Skoliose

Von einer Skoliose der Wirbelsäule sind etwa 3 % - 5% der Deutschen betroffen. Eine Skoliose ist eine Fehlstellung der Wirbelsäule, was sich ebenfalls auf die Haltung des Oberkörpers auswirkt. 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Skoliose und dessen Behandlungsmöglichkeiten.

 

Was ist eine Skoliose an der Wirbelsäule?

Ist die Wirbelsäule seitlich um mehr als zehn Prozent gekrümmt spricht man von einer Skoliose.

Eine Wirbelsäulenverkrümmung wird je nach Art und Lage der Verkrümmung in vier verschiedene Formen unterschieden:

Formen der Skoliose

 

  • Skoliose der Brustwirbelsäule (thorakale Skoliose)

  • Skoliose der Lendenwirbelsäule (lumbale Skoliose)

  • Skoliose im Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule (thorakolumbale Skoliose)

  • Skoliose in Brust- und Lendenwirbelsäule (thorakale und lumbale Skoliose)

Anhand eines Röntgenbildes kann der Arzt eine Diagnose stellen und die Krümmung der Wirbelsäule genau betrachten. Der sogenannte Cobb-Winkel bestimmt den Grad der Krümmung der Wirbelsäule. 

Die Skoliose ist das älteste orthopädische Leiden, das behandelt wird und noch immer sind nicht alle Ursachen der Entstehung geklärt.

 

 

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Ursachen einer Skoliose

Die Ursache einer Skoliose kann eine angeborene Fehlstellung der Wirbelsäule sein, eine durch einen Unfall entstandene Nervenschädigung oder aber auch die Spätfolge einer Erkrankung sein. 

Die idiopathische Skoliose

Die angeborene Skoliose entsteht dadurch, dass in der Wachstumsphase des Kindes oder des Jugendlichen eine Seite des Wirbelkörpers langsamer wächst als die andere. Das kann bei einem oder auch mehreren Wirbeln passieren.

Warum dies bei manchen Kindern der Fall ist, ist bis heute ungeklärt.

Die ungleich ausgeprägten Wirbelkörper führen so zu einer Drehung, einem Schiefstand der Wirbelsäule. Diese Form der Krümmung läuft ohne Schmerzen ab, oft entdecken die Eltern der betroffenen Kinder irgendwann den Schiefstand. 

Die symptomatische Skoliose

Handelt es sich um eine symptomatische Skoliose, bedeutet dies eine Grunderkrankung liegt vor und diese verursacht die Skoliose. Die Bezeichnung der Skoliose lässt auf die Ursache schließen.

  • Kongenitale Skoliose, aufgrund einer schweren vorgeburtlichen Entwicklungsstörung

  • Neuropathische Skoliose, aufgrund einer Erkrankung des Nervensystems 

  • Neuromuskuläre Skoliose, aufgrund einer Störung des Nervensystems oder des Muskelapparates

  • Myopathische Skoliose, aufgrund einer Erkrankung der Muskulatur, Muskelschwund etc.

  • Mesenchymale Skoliose, aufgrund einer Erkrankung des Bindegewebes

  • Metabolische Skoliose, aufgrund einer Erkrankung des Knochenstoffwechsels

  • Radiogene Skoliose, aufgrund der Folgen einer Strahlentherapie im Kindesalter

  • Posttraumatische Skoliose, aufgrund der Folgen eines Unfalls oder einer Amputation

  • Entzündliche Skoliose, aufgrund schwerer Entzündungen im Bereich der Wirbelkörper 

  • Systemerkrankungsbedingte Skoliose, aufgrund einer bestehenden Multiorganerkrankung 

 

 

Symptome einer Skoliose

Symptome einer Skoliose sind nicht immer Schmerzen.

Bei einer idiopathischen Skoliose bestehen keine Schmerzen, lediglich der Schiefstand des Körpers gibt einen Hinweis auf eine vorliegende Skoliose. Die meisten angeborenen Skoliosen werden bei Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren diagnostiziert. 

Anzeichen einer Skoliose im Allgemeinen können eine gebogene Wirbelsäule, eine ungleiche Schulterhöhe, Probleme mit dem Aufrechtstehen, ungleiche Beinlängen und Schmerzen im unteren Rücken sein. 

Lässt man eine Skoliose unbehandelt, verursacht diese in zunehmendem Alter mehr und mehr Komplikationen. Schmerzen nehmen weiter zu.

Durch die ständige Schieflage der Wirbelsäule entstehen übermäßige Abnutzungserscheinungen an den Bandscheiben und den Wirbelköpern.

