Die Darm-OP

Eine der häufigsten Operationen ist heute die endoskopische Entfernung von Darmpolypen. Sie sind grundsätzlich harmlos, können sich jedoch unentdeckt innerhalb weniger Jahren in Krebs verwandeln. 

Zwischen den Dünndarmschlingen entstehen durch Entzündungen oder OPs Verwachsungen, sogenannte Adhäsionen. Ärzte beseitigen sie operativ.

Führen Divertikel, also Ausstülpungen der Darmschleimhaut zu große Beschwerden, lässt sich diese Ursache im Rahmen einer Darm-Operation beheben.

Chronische Erkrankungen und Darmverschlüsse können es erfordern, Teile des Darms zu entfernen. Im Anschluss verbinden Chirurgen die freien Darmenden wieder miteinander. In schweren Fällen legen Ärzte einen künstlichen Darmausgang, der teilweise nur temporär bestehen bleibt.

 

Die Blinddarm- OP

Eine Blinddarm-OP zählt zu den Standardeingriffen in Kliniken.

Ablauf der OP

Der Chirurg eröffnet hierfür unter Vollnarkose entweder den Bauchraum oder gelangt über einen minimalinvasiven Zugang namens Laparoskopie an den Blinddarm.

Beide Verfahren dauern rund 20 Minuten, allerdings ist die Laparoskopie schonender und setzt sich deswegen immer stärker durch.

Ärzte durchtrennen bei einer Blindarm-OP die Verbindung von Dickdarm und Blinddarm und entfernen den Wurmfortsatz. Anschließend schließt der Chirurg die entstandene Öffnung im Dickdarm und die Schnitte in der Haut.

Nach der OP

Patienten bleiben nach der Operation wenige Tage in der Klinik. Rund zwei Wochen nach einem minimalinvasiven Eingriff können sie jedoch schon wieder Sport treiben.

 

 

Die Darmkrebs- OP

Im frühen Stadium reicht eine Operation aus.
 

Ablauf der OP

Üblicherweise entfernen Mediziner den betroffenen Teil des Darms. Die freien Enden näht der Chirurg anschließend wieder zusammen.

Oft entfernt er die angrenzenden Lymphknoten mit, um zu ermitteln, ob der Tumor bereits gestreut hat.

 

Ist dies der Fall, versuchen Ärzte den Darmkrebs durch weitere Operationen, Chemotherapie, Immuntherapie oder Bestrahlung zu bekämpfen.

Die Darmspiegelung

Darnspiegelungen werden als Vorsorgeuntersuchungen oder zum Abklären eines bestehendes Krankheitsverdachts durchgeführt.

Es wird ein dünnes Endoskop in den Darm des Patineten eingeführt. So kann zum einen der Darm von Innen untersucht werden und kleine Darmpolypen entfernt werden. Durch das Endoskop wird eine feine Schlinge aus Draht in das Darminnere eingeführt. Sie wird um den zu entfernden Polypen gelegt. Durch eine kurze Einwirkung von Hitze auf den Draht, werden Blutgefäße verödet und der Polyp kann ohne größere Blutungen entfernt werden. 

Patienten erhalten während des Eingriffs keine Narkose, sondern meist nur Beruhigungsmittel, da die Entfernung nicht schmerzhaft ist. 

 

 

Die Proktokolektomie

Colitis ulcerosa kann heute deutlich besser behandelt werden als noch vor einigen Jahren, dennoch verlaufen manche Schübe therapieresistent. Dann kann eine Proktokolektomie erforderlich werden.
 

Ablauf der OP

 

Dabei entfernen Ärzte Dickdarm und Mastdarm. In komplizierten Fällen wird auch ein künstlicher Darmausgang notwendig.

Oft gelingt es erfahrenen Chirurgen jedoch, die letzten 30 Zentimeter des Dünndarms zu einem J-Pouch umzubilden und wieder am Analkanal anzuschließen. Die Proktokolektomie ist die derzeit einzige bekannte Möglichkeit, Colitis ulcerosa zu heilen.

Die Pouchchirugie gilt als sehr anspruchsvoll. Der Eingriff ist komplex und erfordert viele Erfahrung und Fachwissen. Um die Erfolgschancen zu verbessern, sollten Patienten sich in dafür spezialisierten Zentren operieren lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) empfiehlt mindestens zehn durchgeführte Pouchanlagen jährlich pro Zentrum.

 

 

Die OP bei einem Darmverschluss

Bei mechanischen Ursachen für einen Darmverschluss entfernt der Chirurg das Hindernis operativ.

Durch einen Bauschnitt wird entsprechend der Ursache vorgegangen. Ist zum Beispiel ein Tumor Ursache eines Darmverschusses wird dieser so operativ entfernt und der Dermverschluss behoben.

In schweren Fällen legen Ärzte einen künstlichen Darmausgang. Auch Medikamente und Durchblutungsstörungen können einen Darmverschluss hervorrufen. 

 

Die OP bei einem Magengeschwür

Früher war es üblich, Magengeschwüre zu operieren. Heute findet eine Operation oft nur noch dann statt, wenn das Geschwür besonders hartnäckig ist.

Möglich wurde dies dadurch, dass die medikamentöse Behandlung inzwischen in den meisten Fällen ausreicht. Heute noch häufig ist die Magenspiegelung bei blutenden Geschwüren. Der Arzt unterspritzt die Blutungsquelle mit einem Medikament, das die Blutgefäße verengt und die Blutung so stoppt. Alternativ behandelt er es mit Laser oder Fibrinkleber. 

Sollte das nicht ausreichen, bleibt eine offene Operation das Mittel der Wahl. Die einzige zwingende Operationsindikation ist jedoch der Magendurchbruch. Eine schnelle Behandlung ist dann unumgänglich, weil dieser eine Bauchfellentzündung verursachen kann und lebensgefährlich ist. Bei dieser OP entfernen Chirurgen einen Teil des Magens und durchtrennen den Vagusnerv. Dadurch wollen Ärzte die Produktion von Magensäure verringern. Anschließend vernähen sie den Restmagen mit dem Zwölffingerdarm. 

Die Operation dauert zwischen zwei und sechs Stunden. Patienten verlassen das Krankenhaus oft schon innerhalb einer Woche wieder. Zu Beginn müssen sie sich im Rahmen eines Kostaufbaus vorsichtiger ernähren. Später sind bei einer erfolgreichen Operation keine Einschränkungen mehr spürbar.

 

 

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Sarah Kreilaus

Fachautorin für Krankenhaus.de für Themen rund um Gesundheitsthemen und Medizin

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