Penisbruch

Nichts für die leichte Schulter

Von Natur aus ist das männliche Glied robust und hält vielen Bewegungen stand. Doch der Penis ist nicht unverwüstlich und durch ein Biege- und/oder Stauchungstrauma während der Erektion kann es zum Penisbruch kommen. Der Begriff „Bruch“ ist im eigentlichen Sinne nicht ganz richtig, denn im Penis gibt es keinen Knochen. Das Geräusch, das bei dieser Verletzung jedoch zu hören ist, klingt dem der Fraktur sehr ähnlich.

Laut aktuellen Zahlen handelt es sich bei nur 1 von 170.000 Notfällen in Deutschland um einen Mann mit Penisbruch. Doch die Dunkelziffer mag weitaus höher liegen. Auch wenn dieses Thema für die meisten Männer mit Scham verbunden ist, sollte ein Penisbruch nicht als „Schramme“ eingestuft werden. Denn eine Penisfraktur ist nicht nur mit extremen Schmerzen verbunden, sondern zudem ein medizinischer Notfall!

Erfahren Sie in diesem Beitrag, was ein Penisbruch ist, wie es zu einem Penisbruch kommt und wie Laien diesen erkennen. Lesen Sie außerdem, wie die Verletzung diagnostiziert wird, welche Behandlungen zur Verfügung stehen und wie Betroffene einem erneuten Penisbruch vorbeugen können.

 

Was ist ein Penisbruch?

Der umgangssprachliche Begriff „Penisbruch“ bezeichnet eine Verletzung, die während einer Erektion durch starke Gewalteinwirkung entsteht. Dabei reißt entweder die Haut, welche die Schwellkörper umgibt, ein oder der Schwellkörper selbst. Ein Penis kann also nicht brechen, denn es liegt keine Fraktur eines Knochens vor. Der Penisbruch ist medizinisch gesehen also eigentlich eine Penisruptur oder ein Schwellkörperriss.

 

 

 

Wie kommt es zu einem Penisbruch?

Im Penis liegen drei Schwellkörper (Corpora cavernosa), zwei oben (auf der Oberseite des Gliedes) und einer unten nahe der Harnröhre. Diese Schwellkörper haben die Funktion, sich bei sexueller Erregung mit Blut zu füllen. Dadurch versteift sich der Penis. Die Schwellkörper sind von einer schützenden Kapsel aus Bindegewebe (Tunica albuginea) umgeben, wodurch der Penis einer gewissen Belastung standhält.

Wird der Penis jedoch im erigierten Zustand beim Geschlechtsverkehr oder bei der Masturbation stark verbogen oder gestaucht, so können die Bindegewebskapsel oder die Schwellkörper selbst einreißen. In der Regel sind die beiden oberen Schwellkörper von einer Ruptur betroffen. Wird der untere Schwellkörper verletzt, geht dies meist mit einer Verletzung der Harnröhre einher.

In über 90 % der Fälle entsteht ein Penisbruch, wenn das steife Glied beim Geschlechtsverkehr versehentlich aus der Vagina gleitet und gegen das Schambein der Frau stößt oder bei groben Sexualpraktiken. Auch Gewalteinwirkungen oder nächtliche Erektionen verbunden mit einem unruhigen Schlaf können denkbare Ursachen für einen Penisbruch sein, wobei dies sehr selten ist.

 

Penisbruch erkennen – Anzeichen und Symptome

Bei einem Penisbruch wird der Riss der Bindegewebsschicht oder der Schwellkörper als knackendes Geräusch wahrgenommen. Durch die Verletzung bleibt die Erektion nicht mehr bestehen und das männliche Glied erschlafft unverzügllich.

Ein Penisbruch ist mit heftigen Schmerzen verbunden, sowohl im Penis als auch im erweiterten Genitalbereich. Durch den geringen Platz und die gleichzeitige starke Durchblutung im Glied treten schon wenige Minuten nach einem Penisbruch Blutergüsse und Schwellungen auf. Die Hämatome können den Penis und die Hoden blau bis schwarz färben. Durch die oftmals einseitige stärkere Schwellung verkrümt sich das Glied stark in die nicht betroffene Richtung.

Wenn lediglich die Bindegewebsschicht der Schwellkörper eingerissen ist, so ist die verletzte Stelle für die Betroffenen leicht zu ertasten. Ist die Harnröhre auch eingerissen, tritt zudem Blut aus der Harnröhre aus.