Ein Schiefstand in der Wirbelsäule kann auch einen übermäßigen Verschleiß an anderen Gelenken mit sich bringen. Ebenso können Organe durch die Schiefstellung des Rumpfes in ihrer Funktion behindert werden.

 

 

Wie kann ich mich behandeln lassen?

Wie eine Skoliose behandelt wird, ist immer eine sehr individuelle Entscheidung.

Der erste Faktor für eine Ableitung einer Behandlung ist die Ursache der Skoliose. Weitere Faktoren sind das Alter der Patienten und der Grad der Skoliose. 

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Skoliosen unter zehn Grad benötigen meist keine gesonderte Behandlung. Trotzdem sollte eine Stärkung der Muskulatur des Rückens und der Wirbelsäule vorgenommen werden. Skoliosen mit einem Cobb-Winkel zwischen zehn und zwanzig Grad werden konservativ behandelt. Durch Bewegungstherapie, Physiotherapie und beispielsweise Haltungstraining wird versucht die Schiefstellung auszugleichen und vor allem einer Verschlimmerung entgegenzuwirken. 

Wirbelsäulenkrümmungen mit einem Winkel von über zwanzig Grad werden zusätzlich, zur konservativen Therapie, mit einem Korsett behandelt. Vor allem für Kinder im Wachstum ist dies wichtig. Das Korsett muss getragen werden, bis das Wachstum beendet ist. Der Orthopäde fertigt ein passgenaues Korsett an, welches circa einmal jährlich angepasst werden muss. Nur wer hier konsequent handelt, hat eine gute Chance die Krümmung der Wirbelsäule durch ein Korsett und entsprechende Übungen passiv zu korrigieren. 

Liegt eine schwere Krümmung von über 50 Grad vor hilft nur noch ein operativer Eingriff die Krümmung zu korrigieren.

 

 

Wie läuft die Operation ab?

Eine operative Behandlung einer Skoliose ist ein komplexer Eingriff und benötigt dementsprechend auch Vorbereitung.

Behandlungen wie Traktionen der Gelenke, also einer Dehnung der Bänder, bereiten den Körper auf den Eingriff vor.

Ziel einer solchen Operation ist es, die Verkrümmung der Wirbelsäule aufzurichten, die Rotation zu beseitigen und durch künstliche Implantate und Schrauben in dieser Stellung zu fixieren.

Danach folgt eine Freilegung der betroffenen Wirbelsegmente. Die Gelenke und Bänder werden entfernt, damit die Wirbelsäule beweglicher ist. Die zwischen den Wirbeln liegenden Bandscheiben werden ebenfalls entfernt und durch künstliche ersetzt. 

Anschließend werden Verankerungen an den zu fixierenden Wirbeln angebracht. Folgend werden zwei Metallstäbe in die gewünschte Form gebracht.

Danach können die Wirbel an den gebogenen Stäben ausgerichtet werden. Kleine Korrekturen sind auf Grund der modernen Schrauben noch möglich. Anschließend wird das Ergebnis der Operation nochmal mittels Röntgenbildes kontrolliert, sowie die Nervenfunktion überprüft.

Vor Wundverschluss wird Knochen angelagert, damit die Wirbel besser und schneller wieder zusammenwachsen können und zusätzlich werden Schmerzkatheter im Wirbelkanal platziert. Ein Wundverband wird angelegt und nachdem der Patient aus der Narkose aufwacht wird nochmal die Beweglichkeit aller Gliedmaßen überprüft.

 

 

Wie lange ist der Heilungsprozess nach der Operation ?

Nach der OP bleiben Betroffenen noch circa zwei bis drei Tage in der Klinik.

Anschließend geht es nach Hause. Hier muss mindestens noch vier Wochen Ruhe gewahrt werden, um die laufenden Heilungsprozesse nicht negativ zu beeinflussen. Nach circa sechs Wochen kann der normale Alltag wieder aufgenommen werden und Schmerzmittel langsam abgesetzt werden.

Bis wieder Sport gemacht werden darf, sollten mindestens zwischen vier und sechs Monate vergangen sein. Leichte Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen können dann begonnen werden. Nach einem Jahr ist die Wirbelsäule wieder voll belastbar. Auf Sportarten, die eine starke Belastung auf die Wirbelsäule auswirken, sollte trotz allem verzichtet werden. 

Über die Autorin

Corinna Aschenbrenner

B.A. Gesundheitsmanagement

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheit und Medizin

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