt ein Austreten des Gallertkerns aus der Bandscheibe.

Der Faserring um die Bandscheibe ist stark beschädigt, der Gallertkern tritt aus.

Werden dadurch Nerven des Rückenmarks eingeklemmt, kann dies zu starken Schmerzen oder Lähmungen führen. 

 

 

Eine Protrusion hingegen beschreibt eine Vorwölbung des Gallertkerns, aber noch kein Austreten.

Der Faserring, welcher sich um die Bandscheibe zieht, ist noch intakt.

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Ursachen eines Bandscheibenvorfalls

Der Auslöser eines Bandscheibenvorfalls ist meist eine nach vorne gebückte Drehbewegung des Oberkörpers. Die Ursache jedoch liegt an den Bandscheiben selbst. Werden die Bandscheiben nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wird das Knorpelgewebe rissig und porös. 

Die Bandscheiben saugen sich wie Schwämme über Nacht (während die Wirbelsäule im liegen entlastet wird) mit Nährstoffen voll, tagsüber werden sie belastet und geben wieder Flüssigkeit ab.

Sport und Bewegung tragen zu einer optimalen Versorgung der Bandscheiben bei, da diese die Regenerationsprozesse unterstützen. Bewegungsmangel und eine falsche Haltung können einen Bandscheibenvorfall begünstigen.

Da die meisten Tätigkeiten in der modernen Gesellschaft sitzend durchgeführt werden und auch im Alltag vieler zu wenig Bewegung stattfindet, leiden die Bandscheiben unter Verschleißerscheinungen.

Eine Protrusion der Bandscheibe kann entstehen, wenn der Faserring um die Bandscheibe an Festigkeit verliert. Dabei kommt es zu einer Verwölbung des Gallertkern, zudem kann es zu einer Ausbeulung des Faserrings kommen.

Ist die Bandscheibe bereits in einem schlechteren Zustand, entsteht ein Prolaps der Bandscheibe. Der Faserring kann der Belastung nicht mehr standhalten und reißt. Der Gallertkern tritt aus der Bandscheibe aus.

 

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Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Ein Bandscheibenvorfall kann auch unbemerkt bleiben und ohne spürbare Symptome verlaufen. Eine genaue Untersuchung ist deshalb so enorm wichtig, um vor einer Fehlbehandlung zu schützen. Bandscheibenvorfälle sind in allen Bereichen der Wirbelsäule möglich. 

 

Je nachdem wo der Bandscheibenvorfall vorliegt, können sich die Symptome verändern.

 

Liegt ein Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelsäulenbereich vor, treten zum Beispiel Schmerzen vermehrt in diesem Bereich des Rückens auf. Taubheitsgefühle können dabei bis in die Beine strahlen. 

Wenn jedoch ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule auftritt, begrenzt sich der Schmerz mehr auf den Kopf, Hals und Nackenbereich. Durchblutungsstörungen der Arme können zu Taubheitsgefühlen in den Händen führen. Schwindel und Druckgefühl in den Ohren können ebenfalls zu den Symptomen zählen. 

Es gibt auch sehr schwere Bandscheibenvorfälle, bei denen Lähmungserscheinungen und der Kontrollverlust der Schließmuskulatur mit einhergeht.

Hier ist auch entscheidend, wo der Bandscheibenvorfall vorliegt. Liegt beispielsweise ein Bandscheibenvorfall im untersten Bereich der Lendensäulenwirbel vor, kann ein dort verlaufendes Nervenbündel gequetscht werden.

Eine Quetschung des Nervenbündels hat starke Auswirkungen auf Betroffene. Dabei kann es zu starken Lähmungserscheinungen der Beine kommen.

Um bleibende Schäden an den Nervenbahnen zu verhindern, muss in solch drastischen Fällen schnell reagiert werden

Wie kann ich einen Bandscheibenvorfall behandeln lassen?

Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss operativ behandelt werden. Solange Betroffene keine Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen wahrnehmen, kann in der Regel konservativ behandelt werden. 

Konservative Behandlungen wie Physiotherapie, schmerzlindernde Therapie und Übungen zum Muskelaufbau helfen meist zu einer Linderung der Beschwerden.

Zudem kann ein Bandscheibenvorfall auch auf natürliche Weise heilen. Die hervortretenden Bandscheibenteile werden nach und nach vom Körper zersetzt. Das lindert den Schmerz, der durch die Quetschung der Nervenbahnen entsteht. Jedoch kann der Volumenverlust der Bandscheibe nicht ausgeglichen werden.

Dies macht eine Stärkung der Rückenmuskulatur und regelmäßige Bewegung so wichtig, denn so kann der Druck auf die Bandscheiben verringert werden. Tritt nach acht Wochen keine Besserung der Symptome auf, wird zu einer Operation geraten.

Bei Lähmungserscheinungen muss operativ gehandelt werden, um vor einer anhaltenden Schädigung der Nerven zu vorzubeugen. 

 

Wie läuft die Bandscheiben OP ab?

Ein Bandscheibenvorfall kann durch verschiedene Operationsverfahren behoben werden.

 

Es kann offen, mikrochirurgisch oder endoskopisch operiert werden.

Ziel einer Operation ist es den Schmerz zu lindern, vor einer Langzeitschädigung der Nerven zu schützen, jedoch aber nicht, die Funktion der Bandscheibe wieder herzustellen.

Der Operateur entfernt das aus der Bandscheibe getretene Gewebe vollständig. Teilweise wird das gesamte Innere der Bandscheibe geleert. Damit verliert sie Ihre Funktion, es kann aber auch kein erneuter Bandscheibenvorfall geschehen. Allgemein sind die Heilungschancen aber besser, wenn die Bandscheibe nicht geleert wird und so noch ein Restvolumen behält. Die Beschädigung an der Bandscheibe wird nicht behandelt, degenerative Veränderungen des Knorpels bleiben bestehen.

Unterstützend sollte immer Sport gemacht werden, denn ein verringertes Volumen einer Bandscheibe führt zu einer Instabilität in der Wirbelsäule und sollte durch die Stärkung der Rückenmuskulatur ausgeglichen werden. 

Im Vergleich erholen sich Betroffene nach einer Operation schneller, als Betroffene die konservativ behandlet werden. 

 

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Wie lange dauert der Heilungsprozess?

Je nach Therapieart variiert die Heilungsdauer. Wird ein Bandscheibenvorfall konservativ therapiert dauert es zwischen vier und zwölf Wochen, bis der Bandscheibenvorfall geheilt ist. Was bedeutet, bis das ausgetretene Bandscheibengewebe vom Körper abgebaut ist und der Druck auf die Nervenbahnen nachlässt. Eine leichte Belastung und Muskelaufbau sollten stetig stattfinden. 

Nach einer Operation verbleiben Betroffene ein paar Tage im Krankenhaus, eine Mobilisation erfolgt in der Regel am ersten oder zweiten Tag nach der OP.

Anschließend geht es zu einem dreiwöchigen Reha Aufenthalt. Wann wieder eine volle Belastung stattfinden kann, hängt immer von der betroffenen Person ab. Physiotherapie empfiehlt sich allerdings direkt im Anschluss an die Reha. 

Über die Autorin

Corinna Aschenbrenner

B.A. Gesundheitsmanagement

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin

 

 

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