Die Anzeichen eines Penisbruches sind vom Grad der Verletzung abhängig. In wenigen Fällen handelt es sich um eine latente Penisruptur, bei der es nur zu mäßigen Schmerzen kommt. Die Folgen sind erst mehrere Tage bis Wochen nach dem Ereignis spürbar und ersichtlich. Viele dieser Männer erfahren erst im Rahmen der Diagnostik einer Erektionsstörungen von einem vorangeganenen Penisbruch.

 

Was tun bei einem Penisbruch? Erste Hilfe bis der Arzt behandelt

Wenn Sie vermuten, dass Sie einen Penisbruch erlitten haben, sollten Sie unverzüglich einen Arzt konsultieren. In der Regel ist die Notfallambulanz eines Krankenhauses oder ein Urologe die erste Anlaufstelle. Für viele Betroffene ist das Ereignis jedoch mit großer Scham verbunden. Wenn Sie großes Vertrauen in Ihren Hausarzt haben, dann können Sie auch diesen aufsuchen. Das Wichtigste ist: Lassen Sie einen Penisbruch unbedingt medizinisch behandeln!

Bis Sie durch einen Arzt untersucht werden, können Sie den Penis mit einem Coolpack kühlen und leicht komprimieren. Dies verlangsamt den Blutfluss und verringert dadurch das Ausmaß der Schwellung und der Einblutung. Verzichten Sie trotz der Schmerzen auf Aspirin oder ASS, denn diese Pharmazeutika enthalten einen Wirkstoff, der die Blutgerinnung hemmt. Infolgedessen werden die Hämatome größer und das Risiko von Begleitverletzungen steigt.

 

Welche Folgen hat ein unbehandelter Penisbruch?

Unbehandelt hat ein Penisbruch weitreichende Folgen. Denn es besteht die Gefahr, dass geronnenes Blut oder abgestorbenes Gewebe nach der Ausheilung zu einer bleibenden Penisverkrümmung führen. Zudem ist es immer wieder zu beobachten, dass sich Abszesse (Eiteransammlungen) oder Divertikel (Ausstülpungen) im Schwellkörper entwickeln, wenn eine Penisruptur nicht therapiert wird. Infolgedessen leiden Männer dann zunehmend unter schmerzhaften Erektionen oder erektilen Dysfunktionen.

Ist bei einem Penisbruch auch die Harnröhre verletzt, kann sich diese unbehandelt verengen (Harnröhrenstriktur). Dies hat unter anderem Blasen- und Nierenstörungen oder –erkrankungen zur Folge.

Nicht selten geht ein unbehandelter Penisbruch zudem mit psychischen Folgen, wie Ängsten oder Libidoverlust, einher.

Penisbruch Diagnose

Für die eindeutige Diagnose genügt dem Arzt in den meisten Fällen die Erzählung des Patienten und das klinische Bild. Ein schmerzender, blau gefärbter, verkrümmter und stark geschwollener Penis weist in der Regel auf einen Penisbruch hin. In Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr oder Masturbation ist die Diagnose meist klar.

Der Mediziner muss jedoch feststellen, ob die Symptome durch einen Penisbruch oder einen Venenriss verursacht wurden. Diese Differenzialdiagnose lässt sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung des Penis und der Hoden leicht bestätigen oder falsifizieren.

Es ist zudem wichtig für den Arzt zu wissen, welche Schwellkörper betroffen sind und ob die Harnröhre oder andere Gewebeschichten zusätzlich verletzt sind. Dafür ist eine Röntgenkontrastaufnahme unerlässlich. Durch das Kontrastmittel ist es möglich, Risse in der Harnröhre zu verbildlichen und eine OP-Indikation zu stellen.

Bei besonders ausgeprägten Verletzungen liefert eine MRT (Magnetresonanztomographie) detaillierte Bilder über die Lokalisation und das Ausmaß der Rupturen an den Bindegewebsschichten und den Schwellkörpern.

 

Penisbruch Behandlung und Therapie

Ein Penisbruch kann auf zwei Weisen therapiert werden: konservativ und operativ.

Alle konservativen Maßnahmen sind nur bei einem latenten Penisbruch indiziert. In den meisten Fällen handelt es sich bei den diagnostizierten Penisrupturen jedoch um eine invasivere Verletzung, die operativ behandelt werden sollte.

Die ausschließlich konservative Behandlung ausgeprägter Penisrupturen geht mit mehr Komplikationen einher als operative Therapien. Dabei wird heutzutage jedoch von einem Notfalleingriff (innerhalb von 24 Stunden) abgesehen. Mediziner erzielen auch mit elektiven (geplant, aber zeitlich nah nach dem Ereignis) Operationen gute Ergebnisse.

