Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa ist keine Autoimmunerkrankung, auch wenn sie sich ähnlich äußert und diese Einordnung diskutiert wird. 

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Was ist Colitis ulcerosa?

Klar ist, dass eine genetische Disposition vorliegt. Der Lebensstil scheint eine Rolle beim Ausbruch der Krankheit zu spielen. 

Colitis ulcerosa verläuft in Schüben. Patienten leiden dann oft unter Durchfall, Blut im Stuhl und starken Bauchschmerzen sowie Koliken. Die Stuhlgangfrequenz kann bis zu vierzig Stuhlgänge innerhalb von 24 Stunden annehmen. Das verringert die Lebensqualität der Betroffenen und schwächt sie körperlich deutlich. 

Ein weiteres Problem sind die vielen Begleiterkrankungen. Der Körper kann durch die veränderte Darmschleimhaut Nährstoffe nicht so gut aufnehmen. Das führt zu einer körperlichen Schwächung und kann eine verminderte Knochendichte bis hin zur Osteoporose verursachen.

Außerdem sind zahlreiche weitere inflammatorische Krankheiten für Betroffene typisch.

 

Beispiele hierfür sind:

  • Morbus Bechterew mit rheumatisch entzündeten Gelenken

  • die Sakroiliitis, bei der sich die untere Wirbelsäule durch Entzündungen verändert

  • auch das Unterhautfettgewebe kann sich entzünden.

 

All diese Erkrankungen können sehr schmerzhaft sein. Zudem ist das Dickdarmkrebsrisiko erhöht. 

Bleibt Colitis ulcerosa unbehandelt oder lässt sich nicht therapieren, löst sich der Dickdarm durch die dauerhafte Entzündung selbst auf. Mediziner sprechen dann von einem toxischen Megakolon. Sie diagnostizieren die Krankheit zuerst durch eine eingehende Anamnese. Um Colitis ulcerosa und ihre Ausdehnung genau zu ermitteln, nutzen Ärzte Laborwerte und Ultraschall.

Das Labor ermittelt Entzündungswerte, Eisenhaushalt, Nierenfunktion, Transaminasen und Cholestaseparameter. Eine Stuhluntersuchung auf Clostridien schließt eine durch Bakterien verursachte Colitis aus. Außerdem erfolgt eine Koloskopie, also eine Darmspiegelung. Bei ihr entnimmt der Gastroenterologe auch kleine Mengen Gewebe, die im Labor auf typische Veränderungen untersucht werden.

 

Wie kann ich mich behandeln lassen?

Colitis ulcerosa befällt den Dickdarm an unterschiedlichen Stellen. Bei der Proktitis ist sie beschränkt auf das Rektum, bei der Linksseitencolitis reicht sie bis zur linken Flexur. Die ausgedehnte Colitis dehnt sich noch weiter hinaus bis zur Pancolitits.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Ausdehnung darüber bestimmt, mit welchen Medikamenten Ärzte die Erkrankung behandeln. Bei eine Proktitis reichen beispielsweise Zäpfchen aus, bei einer Linksseitencolitis sind Einläufe und Schaumpräparate vielversprechend. Eine ausgedehnte Colitis ulcerosa erfordert hingegen die orale Einnahme von Medikamenten.

 

Ziel ist es, Schübe zu verhindern oder zumindest abzuschwächen. Dafür erhalten Erkrankte außerhalb von Schüben eine Erhaltungstherapie.

Um die Abwehrkräfte in den Griff zu bekommen, nehmen Patienten mit Colitis ulcerosa üblicherweise immunsuppressive Medikamente ein. Während eines akuten Schubs nutzen Ärzte 5-Aminosalizylsäure (5-ASA) und Glucocortoide.

Reicht das nicht aus, setzen sie Immunsuppressiva wie TNF-Inhibitoren ein. Wenn die Erkrankung auf diese erste Therapie nicht anspricht, handelt es sich oft um eine steroidrefraktäre Colitis ulcerosa. Dann greifen Ärzte auf andere Medikamente wie bestimmte Antibiotika oder Calcineurin-Inhibitoren zurück.

 

Wie unterscheidet sich Colitis ulcerosa und Morbus Chron?

Morbus Chron und Colitis ulcerosa gehören zu den entzündlichen Darmerkrankungen.

 

Beide haben ähnliche Ursachen und Auswirkungen.

 

 

Der wichtigste Unterschied ist: 

 

Morbus Chron befällt den gesamten Verdauungstrakt.

 

Colitis ulcerosa konzentriert sich hingegen auf den Dickdarm und kann dort unterschiedliche Stellen betreffen.

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Über die Autorin

Sarah Kreilaus

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheitsthemen und Medizin

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