 

Konservative Therapie eines Penisbruches

Die konservative Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, den Körper bei der Selbstheilung einer leichten Penisruptur durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen. Kühlende und komprimierende Verbände sowie körperliche Schonung helfen, die Schwellungen und Hämatome zu reduzieren.

Präventiv erhalten betroffene Männer Antibiotika, um bakterielle Infektionen in den verletzten Bindegewebsschichten oder in den Schwellkörpern zu verhindern. Spezielle Medikamente unterbinden Erektionen und unterstützen den Heilungsprozess.

Der Heilungsverlauf ist sehr individuell, jedoch können betroffene Männer von einer sexuellen Abstinenz von mindestens 6 Wochen ausgehen.

 

Penisbruch Operation

Der chirurgische Eingriff nach einem Penisbruch konzentriert sich darauf, die Verletzung offenzulegen und die entstandenen Risse in der Bindegewebsschicht oder in den Schwellkörpern mit einer Naht zu verschließen. Zudem versuchen Mediziner, durch eine Drainage Blut und Wundsekret aus dem verletzten Raum abzuleiten, damit Nerven und andere Strukturen nicht komprimiert und irreversibel geschädigt werden. Bei Verletzung der Harnröhre wird auch diese im Rahmen der Operation versorgt.

Bis zur vollständigen Ausheilung des Penisbruches tragen Betroffene einen Blasenkatheter, der den Urin aus der Blase ableitet. So wird ein Harnstau in der Niere durch die Schwellungen im Penis und eine damit verbundene eingeschränkte Harnsekretion verhindert.

Wie auch bei der konservativen Therapie erhält der Patient nach der Penisbruch Operation einen komprimierenden Verband und erektionshemmende Medikamente. Selbstverständlich ist eine adäquate Schmerzbehandlung Teil der postoperativen Versorgung.

Nach etwa 5 Tagen ist der operativ behandelte Penisbruch verheilt. Dennoch sollten Betroffene noch etwa 6 Wochen auf Geschlechtsverkehr oder Masturbation verzichten.

 

Penisbruch vorbeugen

Viele Männer glauben, ihr „bestes Stück“ ist genauso unverwüstlich wie sie selbst. Doch die Realität sieht anders aus: Männer verbergen hinter ihrer rauen Schale Gott sei Dank einen weichen Kern und auch der Penis ist ebenso vulnerabel. Deshalb sollten sie beim Geschlechtsverkehr und bei der Masturbation darauf achten, dass es nicht zu einem starken Abknicken oder Stauchen des Gliedes kommt.

Verzichten Sie daher auf Sexpraktiken, bei denen Sie den Penis in einschnürende Ringe oder feste Gerätschaften stecken. Achten Sie auch bei Sexstellungen darauf, dass der erigierte Penis nicht aus der Scheide gleitet und gegen das Schambein der Frau stößt. Das ist die beste Art, einen Penisbruch vorzubeugen.

 

Fazit

Ein Penisbruch entsteht, wenn das erigierte Glied beim Geschlechtsverkehr oder beim Masturbieren stark abgeknickt wird. Infolgedessen kommt es zu einem Riss in den Schwellkörpern oder in den Bindegewebsschichten im Penis. Bei einem Penisbruch ist häufig ein knackendes Geräusch zu hören, als ob ein Knochen brechen würde. Deshalb ist der etwas irreführende Name "Penisbruch" trotz fehlendem Knochen im männlichen Glied noch heute weit verbreitet.

Durch eine Penisruptur kommt es zu starken Schmerzen im Penis und im Intimbereich, ausgeprägten Schwellungen und Blutergüssen. Ein Penisbruch muss immer ärztlich behandelt werden. Auch wenn die Verletzung mit großer Scham verbunden ist, treten als Folge eines unbehandelten Penisbruches oftmals schwere Komplikationen wie Abszesse im Penis, chronische Schmerzen beim Sex oder Erektionsstörungen zutage.

In der Regel geht ein Penisbruch mit einer Operation einher, bei der die verletzten Strukturen vernäht und die Hämatome ausgeräumt werden. Die meisten Betroffenen haben etwa 6 Wochen nach dem Ereignis wieder einen einsatzfähigen Penis. Nur selten genügt die konservative Therapie zum Ausheilen des Penisbruches.

 

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